Mit einer 25:23-Niederlage in die EM-Pause

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Mit einer 25:23-Niederlage in die EM-Pause

Helen van Beurden konnte mit ihren Paraden die Niederlage der Flames auch nicht verhindern / Foto: ©Andrea Müller

Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach geht es mit einer Niederlage in die fünfwöchige EM-Pause der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Mit 25:23 (11:11) musste das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm eine am Ende verdiente, aber unnötige, Niederlage bei der Neckarsulmer Sport-Union hinnehmen. Zu viele Fehler und teilweise überhastete Abschlüsse machten den entscheidenden kleinen Unterschied zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aus. Beste Torschützinnen  waren Lisa Friedberger mit 5/4 Toren und Sarah van Gulik mit vier Toren bei den Flames sowie bei der NSU die ehemalige Flamme Carmen Moser mit 8/1 Treffern.

„Natürlich sind wir enttäuscht. Wir haben uns vorgenommen heute nochmal zwei Punkte zu holen, aber dafür haben bei uns heute viele Dinge einfach nicht gepasst. Das müssen wir dann auch anerkennen, dass das Momentum auf der Seite von Neckarsulm war. Die haben vieles richtig gemacht. Wir haben zu viel verworfen, wir hatten 13 Fehlwürfe und viele technische Fehler.  Im Moment tut die Niederlage sehr, sehr weh, weil wir die Punkte gerne gehabt hätten. Ich will jetzt aber nicht alles hinterfragen. Wir haben bisher einen gute erste Saison gespielt und hätten uns jetzt noch mal mit weiteren Punkten belohnen können. Aber wir haben ein positives Punktekonto, das hatten wir in den letzten Jahren nicht. Von daher müssen wir das jetzt ansprechen, abhaken und es geht weiter“, bilanzierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Beiden Mannschaften gingen mit gehörigem gegenseitigem Respekt in die Begegnung. Bei den Flames waren alle Spielerinnen wieder dabei, Neckarsulm musste auf seine Topscorerin Irene Espinola Perez verzichten, die wegen einer Blockierung der Halswirbelsäule ausgefallen ist. Es war das im Vorfeld erwartet Spiel auf Augenhöher zweier fast punktgleicher Mannschaften (NSU 13:5 Punkte – Flames 10:6 Punkte).

Die ersten zwei Treffer des Spiels zum 0:2 (3. Minute) blieben Lisa Friedberger vorbehalten. Dann drehte Neckarsulm auf und ging bis zur 12. Minute mit 6:3 in Führung und zwangen Flames-Coach Heike Ahlgrimm zum ersten Team-Timeout.

Chantal Wick erhöhte per Siebenmeter auf 7:3 (14.) und zur ersten Vier-Tore-Führung für Neckarsulm, ebenso beim 8:4. Lisa Friedberger per Strafwurf und Sarah Dekker brachten die Flames wieder auf 8:6 heran (23.), auch weil die wieder stark haltende Helen van Beurden im Flames-Tor schlimmeres verhinderte und in dieser Phase nicht nur zwei Siebenmeter von Chantal Wick und Nathalie Hendrikse parierte.

Ausgeglichener Halbzeitstand

Lynn Knippenborg konnte wieder auf drei Tore erhöhen, zum 9:6. Die kurz danach genommene Auszeit von NSU-Coach Tanja Logvin nutzte Flames-Coach Heike Ahlgrimm, um ihrem Team wieder neue Impulse zu geben. Dies setzte ihre Mannschaft erfolgreich um. Zweimal Alicia Soffel und dazwischen ein Treffer von Sarah van Gulik brachten das 9:9 und erstmals wieder den Ausgleich (28.). Mit einem gerechten 11:11 Unentschieden ging es anschließend in die Kabine.

Der zweite Abschnitt begann, wie der Erste – mit einem Tor von Lisa Friedberger zum 11:12 (32.) und der ersten Flames-Führung seit dem 0:2. Es sollte aber gleichzeitig auch die letzte Führung sein.

Neckarsulm setzt sich ab – Flames bleibe aber dran

Neckarsulm drehte das 11:12 durch einen Drei-Tore-Lauf in eine 14:12-Führung, die im Nachhinein schon eine kleine Vorentscheidung war.

Das Spiel blieb aber weiterhin spannend. Neckarsulm baute den Vorsprung über 16:13 und 17:14 (38.) auf einen Drei-Tore-Vorsprung aus, konnte die Flames aber nicht abschütteln. Gestützt auf starken Paraden von Torhüterin Helen van Beurden, brachten drei Treffer von Ines Ivancok, Sarah van Gulik und Lotta Heider den 17:17-Ausgleich (41.).

NSU-Coach Tanja Logvin reagierte umgehend mit einer Auszeit. Lisa Friedberger erhielt kurz danach eine Zeitstrafe und Neckarsulm nutzte die Überzahl um wieder mit zwei Toren durch Jill Kooij und Selina Kalmbach mit 19:17 (43.) abzusetzen. Sarah van Gulik und Ines Ivancok glichen jedoch erneut zum 19:19 (47.) aus.

Sieben torlose Minuten bringen die Entscheidung

Carmen Moser brachte die Gastgeber wieder mit 20:19 (47.) in Front und legte den Grundstein für die spielendscheidende Phase, denn den Flames gelingt, auch in Überzahl, sieben Minuten kein einziger Treffer. Stattdessen erhöhen Selina Kalmbach und Jill Kooij auf 22:19 (53.) für die NSU. Sarah Dekker verkürzt erneut auf zwei Tore zum 22:20 (54.). Lisa Friedberger hat kurz darauf die Chance zum Anschlusstreffer, doch die immer stärker werdenden Sarah Wachter im NSU-Tor pariert den Siebenmeter (55.). Lynn Knippenborg trifft im Gegenzug zum 23:20.

Simone Spur Petersen verkürzte noch einmal auf zwei Tore zum 23:21(57.), doch zwei Minuten später hatte sich Neckarsulm auf 25:21 abgesetzt und den Sieg in der Tasche. Die Flames konnte durch Simone Spur Petersen und Isabell Hurst nur noch Ergebniskosmetik zum 25:23- Endstand betreiben.

Nach der Niederlage belegen die Flames nun mit 10:8 Punkten den 7. Tabellenplatz. Aber man muss auch sehen, dass die Flames seit dem Aufstieg 2017 erstmals ein positives Punktekonto zum diesem Zeitpunkt der Saison haben und darauf lässt sich für den Rest der Saison aufbauen.

„Wir sind mit 8:0 Punkten gut gestartet und schauen schon so auf die Plätze sieben oder acht. Wir waren letzte Saison auf Platz 8 und stehen aktuell auf Platz 7acht. Das ist in Ordnung. Aber so Punkte, wie heute, die hätte man gerne. Wir wussten aber, dass es ein ganz anderes Spiel wird, weil Neckarsulm eine ganz andere Mannschaft hat. Sie haben durch den Trainerwechsel viel dazu gewonnen. Sie waren in den letzten Jahren schon stark besetzt, konnten es nur nicht abrufen. Jetzt rufen sie es endlich ab und wenn man mit so einem positiven Gefühl, wie Neckarsulm, ins Spiel gehen kann, dann trifft man in ein oder zwei Situationen vielleicht eine bessere Entscheidung, wie wenn man das nicht hat. Doch die Runde ist noch lang, es ist noch nicht einmal die erste Hälfte gespielt und uns fehlt auch noch ein Spiel. Wir werden weiter arbeiten und haben noch viel Arbeit vor uns. Aber ich bin optimistisch und bin im Endeffekt sehr froh über meine Mannschaft und gehe mit meinen Mädels mit. Heute haben wir gemeinsam verloren, beim nächsten Mal gewinnen wir wieder gemeinsam“, blickt Heike Ahlgrimm bereits wieder optimistisch in die nächsten Wochen.

Spielpause bis 27. Dezember

Die Flames haben jetzt erstmal eine Woche komplett frei, haben aber von Heike Ahlgrimm einen Trainingsplan erhalten. Die Liga pausiert nun insgesamt fünf Wochen  aufgrund der vom 3. bis 20. Dezember in Dänemark stattfindenden Europameisterschaft. Das nächste Bundesligaspiel ist dann nach Weihnachten, am Sonntag, den 27.12.20. Um 16:00 Uhr empfangen die Flames in der Weststadthalle den Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt.

„Ich glaube, die Pause kommt zur rechten Zeit. Wir haben jetzt genügend Zeit bis zum 27.12., also fast fünf Wochen, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten und dafür werden wir alles tun“, verspricht Heike Ahlgrimm und wer ihre Arbeit die letzten Jahre verfolgt hat, hat auch keine Zweifel daran. Es wird ihr gelingen, das Team aus der kleinen Talsohle herauszubekommen und wieder neu gestärkt anzugreifen.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabelle Hurst (2), Lotta Heider (1), Leonie Kockel, Elisa Stuttfeld (1), Simone Spur Petersen (2), Sarah Dekker (2), Alica Soffel (3), Lisa Friedberger (5/4), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (4), Ines Ivancok (3), Julia Niewiadomska und Dionne Visser.