Perfekter Re-Start nach EM-Pause und Quarantäne

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Perfekter Re-Start nach EM-Pause und Quarantäne

So sehn Sieger aus / Fotos: ©Andrea Müller

Einen eindrucksvolleren und besseren Start ins neue Jahr hätten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nicht haben können.  Nach fast sechswöchiger Spielpause, bedingt durch die EM in Dänemark und der 14-tägigen Quarantäne nach einem positiven Corona-Fall in der Mannschaft, landeten die Flames einen Überraschungscoup und siegten verdient beim siebenfachen Deutschen Meister und amtierenden Pokalsieger Thüringer HC mit 32:28 (16:12). Die erfolgreichsten Torschützinnen bei den Flames waren Lisa Friedberger (7/4 Tore), Sarah Dekker (7) und Christin Kühlborn (6). Beim Gastgeber erzielten Asli Iskit (7) und Marketa Jerabkova (6/1) die meisten Tore.

Gerade mal zwei Trainingseinheiten nach der Quarantäne blieben Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, um ihr Team auf das schwere Auswärtsspiel beim THC vorzubereiten und das ist ihr hervorragend gelungen. Die Flames standen kompakt in der Abwehr und wussten sich bestens auf wechselnde Angriffsformationen einzustellen und fanden selbst immer wieder Lücken in der Abwehr des internationalen THC-Teams.

Der erste Treffer gehörte auch den Flames. Lisa Friedberger brachte ihre Mannschaft mit 0:1 in Führung. Die nächsten 5 Minuten gehörten dann aber dem THC, der durch ein schnelles Angriffsspiel schnell mit 5:1 (6. Minute) in Front lag. Das brachte die Flames aber nicht aus dem Konzept und sie sich dann auf den THC eingestellt. Jetzt hatten die Flames ihrerseits einen 5:0 Lauf, eingeleitet durch einen Treffer von Ines Ivancok, die kurze Zeit später mit einer Fußverletzung ausschied, gingen die Flames mit 5:6 in Führung und zwangen THC-Trainer Herbert Müller zu seinem ersten Team-Timeout (13.).

Mit einem 4-Tore-Vorsprung in die Kabine

Kerstin Kündig glich wieder für den THC zum 6:6 (14.) aus. Christin Kühlborn und zweimal Sarah Dekker mit schnellen Treffern brachten einen 3-Tore-Vorsprung beim 6:9 (16.). Die Flames ließen daraufhin den THC nie näher, als auf zwei Tore herankommen und lagen nach einem Treffer von Alicia Soffel kurz vor dem Halbzeitpfiff zur Pause beim 12:16 sogar mit vier Toren vorne.

Diesen Vier-Tore-Vorsprung konnten die Flames bis zum 17:21 (44.) verteidigen. Marketa Jerabkova und Asli Iskit verkürzten auf 19:21 (46.). Heike Ahlgrimm legte im Anschluss die grüne Karte und nahm die erste Auszeit in der zweiten Hälfte. Lydia Jakubisova brachte mit ihrem Treffer zum 20:21 (47.) den THC auf ein Tor heran. Sarah van Gulik erhöhte erneut auf Zwei zum 20:22 (48.). Der THC hielt dagegen. Ein Tor von Marketa Jerabkova und Josefine Huber vom Kreis zum 22:22 (49.) und das Spiel war wieder offen.

Davon ließen sich die Flames aber nicht beirren und gingen durch Sarah van Gulik wieder mit 22:23 in Führung und gaben das Spiel nicht mehr aus der Hand.

„Wir sind nicht gekippt, was ganz, ganz wichtig ist. Thüringen ist zurückgekommen, es stand 22:22 und da hätte das Spiel kippen können, das ist normal. Da bin ich sehr glücklich, dass wir das geschafft haben. Es gab auch schon Zeiten, wo wir das Spiel dann verloren haben“, lobte Heike Ahlgrimm ihre Mannschaft.

Beate Scheffknecht konnte noch einmal zum 23:23 (50.) ausgleichen. Kurz danach war das Spiel für Marketa Jerabkova nach ihrer dritten Zeitstrafe beendet und die Flames nutzten die Überzahl aus. Lisa Friedberger verwandelte einen Strafwurf und Flames-Torfrau Helen van Beurden setzte noch einen Treffer zum 23:25 (52.) drauf, als sie den Ball vom eigenen Torraum ins leere Tor des THC warf.

Die Flames ließen die letzten Minuten nichts mehr anbrennen, sondern spielten konsequent weiter und erhöhten den Vorsprung sogar noch bis auf vier 4 Tore. Am Ende war es ein umjubelter und verdienter 28:23 Erfolg beim THC.

Kein Wunder, dass Heike Ahlgrimm nach dem Spiel glücklich und zufrieden war: „Ich kann meiner Mannschaft nur ein ganz großes Kompliment machen. Heute wollten wir das Momentum einfach mitnehmen, weil wir ja 14 Tage in Quarantäne waren und nur zwei Trainingseinheiten hatten. Wir hatten hier nichts zu verlieren. Bei Thüringen geht es immer hoch und runter dieses Jahr, sie haben gute Spiele und sie haben schlechte Spiele. Wir haben das heute einfach ausgenutzt. Aber man muss auch sagen, dass wir viele Dinge richtig gemacht haben. Wir haben in der Abwehr heute immer eine Antwort gehabt, wir waren gut darauf eingestellt und wir haben vieles probiert. Am Ende hatten wir dann das Quäntchen Glück, was aber auch dazu gehört oder dieses eine Momentum, was dann auf unserer Seite war. Wir haben das leere Tor getroffen und das sind dann so Kleinigkeiten, die ausschlaggebend sind. Darüber bin ich froh. Nichtdestotrotz sind das für uns zwei Punkte, mit denen wir vorher nicht gerechnet haben und die wir natürlich gerne mitnehmen. Die haben sich die Mädels heute aber auch verdient, denn wir haben wirklich alles in die Waagschale geworfen und wir haben gekämpft. Ich bin absolut happy und ich glaube, wir haben jetzt eine lustige Rückfahrt“, freute sich die Trainerin.

Für die Flames geht es am Sonntag, 10.01.2021 (16:00 Uhr, Weststadthalle) mit dem Nachholspiel gegen die Wildcats vom SV Union Halle-Neustadt weiter.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach: Jessica Kockler, Helen van Beurden 1; Isabell Hurst, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen 1, Sarah Dekker 7, Alicia Soffel 6, Lisa Friedberger 7/4, Christin Kühlborn 6, Sarah van Gulik 3, Ines Ivančok 1, Julia Niewiadomska, Dionne Visser.

Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 2/1, Beate Scheffknecht 1, Asli Iskit 7, Ina Großmann 1, Arwen Rühl 1, Kerstin Kündig 2, Lydia Jakubisova 2, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 2, Marketa Jerabkova 6/1, Josefine Huber 4.