Überragende erste Halbzeit beschert Flames den Derbysieg

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Überragende erste Halbzeit beschert Flames den Derbysieg

Sarah Dekker war von der Bären-Abwehr nicht zu stoppen und erzielte acht Tore / Bild: ©Andrea Müller

Erfolgreicher Start in die Rückrunde der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Mit 33:30 (21:12) gewannen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach gestern Abend vor 1350 Zuschauern in der ausverkauften Neurotthalle Ketsch das Lokalderby bei den Kurpfalz Bären. Grundlage dafür war eine herausragende erste Halbzeit, in der die Flames zwischenzeitlich mit 10 Toren führten. Obwohl sich die Kurpfalz-Bären in der zweiten Halbzeit gesteigert hatten, kamen sie nie mehr, als bis auf zwei Tore heran, was auch an der überragenden Helen van Beurden im Flames-Tor lag. Beste Torschützin bei den Flames war Sarah Dekker mit 8 Toren, bei den Kurpfalz Bären war die ehemalige Flames-Spielerin Carmen Moser mit 10 Toren am erfolgreichsten.

Dieses Derby hielt, was es versprach und begeisterte viele Zuschauer, egal ob in der Halle oder am Fernseher, wo das Spiel live auf Eurosport übertragenen wurde.

Zwei grundverschiedene Halbzeiten prägten die Begegnung zwischen den Flames und den Kurpfalz Bären Ketsch. Die erste Halbzeit deutlich mit neuen Toren Vorsprung gewonnen, die zweite Halbzeit mit sechs Toren verloren – macht drei Tore Differenz und am Ende den Sieg. So könnte man das Spiel in einem Satz zusammenfassen. Aber das hätte das Derby wirklich nicht verdient.

Flames-Coach Heike Ahlgrimm war nach dem Spiel sichtlich erleichtert: „Ich bin absolut froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Wir wussten, dass es ein ganz schweres Derby wird. Ketsch ist in der Liga angekommen. Sie haben in den letzten Wochen starke Spiele gemacht, so auch heute in der zweiten Halbzeit. Für uns zählen heute nur die zwei Punkte. Das war wichtig“, so die Trainerin nach dem Spiel.

Überragende 20 Minuten in der ersten Halbzeit

Nach der schlechten Leistung in Blomberg forderte Flames-Coach Heike Ahlgrimm eine Reaktion und ihre Mädels haben sie gezeigt. Die Flames brannten bis zur 20. Minute ein regelrechtes Feuerwerk ab und zogen von 3:4 (9. Minute) auf 3:11 (16.) davon. Beim 4:14 durch Sarah Dekker war es erstmals ein Vorsprung von 10 Toren. Die Bären blieben immer wieder in der Flames-Abwehr hängen oder scheiterten an Helen van Beurden im Tor. Dadurch konnten die Flames ihr Tempospiel durchziehen. Angeführt von Sarah van Gulik trafen die Flames in der ersten Halbzeit fast nach Belieben. Egal ob Sarah Dekker und Christin Kühlborn von außen, Caroline Hettinger vom Kreis oder Sarah van Gulik und Ines Ivancok aus dem Rückraum – zum Halbzeitpfiff stand eine 12:21 Führung auf der Anzeigentafel. Die gut 150 mitgereisten Flames-Fans waren schier aus dem Häuschen.

„Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt. Wir haben eine gute Abwehr gestellt, das Umschaltspiel hat funktioniert, wir haben vorne die Tore gemacht und wir haben es geschafft, dass Ketsch überhaupt nicht ins Spiel gekommen ist. So kommt natürlich so ein Spielstand zustande und wir führen mit 12:21“, fasste Flames-Coach Heike Ahlgrimm die ersten 30 Minuten zusammen.

Die Zuschauer waren gespannt, wie die zweite Halbzeit aussehen würde. Können die Flames das Feuerwerk weiter abbrennen oder kommen die Kurpfalz Bären doch noch ins Spiel?

Bären-Trainerin Katrin Schneider fand in der Kabine offensichtlich die richtgien Worte. Ketsch kam zurück und holte Tor um Tor auf. Zu viele vergebene Chancen auf Seiten der Flames, was auch an Leonie Moormann im Bären-Tor lag, die in der zweiten Halbzeit ebenfalls stark hielt, und in der Abwehr wurde kein Zugriff mehr gefunden.

Kurpfalz Bären kommen verwandelt aus der Kabine

Die Flames fanden im zweiten Abschnitt überhaupt nicht ins Spiel. Helen van Beurden verhinderte zunächst schlimmeres. Trotzdem kann die Bären 20:24 heran (40.). Heike Ahlgrimm nahm unmittelbar davor ein Team-Timeout und ihr Team konnte sich wieder etwas auf 21:28 und 22:29 (46.) absetzen.

Doch dann riss erneut der Faden und man war zu Unkonzentriert. Dadurch nahmen die Fehler zu. Als Carmen Moser auf 27:29 (50.) verkürzte, drohte das Spiel zu kippen, doch Helen van Beurden entschärfte anschließend zwei weitere 100%ige Chancen der Bären und sorgte dafür, dass ihr Team in Führung blieb. Auch beim 29:31 hätte das Spiel noch kippen können. Ein gehaltener Ball leitete dann den siebten Treffer von Sarah Dekker zum 29:32 (55.) ein. Sarah Dekker erhöhte dann in der Schlussminute noch auf 29:33 und brachte den Sieg unter Dach und Fach. Für die Bären verkürzte Saskia Fackel zum 30:33 Endstand.

„Man steht als Trainer manchmal da und weiß nicht, was in den Köpfen der Mädels vorgeht. Wir haben in der Halbzeit angesprochen, dass jetzt was passieren wird, dass Ketsch kommen muss. Gerade hier vor ausverkauftem Haus, vor ihrem Publikum, müssen sie reagieren. Das ist ihnen auch gelungen, weil wir in der zweiten Halbzeit gar keinen Zugriff mehr bekommen haben. Wir müssen uns da auch bei Helen im Tor bedanken, weil sie in der entscheidenden Phase zwei, drei ganz, ganz wichtige Dinger hält, wo wir nur noch mit zwei Toren vorne lagen. Am Ende haben wir es dann souverän zu Ende gespielt, was vielleicht daran lag, dass wir es schon gewöhnt sind in der Liga und da etwas mehr Erfahrung haben, was schließlich ausschlaggebend war“, erläuterte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Durch den Sieg bleiben die Flames mit 12:16 Punkten auf dem 8. Tabellenplatz, die Kurpfalz Bären mit 3:25 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Am Samstag, 15.02.2020 empfangen die Flames den verlustpunktfreien Tabellenführer Borussia Dortmund (17:30 Uhr, Weststadthalle).

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Helen van Beurden, Jessica Kockler – Isabell Hurst, Romana Gerisch, Elisa Stuttfeld (3), Sarah Dekker (8), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (1/1), Christin Kühlborn (4), Caroline Hettinger (3), Sarah van Gulik (5/2), Julia Maidhof (3), Ines Ivancok (6), Julia Niewiadomska

Kurpfalz Bären Ketsch:
Johanna Wiethoff, Leonie Moormann – Samira Brand, Lena Feiniler (1), Sina Michels, Rebecca Engelhardt (5), Elena Fabritz (1), Verena Oßwald (4), Lara Eckhardt (1), Saskia Fackel (6/1), Lea Marmodee, Amelie Möllmann, Cara Reuthal, Anna Michl, Sophia Sommerrock (2), Carmen Moser (10).