Zu hohe Fehlerquote – Flames verlieren gegen Halle-Neustadt

Flames empfangen Tabellennachbarn Halle-Neustadt
30. Oktober 2021
A-Jugend Handball-Bundesliga weiblich (JBLH) HSG Bensheim/Auerbach – TPSG Frisch Auf Göppingen 36:27 (23:12)
2. November 2021
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Zu hohe Fehlerquote – Flames verlieren gegen Halle-Neustadt

Auch 11 Tore von Sarah van Gulik, davon sieben verwandelte Siebenmeter, reichten nicht für einen Sieg der Flames / Foto: ©Andrea Müller

Das Mittelfeldduell hatten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) anders vorgestellt. Vor 450 Zuschauern in der Weststadthalle Bensheim wollten die Flames (5:7 Punkte)  mit einem Sieg in der Tabelle an den Wildcats des SV Union Halle-Neustadt (6:6 Punkte) vorbeiziehen. Doch das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm scheiterte an zu vielen eigenen Fehlern und musste sich am Ende verdient mit 25:28 (15:13) geschlagen geben. Die Wildcats verbesserten sich durch den Sieg auf den 6. Tabellenplatz, die Flames bleiben Neunter. Beste Werferin bei den Flames waren Sarah van Gulik mit 11/7 Toren und Saskia Fackel mit vier Toren, bei den Wildcats waren Helena Mikkelsen (7 Tore) und Ex-Flames-Spielerin Simone Spur Petersen mit 5/1 Toren am erfolgreichsten.

„Das tut heute natürlich weh. Wenn man das gesamte Spiel sieht, dann ist der Sieg für Halle verdient. Wir haben uns gut vorbereitet und wollten die zwei Punkte zu Hause behalten und stehen jetzt als Verlierer da. Aber wir verwerfen in der entscheidenden Phase zu viele Bälle und machen einfach zu viele technische Fehler. Wir führen in der zweiten Halbzeit mit 18:14 und auf einmal steht es 19:19. Trotzdem führen wir wieder 22:20 und wir schaffen es einfach nicht unseren Stiefel runterzuspielen und Kontinuität in unsere Aktionen zu bringen“, resümierte eine sichtlich enttäuschte und verärgerte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Bis zum 5:5 (12. Minute) sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel. Nach einem verworfenen Siebenmeter von Lisa Friedberger gelang den Wildcats durch einen Doppelschlag von Lea Gruber zum 5:7 (15.) erstmals eine 2-Tore-Führung. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Timeout. Camilla Askebjerg Madsen erhöhte wenig später auf 3 Tore zum 5:8. Dier Vorsprung bleibt bis zum 8:11 (22.).

Zwei-Tore-Führung zur Halbzeit

Angeführt von Sarah van Gulik kämpften sich die Flames jedoch wieder heran und konnten durch Elisa Stuttfeld zum 13:13 (28.) ausgleichen. Sarah van Gulik vom Siebenmeterpunkt und Saskia Fackel sorgten für die 15:13 Halbzeitführung.

Die Flames erwischten auch den besseren Start in die zweite Halbzeit. Sarah van Gulik erhöhte per Siebenmeter auf 17:13 (31.). Julia Niewiadomska scheiterte an ihrer alten Wirkungsstätte anschließend mit zwei verworfenen Strafwürfen, während Sarah van Gulik ihrerseits wieder vom Punkt auf 17:13 (34.) und 18:14 (36.) erhöhte.

Hohe Fehlerquote bringt Flames auf die Verliererstraße

Wer glaubte, dass die Flames jetzt endlich Ruhe in ihr Spiel bringen können und den Vorsprung weiter ausbauen oder zumindest verwalten können, sah sich getäuscht. Das Spiel drehte sich erneut  Die Wildcats standen kompakt in der Abwehr und provozierten Abspielfehler der Flames oder die Flames verwarfen ihre Möglichkeiten leichtfertig. In der Abwehr bekam man im Gegenzug vor allem Helena Mikkelsen nicht in Griff und auf einmal stand es 19:19 (41.) und 22:22 (49.).

Kurz danach schickten die beiden Unparteiischen Camilla Askebjerg Madsen und Isabell Hurst gemeinsam für zwei Minuten auf die Bank – für Isabell Hurst mit Folgen, da es die dritte Zeitstrafe war und somit die rote Karte und Disqualifikation nach sich zog (50.).

Simone Spur Petersen brachte die Wildcats in ihrer alten Heimat zweimal zum 22:23 und 23:24 in Führung, Sarah van Gulik gelang beide Mal der Ausgleich (53.).

In der Schlussphase gelang den Flames allerdings nur noch ein Treffer zum 25:27 (58.) durch Ines Ivancok, während die Gäste dreimal durch Lea Gruber, Simone Spur Petersen und Camilla Askebjerg Madsen einnetzten. Selbst zwei Zwei-Minuten-Strafen gegen Halle-Neustadt und ein von Simone Spur Petersen verworfener Strafwurf brachte die Flames nicht mehr auf die Siegerstraße.

Den Schlusspunkt zum 25:28 setzte Marija Gudelji, der für hängende Köpfe bei den Flames und den Zuschauern sorgte und für einen Riesenjubel bei den Gästen.

Entsprechend glücklich war Gästetrainerin Katrin Welter. „Ich glaube, dass auf beiden Seiten sehr viel Herz und Emotionen mit im Spiel waren. Ich glaube auch, dass es vom Spielverlauf glücklich ist, dass wir am Ende mit drei Toren gewinnen. Ein Unentschieden wäre heute beiden Mannschaften gerecht geworden. Wir sind natürlich glücklich, dass wir die Punkte mitnehmen können. Für uns war es dann doch ein gelungener Abend“, so Welter.

„Wir müssen jetzt die Kurve kriegen, denn die Aufgaben werden nicht einfacher. Jeder der uns kennt, weiß, dass wir zurückkommen werden, aber heute tut es verdammt weh“, erklärte Heike Ahlgrimm, die jetzt durch die Länderspielpause etwas Zeit hat ihr Team wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Länderspielpause und DHB-Pokal

Die HBF geht nun zunächst in eine Länderspielpause. So trifft das Team des Deutschen Handballbundes am 7. November in Düsseldorf in einem Freundschaftsspiel auf den Olympiazweiten Russland. Für die Flames geht es dann am Mittwoch, den 10. November, um 19:30 Uhr, mit dem Achtelfinale im DHB-Pokal gegen den bislang ohne Punktverlust souverän aufspielenden Favoriten SG BBM Bietigheim in der Bensheimer Weststadthalle weiter. In der Bundesliga müssen die Flames vor der WM-Pause noch am 21. November zu Bayer Leverkusen.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst 3, Myrthe Schoenaker 1, Elisa Stuttfeld 1, Jana Haas, Sarah Dekker 1, Lisa Friedberger 2/2, Christin Kühlborn, Saskia Fackel 4, Sarah van Gulik 11/7, Ines Ivancok 2,  Neele Mara Orth und Dionne Visser.