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Tapfer kämpfende Flames machen es dem Favoriten bis kurz vor dem Ende schwer

Linksaußen Elisa Stuttfeld musste in Bietigheim überwiegend am Kreis agieren / Foto: ©Andrea Müller

Mit dem stark dezimierten Kader zogen sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach beim Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) durchaus achtbar aus der Affäre.  Nach einem zwischenzeitlichen 8-Tore-Rückstand kämpften sie sich bis auf 26:23 heran, konnten dann aber die letzten 10 Minuten keinen Treffer mehr erzielen. Am Ende mussten sie sich dem haushohen Favoriten mit 30:23 (15:10) geschlagen geben. Erfolgreichste Torschützinnen bei den Flames war Lisa Friedberger mit 6/3 Toren sowie Simone Spur Petersen und Sarah Dekker mit jeweils 4 Toren, bei Bietigheim erzielte Nationalspielerin Luisa Schulze 6 Tore und war damit die treffsicherste Spielerin ihres Teams.

Die Flames mussten, wie im Vorfeld bereits erwähnt, mit einem stark dezimierten Kader nach Bietigheim reisen. Zu den bereits bekannten Ausfällen Alicia Soffel (Kreuzband- und Außenbandriss), Isabell Hurst (Schulter), Lotta Heider (Kreuzbandriss) und Ines Ivancok (Nasennebenhöhlenentzündung) gesellte sich kurzfristig, aufgrund muskulärer Probleme, auch noch Kreisläuferin Dionne Visser. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm daher die beiden Nachwuchsspielerinnen Annika Schmitz und Neele Orth mit in den Kader. Beide Spielerinnen der Junior Flames trainieren schon länger beim Erstligateam mit. Aber auch Bietigheim musste auf einige Spielerinnen verzichten, u.a. auf Julia Maidhof, die aufgrund ihres Nasenbeinbruches noch pausieren muss.

Flames erwischten einen guten Start

In Anfangsphase boten die Flames ein Spiel auf Augenhöhe, legten 0:1 durch Lisa Friedberger und zum 1:2 durch Simone Spur Petersen vor. Nach zehn gespielten Minuten stand es 3:3. In der Folge kamen die Gastgeberinnen besser ins Spiel und griffen in der Abwehr konsequenter zu. Die Flames leisteten sich paar Fehlwürfe und Bietigheim ging nach gut 19 Minuten beim 10:5 durch Luisa Schulze erstmals mit 5 Toren in Führung.  

Flames-Coach Heike Ahlgrimm reagierte sofort und nahm ihr erstes Team-Timeout. Diese Auszeit zeigte Wirkung und die Flames konnten durch Leonie Kockel, Sarah Dekker und einem verwandelten Siebenmeter von Sarah van Gulik beim 10:8 (21.) auf zwei Tore verkürzen.

Bis zur Pause gelang es Bietigheim jedoch wieder bis auf 5 Tore zu erhöhen. Mit einer 15:10 Führung ging der große Favorit in die Halbzeitpause.

Bietigheim kommt besser in den zweiten Abschnitt

Weitaus besser im Vergleich zur ersten Hälfte kamen dann die Bietigheimer aus der Kabine. Schnell zogen sie – allerdings auch bedingt durch eine Zeitstrafe gegen Julia Niewiadomska – auf 18:10 (33.) davon. Die SG hielt den Vorsprung vorerst konstant auf 8 Tore bis zum 20:12 (36.).

Flames kommen bis auf drei Tore ran

Davon blieben die Flames jedoch unbeeindruckt. Der Außenseiter verkürzte durch Lisa Friedberger, die in der zweiten Halbzeit überwiegend am Kreis agierte, und Sarah Dekker auf 20:14 (36.). Und sie kämpften sich weiter – unterstützt von einer überragenden Helen van Beurden im Flames-Kasten – Tor um Tor heran. Erst hielt Helen van Beurden den Siebenmeter von Ex-Nationalspielerin Anna Loerper (51.), im Gegenzug erzielte Julia Niewiadomska das 26:23 und die Flames waren bis auf 3 Tore dran.

SG-Cheftrainer Markus Gaugisch reagierte folgerichtig umgehend mit seiner dritten Auszeit. Gaugisch, der früh damit begann in seinem Team zu wechseln, schickte nun wieder seine beste Formation zurück auf die Platte, was auch eine kleine Auszeichnung für die Leistung der tapfer kämpfenden Flames ist.

Doch zuerst stand einmal wieder Helen van Beurden im Mittelpunkt, die gleich Siegerin gegen zwei ehemalige Flames-Spielerinnen blieb. Erst wehrt sie den Siebenmeter von Kim Naidzinavicius ab und dann auch den Nachwurf von Antje Lauenroth (54.).

Den Flames gelang es aber nicht mehr den Abstand weiter zu verkürzen, da nun die Kräfte zunehmend nachließen und die Würfe nicht mehr so genau kamen oder von Valentyna Salamakha im SG-Tor gehalten wurden. Das Team von Markus Gaugisch nutzte zudem seine Chancen nun wieder konsequenter. Da den Flames in den letzten zehn Minuten der zweiten Halbzeit kein Treffer gelang, konnte der hohe Favorit am Ende doch noch einen deutlichen 30:23-Heimerfolg feiern, der für den Spielverlauf vielleicht ein klein wenig zu hoch ausfiel.

Insgesamt können die Flames aber mit ihrer Leistung zufrieden sein und viele gute Dinge aus dem Spiel mitnehmen, was auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm so sah. „Das 30:23 ist ein bisschen zu hoch. Wenn wir heute mit vier oder fünf Toren verlieren, dann ist es ok. Ich glaube, wir brauchen uns heute keine Gedanken über unsere Leistung machen. Wir haben heute richtig gute Sachen gemacht und waren beim 26:23 dran. Bietigheim musste dann reagieren und die Besten wieder reinbringen. Sie mussten sich das heute hart gegen uns erarbeiten. Wir waren am Ende platt und da macht man dann noch eins, zwei Fehler. So kommen sie zu einfachen Toren, was einen natürlich ein bisschen ärgert. Aber uns gingen dann auch die Alternativen flöten, wenn ich nur noch sieben Spieler habe, nachdem dann  noch Sarah van Gulik in der zweiten Halbzeit ausgefallen ist. Wir haben uns aber gut verkauft und müssen uns nicht verstecken. Wir haben teilweise richtig gut gespielt, auch im Angriff und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin absolut zufrieden heute“, zog Heike Ahlgrimm eine positive Bilanz nach dem Spiel.

Während es für Bietigheim am Mittwoch zum Duell mit dem Ligaprimus nach Dortmund geht, empfangen die Flames am Ostersamstag um 18:00 Uhr die Neckarsulmer Sport-Union in der Weststadthalle.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Leonie Kockel (2), Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (4), Sarah Dekker (4), Lisa Friedberger (6/3), Christin Kühlborn (2), Sarah van Gulik (2/2), Julia Niewiadomska (2), Annika Schmitz und Neele Orth.