Zu viele Chancen liegen gelassen – Flames in Buxtehude mit zweiter Niederlage in Folge

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Zu viele Chancen liegen gelassen – Flames in Buxtehude mit zweiter Niederlage in Folge

Es bleibt dabei. Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach gibt es gegen den Buxtehuder SV nichts zu holen. Dabei hatte das Team von Coach Heike Ahlgrimm gestern durchaus die Möglichkeit die Rückreise mit zwei Punkten im Gepäck anzutreten. Am Ende blieben die in der ausverkauften Halle Nord (410 Zuschauer waren zugelassen) beim 32:29 (16:14) dann doch wieder beim Buxtehuder SV. Beste Torschützin bei den Flames waren Lisa Friedberger mit 8/5 Toren  und  Sarah Dekker mit 7 Toren, die damit ein tolles Comeback nach ihrer Verletzungspause feierte und auch zur besten Gästespielerin gewählt wurde. Beim Gastgeber waren Ex-Nationalspielerin Lone Fischer mit 6 Toren und Caroline Müller-Korn mit 6/4 Toren am erfolgreichsten.

Dabei hätte diese zweite Niederlage in Folge nicht sein müssen, denn es war an diesem Samstag erneut wesentlich mehr drin. Die Flames hatten die Chance zu punkten, scheiterten aber an sich selbst oder an Torhüterin Katharina Filter, der Spielerin des Tages. Sie hielt am Ende auch den Sieg fest, als sie einen Wurf von Sarah Dekker parierte, der den Ausgleich zum 30:30 bedeutet hätte. Stattdessen erhöhten dann Lone Fischer und Paula Prior auf den 32:29-Endstand für den Buxtehuder SV.

Insgesamt achtmal hätten die Flames nach dem 17:17 (34. Minute) in der 2. Halbzeit noch ausgleichen und das Spiel wenden können, doch dafür wurden dann doch zu viele Fehler gemacht, freie Bälle verworfen und vor allem auch die Überzahl, wie schon gegen Bad Wildungen, nicht genutzt. Es gab acht Zeitstrafen gegen Buxtehude und drei gegen die Flames. Diesmal wurden auch wieder zwei Siebenmeter liegen gelassen.

Zu viele Fehler besiegeln die Niederlage

„Wir sind natürlich alle enttäuscht, weil wir es selber verbockt haben. Das wissen meine Mädels heute auch. Wenn man 17 Fehlwürfe und 10 technische Fehler hat, dann kann man einfach kein Spiel gewinnen. Das tut jetzt wahnsinnig weh, weil wir uns diese Chancen herausgearbeitet hatten. Wir hatten heute die Chance hier was mitzunehmen und wenn es am Ende nur ein Punkt gewesen wäre. Aber dafür muss alles passen und das hat es leider nicht. Wenn man auswärts 29 Tore wirft, ist das richtig gut, aber wir kassieren auch 32. Dann wird es natürlich schwer”, bilanzierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm bei den anschließenden Pressekonferenz.

Glücklich war dagegen BSV-Trainer Dirk Leun:“ Ich bin heute ein zufriedener Dirk Leun. Wir hatten uns vorgenommen zu alten Tugenden zurück zu finden und wieder Tempohandball zu spielen. Das ist uns vor allem in der 1. Halbzeit gelungen und wir haben attraktiven Handball geboten mit einem ausgeglichenen Spiel über weite Strecken. Wir haben am Ende verdient gewonnen. In der Summe waren wir diese drei Tore besser“.

Spiel auf Augenhöhe

Es war ein offener Schlagabtausch in den ersten 15 Minuten der Begegnung, mit wechselnden Führungen. Nach dem 9:9 (16.) durch Sarah Dekker gelang es Buxtehude sich durch einen Dreierpack von Meret Ossenkopp, Annika Lott und Lone Fischer zum 12:9 (20.) erstmals etwas abzusetzen. Heike Ahlgrimm reagierte folgerichtig mit einem Team-Time-Out. Sie fand die richtigen Worte, denn dies zeigte sofort Wirkung. Lisa Friedberger und Sarah Dekker verkürzten unmittelbar danach auf 12:11 (21.). Es blieb bei der knappen Führung bis zur Pause. Kurz der Pause hätten die Flames sogar zum 15:15 ausgleichen können. Ein technischer Fehler der Flames hat dies jedoch verhindert, denn ein ungenaues Zuspiel brachte Meret Ossenkopp in Ballbesitz, die mit einem langen Pass den Ball zu Isabelle Dölle spielte, die dadurch den 16:14-Halbzeitstand für den BSV erzielen konnte.

Kurz nach der Halbzeit wieder ausgeglichen

Dieser knappe 2-Tore-Rückstand hielt für die Flames aber noch alle Möglichkeiten für die 2. Halbzeit offen, die Lynn Schneider mit dem 17:14 für den BSV (32.) eröffnete. Zwei Tore von Sarah van Gulik und ein verwandelter Siebenmeter von Lisa Friedberger zum 17:17 (34.) bedeuteten nur zwei Minuten später den Ausgleich.

Buxtehude legt vor – Flames will der Ausgleich nicht gelingen

Durch zwei Tore von Caroline Müller-Korn zum 19:17 (36.) war der BSV wieder mit zwei Toren vorn. So verlief die komplette zweite Halbzeit ähnlich der ersten Halbzeit. Es blieb das Spiel auf Augenhöhe. Buxtehude spielte sich immer eine kleine Führung heraus, die Flames verkürzten, schafften aber den Ausgleich nicht, der vielleicht die Wende sein hätte können.

So gewann am Ende der BSV mit 32:29 und bleiben nach den beiden Spielen am Sonntag auf dem 8. Tabellenplatz mit 6:6 Punkten, die Flames rutschten mit nun 8:4 Punkten vom 4. auf den 5. Platz.

„Es ist schwer, wenn man sich in Überzahl wahnsinnig viele Chancen herausarbeitet und sie nicht macht. Dann steht man am Ende mit leeren Händen da. So ist es nun mal. Das werden wir besprechen, aber wir kommen auf jeden Fall wieder“, versprach Flames-Coach Heike Ahlgimm.

Positiv für die Flames war, dass wenigstens die Heimreise schneller ging.  Durch diverse Staus und eine Vollsperrung auf der A7 dauerte die Hinfahrt über acht Stunden und die Mannschaft kam erst knapp eine Stunde vor Spielbeginn in Buxtehude an.

Dies bleibt den Flames am nächsten Wochenende auf jeden Fall erspart. Am Samstag, 24.10.2020, empfängt man in der Weststadthalle die Frauen von FRISCH AUF Göppingen. Mit einem Sieg soll es wieder zurück in die Erfolgsspur gehen.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (3), Lotta Heider, Elisa Stuttfeld (1), Sarah Dekker (7),  Alicia Soffel (2), Lisa Friedberger (8/5), Christin Kühlborn (2), Sarah van Gulik (3/1), Ines Ivancok (3), Julia Niewiadomska, Dionne Visser

Buxtehuder SV:
Lea Rühter, Katharina Filter – Liv Charlotte Süchting, Johanna Heldmann (3), Lone Fischer (6), Mieke Düvel, Lisa Antl (2), Isabelle Dölle (2), Luisa Scherer (1), Meret Ossenkopp (2), Annika Lott (5), Lynn Schneider (3), Paula Prior (2), Teresa von Prittwitz, Paulina Golla, Caroline Müller-Korn (6/4)