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Alicia Soffel war mit 5 Toren erfolgreichste Torschützin der Flames / Foto: ©Andrea Müller

Eigentlich wollten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nach drei Siegen in Folge mit einem weiteren Erfolg über den VFL Oldenburg den Rückrundenstart in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) perfekt machen. Doch es kam anders. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm musste sich nach einer enttäuschenden Leistung verdient mit 23:25 (11:12) geschlagen geben. Erfolgreichste Werferin bei den Flames war Alicia Soffel mit 5 Toren, für den VFL war Merle Carstensen mit 10/6 Toren beste Torschützin.

Diese Niederlage ist umso ärgerlicher, weil die Flames einen guten Start erwischten und den Gegner die ersten zwölf Minuten gut im Griff hatten und über ein 3:0 nach Toren von Sarah Dekker, Christin Kühlborn und Ines Ivancok mit 3:0 (3.) führten und auf 8:3 (12.) erhöhten, dann aber die Gäste völlig unnötig, durch eigene Fehler und Fehlwürfe, ins Spiel zurückkommen ließen.

„Ich glaube, dass wir beim 8:3 gedacht haben, das machen wir schon. Auf einmal haben wir aufgehört Handball zu spielen. Am Ende des Tages stehen wir mit leeren Händen da. Heute müssen wir sagen, verdient. Wir haben heute viele Dinge vermissen lassen, wir haben vielleicht auch Oldenburg ein bisschen unterschätzt, aber so dürfen wir einfach nicht auftreten, denn wir haben so viele technische Fehler gemacht, so viele Fehlwürfe, weil wir nicht konsequent genug waren“, resümierte eine enttäuschte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Wir sind am Anfang nicht gut hereingekommen und sind nicht griffig genug in der Abwehr gewesen, was eigentlich schon die ganze Saison über unser Prunkstück gewesen ist. Wenn das klappt, dann haben wir die Spiele auch gut bestritten. Das haben wir in diesem Spiel leider erst ab der zwölften, dreizehnten Minute geschafft. Aber aus dem Grund auch einen Riesenrespekt an die Mannschaft, wie die wieder zurückgekommen ist, gefightet haben und am Ende dann auch die Tore mehr geworfen haben. Die zwei Tore mehr sind für uns natürlich super, um auswärts dann die Punkte mitzunehmen“, war ihr Gegenüber Niels Bötel natürlich mehr als zufrieden.

Nach dem 8:3 und dem kurz davor genommenen Team-Timeout von VFL-Coach Niels Bötel kam sein Team immer besser ins Spiel, während die Flames zunehmend immer mehr den Faden verloren und sich die Fehler häuften.

Nationalspielerin Jenny Behrendt und Merle Carstensen brachten mit ihren Treffern den VFL auf 9:8 heran (18.), Christin Kühlborn erhöhte nochmals auf 10:8 (20.). Merle Carstensen, LanaTeiken und Toni-Luisa Reinemann brachten ihren VFL mit einem 3:0-Lauf erstmals beim 10:11 (24.) in Führung.

Mit einem knappen 11:12 ging es in die Kabine

Sarah Dekker und erneut Merle Carstensen für den VFL sorgten dann für den knappen 11:12 Pausenrückstand der Flames.

Leider änderte sich aus Flames-Sicht in der zweiten Halbzeit nicht viel an dem hektischen und zerfahrenen Spiel, auch wenn sie immer wieder die Oldenburger Führung ausglichen und durch Lotta Heider beim17:16 (44.) sogar erstmals wieder in Front lagen. Es sollte die letzte Führung bleiben. Jenny Behrend und Marie Steffen drehten es wieder auf 17:18 (47.), was Lisa Friedberger mit einem Treffer vom Siebenmeterpunkt noch zum 18:18 (48.) egalisierte. Dem VFL gelangen jedoch immer wieder die Anspiele an einen freistehenden Kreisläufer und der folgenden 2-Tore-Führung durch Marloes Hoitzing und Lisa-Marie Fragge zum 18:20 (50.) konnten die Flames am Ende nichts mehr entgegensetzen. Mehr, als auf ein Tor, kam man nicht mehr heran.

So konnte der VFL am Ende beim 23:25 die Punkte verdient aus Bensheim entführen.

Ich glaube, wir können alle sagen, dass es heute handballerisch kein Leckerbissen war. Wir haben ein bisschen taktisch gespielt und haben versucht das Spiel ein wenig zu verschleppen und haben nicht wie sonst, erste und zweite Welle gespielt, sondern haben das Spiel bewusst langsamer gemacht. Das ging heute auf“, sagte Niels Bötel nach dem Spiel.

Jetzt müssen wir uns sammeln und manchmal ist es ganz gut, dass alle wieder auf den Boden der Tatsachen herunterkommen, weil wir einfach noch nicht soweit sind. Aber das ist für uns heute definitiv ein Rückschlag, denn wir wollten heute gewinnen, haben es aber nach der Leistung einfach nicht verdient“, so das abschließende Fazit von Flames-Coach Heike Ahlgrimm.

Viel Zeit bleiben ihr und ihrem Team dafür nicht, die Niederlage zu verarbeiten, denn bereits am Mittwoch (17.02.2021, 19:00 Uhr) steht das Nachholspiel gegen den verlustpunktfreien und designierten zukünftigen Deutschen Meister Borussia Dortmund auf dem Programm. Gegen diese Mannschaft müssen die Flames ihr ganzes Potential abrufen, um nicht unterzugehen. Diese schmerzliche Erfahrung hatte der VFL nämlich letzte Woche machen müssen, als man mit 22:43 die höchste Saisonniederlage kassierte.

Wer aber Heike Ahlgrimm kennt, weiß, dass es ihr gelingen wird, auch in der kurzen Zeit, ihre Mannschaft entsprechend auf den Gegner vorzubereiten.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach – VfL Oldenburg 23:25 (11:12)

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Isabell Hurst 3, Leonie Kockel, Lotta Heider 3, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen, Sarah Dekker 2, Alicia Soffel 5, Lisa Friedberger 4/4, Christin Kühlborn 3, Sarah van Gulik, Ines Ivančok 3, Julia Niewiadomska, Dionne Visser.

VfL Oldenburg:
Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (5), Lana Teiken (1), Toni-Luisa Reinemann (1), Natacha Buhl (1), Marloes Hoitzing (1), Marie Steffen (1), Merle Carstensen (10/6), Jenny Behrend (4), Luisa Knippert