Thüringer HC spielt am Ende seine individuelle Stärke aus

David gegen Goliath – Flames erwarten den Deutschen Meister Thüringer HC zur Heimpremiere
15. September 2018
Jugendhandball – Ergebnisse und Berichte der Spiele vom Wochenende
18. September 2018
alle anzeigen

Thüringer HC spielt am Ende seine individuelle Stärke aus

Lisa Friedberger setzt sich hier gegen die THC-Abwehr durch / Bildrechte: ©Andrea Müller

Die Heimpremiere in der neuen Saison gegen den Deutschen Meister und diesjährigen Meisterschaftsfavoriten Thüringer HC verloren die Flames der HSG Bensheim/Auerbach vor 1000 Zuschauern mit 22:34 (11:18). Die erfolgreichsten Torschützinnen beim THC waren Iveta Luzumova (9/3 Tore) und Emily Bölk (8/1) sowie Julia Maidhof (6/3) bei den Flames. 

Eine gute Viertelstunde konnten die Flames dem Deutschen Meister Paroli bieten und begeisterten die Fans in der Weststadthalle, was vor allem einer in der 1. Halbzeit überragenden Jessica Kockler im Tor der Flames zu verdanken war. Sie entschärfte gleich mehrere 100%ige Torchancen des THC.

Das erste Tor in der Weststadthalle war den Flames vorbehalten. Carolin Schmele brachte ihr Team im ersten Angriff gleich mit 1:0 in Führung und Sarah van Gulik erhöhte in der 2. Minute auf 2:0. Iveta Luzomova gelang per Siebenmeter erst in der 6. Minute der Ausgleich zum 2:2. Eine Minute später brachte sie ihren THC erstmals zum 2:3 in Führung. Carolin Schmele glich zum 3:3 (8.) aus. Lydia Jakubisova und Julia Maidhof zum 4:4 (11.) sorgten weiterhin für einen ausgeglichenen Spielstand. Das 4:6 (12.) durch Ina Großman war erstmals ein Zweitore-Vorsprung, doch Carolin Schmele sorgte umgehend für den erneuten Anschluss zum 5:6.(13.). Nach dem 5:7 durch Alicia Stolle hatte Carolin Schmele erneut die Chance zum Anschlusstreffer, doch Kristy Zimmerman im THC-Tor parierte einen von ihr geworfenen Siebenmeter. Es gelang dem THC aber weiterhin nicht sich entscheidend abzusetzen. Das 7:10 (17.) durch Nationalspielerin Emily Bölk war dann die erste 3-Tore-Führung. THC-Trainer Herbert Müller nahm kurz danach (19.) das erste Team Timeout. Josephine Huber brachte den THC mit 7:11 in Front, Carolin Schmele verkürzte per Siebenmeter wieder auf 8:11. Drei THC-Tore in Folge durch Emily Bölk, Alicia Stolle und Iveta Luzomova zum 8:14 (23.) sorgten dann doch für den entscheidenden Vorsprung und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte ihrerseits mit dem notwendigen Team Timeout. Trotzdem spielte der THC jetzt seine individuelle Stärke aus, um sich weiter abzusetzen und mit einem 7-Tore-Vorsprung bei einer 18:11-Führung in die Kabine zu gehen.

THC spielt seine individuelle Klasse aus

Die 2. Halbzeit begann mit Toren von Emily Bölk und Lisa Friedberger zum 12:19 (31.). Iveta Luzumova per Siebenmeter und Maike Schmelzer erhöhten auf 12:21 (35.). Die Fehler häuften sich jetzt bei den Flames, so dass Heike Ahlgrimm sofort reagierte und bereits in der 35. Minute die grüne Karte legte und ihr zweites Team Timeout nahm.

Der THC spielte immer mehr seine individuelle Klasse aus. Das 13:23 (38.) durch Nationalspielerin Alexandra Mazzucco war erstmals eine 10-Tore-Führung, die auf 13 Tore ausgebaut wurde, beim 13:26 (41.) durch Iveta Luzomova.

Julia Maidhof verkürzte durch zwei verwandelte Siebenmeter auf 15:26 (45.) und THC-Trainer Herbert Müller reagierte mit seinem zweiten Team Timeout.

Seine Mannschaft baute drauf hin seinen Vorsprung weiter bis auf 15 Tore aus – Nationalspielerin Anne Hubinger zum 16:31 (52.).

Carolin Thomas und Anja Hoekstra verkürzten jedoch auf 18:31 (54.) und Herbert Müller nahm seine letzte Auszeit. Heike Ahlgrimm nutzte diese, um auch ihre Mädels weiter zum Kämpfen zu motivieren.

Der letzte THC-Treffer gelang Emily Bölk zum 20:34 (58.). Vildana Halilovic und Martha Logdanidou sorgten für den 22:34 Endstand.

Sicher hätten sich die Flames ein besseres Ergebnis gewünscht, ähnlich der letzten Saison, als man zu Hause nur mit 26:32 verloren hat, doch man muss auch sehen, dass der THC sich nochmals verstärkt hat und individuell einfach stärker besetzt ist. Die Zuschauer konnten aber insgesamt mit den Leistungen beider Mannschaften zufrieden sein und werden sicher wieder in die Weststadthalle kommen.

Für die beiden befreundeten Fanclubs war der Abend dann noch lange nicht zu Ende, denn der Fanclub der Flames und der THC-Fanclub „Rote Wand“ verbrachten noch einen gemeinsamen Abend.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm schaut nach den beiden Niederlagen gegen zwei TOP-Teams der Liga trotzdem gewohnt positiv nach vorne: „Wir brauchen jetzt nicht anfangen zu zweifeln und sagen, dass wir 4 Punkte verloren haben, sondern wir müssen positiv nach vorne schauen. Genau das werden wir jetzt machen, denn es gibt noch wahnsinnig viele Spiele, wahnsinnig viele Punkte und wir werden noch fleißig weiter Punkte sammeln“, so Ahlgrimm nach dem Spiel.

Eine Möglichkeit gibt es bereits nächsten Samstag beim schweren Auswärtsspiel in Blomberg. Am Samstag, 22.09.2019 spielen die Flames um 16:30 Uhr beim Vorjahresachten HSG Blomberg-Lippe und versuchen auch hier als Außenseiter eventuell was zählbares mit an die Bergstraße zu nehmen.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an den Thüringer HC zum verdienten Sieg. Es ist immer schwierig. Wir haben mit 12 Toren verloren und niemand verliert gerne. Aber wir müssen auch ehrlich sein, dass wir heute gesehen haben, wer der Favorit ist. Thüringen hat uns heute wirklich von der ersten bis zur letzten Minute unsere Grenzen aufgezeigt und dass bei ihnen kein Weg dran vorbei geht. Wir müssen halt aus jedem Spiel lernen. Ich glaube, dass wir außer einer kurzen Phase Anfang der 2. Halbzeit, nie aufgegeben und einfach weitergemacht haben. Das sind positive Dinge, die wir mitnehmen müssen. Wir müssen einfach lernen, dass wir weniger Fehler machen, weil jeder Fehler natürlich auf diesem Niveau von Thüringen mit einfachen Toren bestraft wird. Es ist schwierig nach so einem Spiel zu sagen: ich bin froh, dass viele Leute da waren… Ich glaube, dass alle wieder kommen, weil wir wirklich alles versucht haben. Wir müssen aber ehrlich sein, dass Thüringen nicht unsere Kragenweite ist. Das haben sie uns heute gezeigt und das muss man akzeptieren. Da sind wir auch sportlich fair. Jetzt müssen wir das Anfang der Woche nochmal kurz ansprechen und dann geht´s auch nächste Woche weiter. Dann fahren wir nach Blomberg. Das ist wieder so ein Spiel, wo wir alles versuchen werden vielleicht Auswärtspunkte nach Hause zu holen.

Herbert Müller (Thüringer HC):
Ich möchte mich erst einmal bei allen Fans in der Halle bedanken. Ich finde das megacool, dass hier so eine Fangemeinschaft zwischen dem THC und Bensheim/Auerbach entstanden ist. Ich finde das eine ganz tolle Geschichte, die unglaublich Spaß macht und wenn unsere Fans zu den Spielen hin und her kommen und man gemeinsam was unternimmt. Ich finde das einfach nur geil und es ist ein gutes Beispiel wie Fanverhalten funktionieren kann. Vielleicht sollten sich die Fußballer mal ein Stück davon abschneiden, wo man nur von Hooligans hört und wo Leute die verschiedene Vereine unterstützen nicht nebeneinander sitzen können. Das ist doch vollkommener Schwachsinn . Ein Kompliment an die Fans und es freut mich natürlich, dass wir unseren Fans heute einen Sieg bescheren konnten. Ich möchte heute damit anfangen, dass ich, speziell was die 1. Halbzeit betrifft ein Kompliment an Jessica Kockler aussprechen muss, was die aus der Nahwurfzone uns Bälle geholt hat, gerade in der Anfangsphase. Ich habe beim 4:3 hoch gekuckt und habe mir gedacht, jetzt haben wir schon den Siebenmeter, zwei Konter und vier vom Kreis verworfen und wie viele wollen wir heute aus der Nahwurfzone noch liegen lassen. Aber die Abwehr stand ganz gut. Wir waren aggressiv, wir waren motiviert und wir waren gewarnt von dem Buxtespiel. Das haben wir uns natürlich gemeinsam angekuckt und waren es gefühlt nicht die 6 Tore Unterschied, denn 55 Minuten lang konnte man nicht ahnen, wer da als Sieger vom Platz geht. Heike, das wissen wir, macht hier eine hervorragende Arbeit. Die Mannschaft hat sich entwickelt. Das ist ein Team, das auf dem Feld steht und wir waren gewarnt, daher haben wir das hier auch 60 Minuten sehr, sehr ernst genommen. Ich bin glücklich. In der Anfangsphase der Saison zählen nur die Punkte. Wir haben diese Punkte und damit fahren wir glücklich nach Hause.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames: Jessica Köckler, Helen van Beurden; Anja Hoeckstra 3, Carolin Schmele 4/1, Rafika Ettaqi, Vildana Halilovic 1, Caroline Thomas 1, Martha Logdanidou 2, Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger 1, Merel Freriks, Sarah van Gulik 3, Julia Maidhof 6/3, Bogna Sobiech 1.

Thüringer HC: Kristy Zimmerman, Ann-Cathrin Giegerich; Jovana Sazdovska, Alexandra Mazzucco 2, Meike Schmelzer 2, Krisztina Triscsuk, Alicia Stolle 2, Iveta Luzumova 9/3, Emily Bölk 8/1, Ina Großmann 1, Gordana Mitrovic, Anne Hubinger 1, Lydia Jakubisova 4, Josefine Huber 5.

Siebenmeter: 7/4  – 5/4
Zeitstrafen: 1 – 2
Zuschauer: 1000
Schiedsrichter: Katharina Heinz/Sonja Lenhardt