Nach dem fast sicheren Klassenerhalt ohne Druck nach Metzingen

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Nach dem fast sicheren Klassenerhalt ohne Druck nach Metzingen

Die Abwehr war der Grundstein der Erfolge - eine konsequente Abwehrarbeit spielt daher auch wieder eine wichtige Rolle in Metzingen / Bildrechte: ©Andrea Müller

Es sind noch vier Spieltage in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) zu absolvieren. Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach sind es noch zwei Auswärtsspiele und zwei Heimspiele. Dabei arbeiten sie sich derzeit in der Tabelle Schritt für Schritt nach vorne und dies gleich im doppelten Sinne. Durch den vor allem in der Höhe überraschend deutlichen 30:20 Sieg gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen rückten sie vom 11. auf den 10. Tabellenplatz vor. Und während es letzte Woche gegen den Tabellenvierten ging, so müssen sie am Samstag zum Tabellendritten, der TuS Metzingen (Anpfiff 20.00 Uhr, Öschhalle).

Die TusSies sind souveräner Tabellendritter mit 36:8 Punkten. Am Wochenende konnten sie sich durch den 32:22 Sieg über den TV Nellingen bereits vorzeitig das Ticket für den EHF-Cup buchen, denn dieser 3. Tabellenplatz ist den TusSies nicht mehr zu nehmen. Vier Spiele stehen in der Bundesliga noch aus und die TuS Metzingen hat neun Punkte Vorsprung auf den viertplatzierten Buxtehuder SV.

Metzingen stellt den besten Angriff der Liga

Damit sind die TusSies die einzige Mannschaft, die diese Saison den beiden Führenden SG BBM Bietigheim und Thüringer HC noch etwas Paroli bieten konnte. Sie haben mit 706:524 Toren und dem damit verbundenen Plus von 182 die beste Tordifferenz der Liga und keine Mannschaft hat bisher so viele Tore geworfen, wie die TusSies. Dies bekamen auch die Flames im Hinspiel zu spüren. Die 21:34 Heimniederlage zwischen den Jahren in der ausverkauften Weststadthalle war gleichzeitig die höchste Saisonniederlage der Flames.

Großen Anteil an der starken Leistung der TusSies hat dabei auch der neue Mann auf der Kommandobrücke. Nach 16 Jahren bei der HSG Blomberg-Lippe heuerte André Fuhr in Metzingen an und hat mit seiner Mannschaft für diese Saison noch einen Saisonhöhepunkt vor sich, auf den sie hinarbeiten: das Final Four im DHB-Pokal am 25./26.05.2019 in Stuttgart. Dort treffen die TusSies im Halbfinale auf den Deutschen Meister Thüringer HC. Zwei Wochen vorher gibt es dieses Duell als Generalprobe bereits in der Liga.

Das Hinspiel konnte der THC gewinnen, Bietigheim konnte ich zweimal gegen die TusSies durchsetzten und die vierte Niederlage gab es überraschend am 31.03.2019 in Leverkusen. Bei der 26:22 Niederlage stand Fuhr allerdings nur ein Rumpfteam zur Verfügung, da auch Metzingen mit einer Verletztenmisere zu kämpfen hatte.

Lazarett bei Metzingen hat sich etwas entspannt

Diese hat sich jetzt etwas entspannt. So sind seit dieser Woche Katharina Beddies und Dorina Korsos wieder im Training. Beim Final Four soll auch die derzeit verletzte Nationalspielerin Maren Weigel wieder fit sein, ebenso Nationaltorhüterin Isabell Roch, die mit Hüftproblemen zu kämpfen hat. Roch, die gegen Nellingen geschont wurde, ist auf jeden Fall gegen die Flames dabei, wird aber eventuell noch nicht eingesetzt. Dies gab André Fuhr am Donnerstag auf der Pressekonferenz bekannt: „Ziel ist es, dass Isa beim Final Four in Topform ist“, so der Coach. Mit Madita Kohorst die ihre schwere Knieverletzung überwunden hat, steht ihm aber eine starke Alternative zur Verfügung, die bei ihren bisherigen Einsätzen zu überzeugen wusste.

Von daher lässt sich auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm überraschen, mit welchem Team die TusSies auflaufen werden. “Ich bin gespannt wer aufläuft. In den letzten Wochen hatten sie relativ wenige Leute. Sie gehen hier aber auch kein Risiko ein und das hat auch damit zu tun, dass sie es international geschafft haben. Das war das große Ziel. Den dritten Platz kann ihnen keiner mehr wegnehmen und jetzt zählt für sie nur noch Final4. Sie werden alles dafür tun, die Leute dafür fit zu machen“, so Ahlgrimm.

Aber egal, wen Fuhr aufstellt und einsetzt – die TusSies sind der haushohe Favorit und nehmen die Flames, trotz des hohen Hinspielsieges, sehr ernst. „Sie haben in den letzten sechs Spielen 9:3 Punkte geholt und nur gegen Bietigheim verloren. Sie sind extrem gut zusammengerückt, nachdem es doch Anfang des Jahres etwas geholpert hat und sie auch ein bisschen in Abstiegsgefahr geraten sind. Jetzt spielen sie einen überzeugenden Ball, sie spielen sehr schnell und haben sehr quirlige Leute im Rückraum. Sie spielen sehr gut über den Kreis und sind sehr aggressiv und beweglich vor der Abwehr. Also da müssen wir wirklich auf der Hut sein”, warnt daher Fuhr auf der Pressekonferenz davor, die Flames nicht zu unterschätzen.

Und dafür wird Fuhr auf jeden Fall sorgen. Auch wenn das Final Four der Saisonhöhepunkt ist, so hat der ehrgeizige Trainer noch ein weiteres Ziel. “Die Gefahr von Sommerhandball ist nicht gegeben. Die beste Erstliga-Bilanz von Metzingen waren bisher 11 Minuspunkte und wir haben die Chance dieses Ergebnis noch zu toppen. Wir haben bisher 8 Minuspunkte bei noch ausstehenden vier Spielen und das ist ein lohnenswertes Ziel”, nennt der Coach einen Motivationsgrund für den Rest der Saison.

Trotzdem können die Flames entspannt nach Metzingen fahren und müssen sich nicht verstecken. Immerhin sind sie seit vier Spielen ungeschlagen, der Klassenerhalt ist eigentlich sicher und so werden sie erneut den Kampf “David gegen Goliath” annehmen.

„Das ist wieder David gegen Goliath. Aber wir haben dort nichts zu verlieren und können befreit aufspielen. Da spielt der Dritte gegen den Viertletzten. Wir haben in den letzten Wochen unsere Hausaufgaben gemacht, wir haben Pünktchen und Zusatzpunkte gesammelt. Daher können wir auch irgendwie mit Spaß hinfahren. Wir haben Selbstvertrauen und sind gut drauf. Natürlich werden wir es ihnen schwer machen, aber wir wissen auch, dass sie zu Hause absoluter Favorit sind“, erklärt Ahlgrimm die Ausgangslage der Begegnung.

Nach den tollen Spielen der letzten Wochen mit dem kleinen Kader und dem Erreichen des Klassenerhaltes kann es daher auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm etwas gelassener sehen: “Wir werden dort hinfahren, 60 Minuten Gas geben und dann schauen wir mal, was dabei herauskommt. Ganz entspannt, mit Spaß und ohne Druck“.