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Nochmal alle Kräfte mobilisieren

Jessica Kockler hängt nach diesem Spiel ihre Handballschuhe an den Nagel / Foto: ©Andrea Müller

Mit dem Nachholspiel gegen die TuS Metzingen endet für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am morgigen Dienstag (25.05.21, 19:30 Uhr, Weststadthalle) die Saison 2020/21 in der Handballball Bundesliga Frauen (HBF). Nach einem krankheits- und verletzungsbedingt sehr strapaziösen Saisonfinale sehnen alle Beteiligten die gut sechs Wochen Pause bis zum Start in die Saisonvorbereitung herbei.

Trotz der vielen Langzeitverletzten und starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch das Coronavirus schafften die Flames den angestrebten einstelligen Tabellenplatz. Durch die Heimniederlage vom direkten Verfolger Buxtehuder SV gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten (20:25) am vergangenen Wochenende ist den Flames zumindest Platz neun nicht mehr zu nehmen. Theoretisch könnten sich die Flames bis auf den 7. Platz verbessern, was einen Sieg gegen Metzingen und zwei Niederlagen von Leverkusen in den beiden Nachholspielen gegen Bietigheim voraussetzt.

Allerdings müsste dann bei den Flames mit dem ausgedünnten Kader und der kurzen Regenerationszeit nach den Spielen in Halle und Blomberg aber auch alles zusammenpassen und die Kraft  im Spiel etwas länger anhalten, denn nach der Krankheit sind viele Spielerinnen noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Metzingen strebt Platz drei an

Favorit ist auch diesmal wieder ganz eindeutig der Gegner.  „Zum Abschluss erwarten wir mit Metzingen erneut einen Hochkaräter, der noch um den internationalen Platz kämpft. Dafür benötigen sie jeden Punkt und werden entsprechend motiviert hier anreisen und fighten. Mit einem Sieg können sie sich noch auf den 3. Tabellenplatz schieben. Sie haben international erfahrene Spielerinnen im Kader und heute den Vorteil, dass sie etwas ausgeruhter sind, weil sie keine Coronaerkrankungen und kein Mittwochspiel hatten“, weiß daher auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm um die schwere Ausgangslage für ihr Team.

Die von der ehemaligen Flames-Spielerin (2001-2009) Edina Rott trainierten TUSSIES würden sich mit einem Sieg noch auf den 3. Tabellenplatz schieben. Ein durchaus realistisches Vorhaben, denn im Normalfall ist mit einer Heimniederlage von der HSG Blomberg-Lippe gegen Borussia Dortmund auszugehen. „Wir wollen natürlich noch den dritten Platz angreifen und werden alles dafür geben“, ließ Cheftrainerin Edina Rott nach dem 35:24-Heimerfolg gegen den SV Union Halle-Neustadt keinen Zweifel an der Zielsetzung der Begegnung bei den Flames. Im Spiel gegen Halle feierte Rückraumspielerin Marija Obradovic nach eineinhalb Jahren Verletzungspause ihr Comeback und erzielte dabei den letzten Treffer des Spiels.

Erfolgreichste Torschützin der TUSSIES ist die deutsche Nationalspielerin Marlene Zapf, die aktuell mit 196/32 Toren auf Platz 3 der Scorerliste der Liga steht, auf Platz 10 findet sich Linksaußen Bo van Wetering mit 145/1 Toren wieder, die somit auch erfolgreichste Feldtorschützin der TUSSIES ist. Für Bo van Wetering ist es gleichzeitig ihr letztes Spiel im pinken Trikot, verlässt sie doch Metzingen nach dieser Saison in Richtung Dänemark.

Die Flames boten am Samstag in Blomberg eine tolle kämpferische Leistung und mussten sich erst in den Schlussminuten dem Favoriten mit 23:21 geschlagen geben. Dieses Spiel dürfte allerdings zusätzlich viel Kraft gekostet haben und die Zeit zur Erholung war knapp.

„Wir werden nochmal alles geben. Eine Verbesserung in der Tabelle ist natürlich ein zusätzlicher Anreiz. Allerdings blieb uns seit Samstag wenig Zeit zum Regenerieren“, schätzt Heike Ahlgrimm die Situation durchaus realistisch ein und von ihren Stammspielerinnen hat sie jetzt noch eine weniger. Nach den Langzeitverletzten Isabell Hurst, Alicia Soffel, Lotta Heider und Torhüterin Helen van Beurden muss sie seit dem Wochenende auch auf Sarah Dekker verzichten, die seit Freitag unter Kniebeschwerden leidet und als Vorsichtsmaßnahme auch gegen Metzingen nur auf der Tribüne Platz nimmt.

Ergänzt wird der Kader daher auch diesmal  wieder von den Talenten der Junior-Flames Annika Schmitz, Nina Rädge, Rugile Bartaseviciute, Neele Mara Orth und Torfrau Josefin Lotze.

Abschied von drei Spielerinnen

Wie immer beim letzten Heimspiel einer Saison werden am Ende sicher ein paar Tränen fließen, denn es heißt sowohl für Simone Spur Petersen und Julia Niewiadomska (Beide zu Halle-Neustadt) als auch für Torhüterin Jessica Kockler (Karriereende)  Abschied nehmen.

Die 31-jährige Torfrau und Kapitänin Jessica Kockler wechselte im Jahr 2017 vom Zweitligisten DJK/MJC Trier nach Bensheim und glänzt in ihrer letzten Saison nochmal mit tollen Paraden zwischen den Pfosten. Jetzt beendet sie ihre Karriere und verlässt die Bergstraße Richtung Heimat.

Verletzungsbedingt keine einfache Zeit hatte die 27-jährige Dänin Simone Spur Petersen, die aufgrund eines Kreuzbandrisses erst nach 20 Monaten Reha-Pause im November 2020 wieder ihr Comeback geben konnte. Die Rückraumspielerin kam 2018 vom Ligakonkurrenten VfL Oldenburg und sucht nun nach drei Jahren beim SV Union Halle-Neustadt eine neue Herausforderung.

Mehr Spielanteile erhofft sich dort auch die talentierte Rückraumspielerin Julia Niewiadomska, die auf ihrer Position Rückraum-Mitte mit Sarah van Gulik und Lisa Friedberger zwei erfahrene und gestandene Spielerinnen vor sich hatte. Die 19-jährige Polin gehört seit dieser Saison zum Bundesligakader, ist seit drei Jahren in der Flames Handballakademie und schaffte in dieser Zeit den Sprung in die polnische Nationalmannschaft.

Verabschiedung live auf Sportdeutschland.TV

„Eine gebührende Verabschiedung vor großer Zuschauerkulisse in der Weststadthalle ist natürlich aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Aber wir dürfen die Live-Übertragung bei Sportdeutschland.TV verlängern, um unsere verdienten Spielerinnen zumindest online würdigen zu können und die Fans bei der Verabschiedung teilhaben zu lassen“, erklärte Heike Ahlgrimm,