Mit einem positiven Gefühl in die WM-Pause – Flames gelingt souveräner 25:34 Auswärtserfolg in Leverkusen

Flames wollen mit einem positiven Gefühl in die WM-Pause
19. November 2021
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Mit einem positiven Gefühl in die WM-Pause – Flames gelingt souveräner 25:34 Auswärtserfolg in Leverkusen

Grund zum Jubel hatten die Flames - erstmals gelang ein Auswärtssieg in Leverkusen und dann noch so deutlich / Foto: ©Andrea Müller

Mit einem überraschend deutlichen 25:34 Auswärtserfolg bei den Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen holten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nach einer eindrucksvollen Leistung erstmals überhaupt einen Sieg in Leverkusen und gehen mit einem positiven Gefühl und Erfolgserlebnis in die rund fünfwöchige Spielpause in der Handballbundesliga der Frauen (HBF). Erfolgreichste Werferin der Flames war Sarah Dekker mit 8 Toren, bei den Werkselfen Ex-Nationalspielerin Svenja Huber mit 5 Toren.

Vor der WM-Pause wollten die Teams von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm (Platz 9) und vom ehemaligen Flames-Co-Trainer Martin Schwarzwald (Platz 10) mit einem Sieg sich wieder mehr im Mittelfeld anreihen und ein sich beruhigendes Polster zur Abstiegszone verschaffen. Nach dem Schlusspfiff Riesenjubel bei den Flames und ihrer Trainerin, die am Ende den Gegner mit dem 25:34 Auswärtssieg deklassierten. Die Flames bleiben mit 7:9 Punkten auf Platz 9 und haben jetzt drei Punkte Abstand zum zehnten. Leverkusen rutschte auf den 11. Platz und ist endgültig mit nur vier Pluspunkten im Abstiegskampf angekommen.

„Ich bin natürlich total glücklich und happy, dass wir heute gewonnen haben. Das war der erste Sieg, den wir hier in Leverkusen je errungen haben und ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird. Ich wusste, dass es eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe ist, aber ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, wir haben wahnsinnig gekämpft und viel Leidenschaft in dieses Spiel gestellt, gerade in der Abwehr. Wir kriegen nur 25 Tore und egal, was wir gemacht und wen wir eingesetzt haben, jeder hat seinen Teil dazu beigetragen“, freute sich Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Flames setzen sich bis zur Pause ab

Das Duell der Tabellennachbarn begann ziemlich ausgeglichen und die Führungen wechselten bis zum 5:5 (11. Minute) immer wieder und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Durch den Treffer von Myrthe Schoenaker gelang den Flames erstmals beim 5:7 (15.) eine Zwei-Tore-Führung. Und die Flames fanden immer besser ins Spiel. Zudem entschärfte die ehemalige Leverkusenerin, Torfrau Vanessa Fehr, mehrmals einen „Unhaltbaren“. Großer Jubel als erneut Myrthe Schoenaker in der 25. Minute aus dem Rückraum beim 10:15 einen Fünf-Tore-Vorsprung herausschoss.  In der Schlussphase der ersten Hälfte schien es als käme Leverkusen wieder zurück, verkürzte wieder auf 13:16 (30.). Doch die Flames blieben eiskalt und setzten in den letzten 30 Sekunden der ersten Halbzeit durch Myrthe Schoenaker und Sarah van Gulik mit einem schnellen Konter zum 13:18 noch zwei Treffer und gingen mit einer 5-Tore-Pausenführung in die Kabine.

„Die Gründe für die Niederlage sehe ich in der ersten Halbzeit. Nach ordentlichem Beginn lassen wir da einiges liegen. Besonders ärgerlich waren die letzten zwei Gegentore vor der Pause“, haderte Elfen-Trainer Martin Schwarzwald mit seinem Team.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten dann zunächst auch die Werkselfen. Mareike Thomaier und Svenja Huber verkürzten zunächst auf 15:18 (32.).

Doch Sarah Dekker und zweimal Lisa Friedberger, die dazwischen sogar noch einen ihrer fünf ansonsten sicher verwandelten Siebenmeter verwarf, stellten nicht nur den alten Abstand her, sondern erhöhten sogar auf einen 6-Tore-Unterschied zum 15:21 (37.).

Beim Stande von 18:22 (38.) erhielt Isabell Hurst, die an dem Foul aber nicht beteiligt war, eine Zeitstrafe, die allerdings Folgen hatte. Da es die dritte Zeitstrafe war, war dies zugleich die Disqualifikation und Isabell Hurst musste sich den Rest des Spieles auf der Tribüne ansehen.

Svenja Huber verkürzte zweimal wieder auf drei Tore zum 19:22 und 20:23, doch beide Male konterte Ines Ivancok mit einem Treffer zum 19:23 und 20:24 (43.).

Die Werkselfen kamen noch einmal auf drei Tore beim 22:25 (44.) durch Viola Leuchter heran. Doch die Flames ließen sich davon nicht beeindrucken und hatten mit Helen van Beurden, die inzwischen im Kasten stand, einen sicheren Rückhalt. Überhaupt waren die beiden Torfrauen der Flames ein weiterer Pluspunkt in diesem Spiel. Aufgebaut auf ihrer guten Abwehrleistung erhöhten die Flames in den letzten 10 Minuten Tor um Tor den Vorsprung. Am Ende war es dann der 9-Tore-Vorsprung beim 25:34 und der umjubelte erste Sieg in Leverkusen.

„In der zweiten Halbzeit waren wir dann zwar einige Male wieder in Tuchfühlung, doch Bensheim hatte dann immer wieder eine Antwort. Dass es am Ende so deutlich wird, da mache ich meinem Team keinen Vorwurf. Da haben wir viel probiert, aber leider ohne Erfolg“, so Bayer-Trainer Martin Schwarzwald bei der Pressekonferenz nach dem Spiel.

„Das es am Ende dann so deutlich war hat natürlich auch damit zu tun, dass wir Leverkusen den Zahn gezogen haben, weil Leverkusen ja schon immer wieder dran war. Mal waren es zwei, dann drei Tore, aber wir haben es immer wieder geschafft sie weiter wegzuhalten und das war am Ende der Schlüssel. Wenn du nur noch 10 Minuten hast und ein schnelles Tor brauchst, dann triffst du auch mal Fehlentscheidungen im Angriff. Das ist noch ein junges Team, das ist normal. Wir waren dann am Ende die letzten zehn Minuten ein bisschen cleverer. Dafür habe ich dann auch die gestandenen Spielerinnen gehabt, die es entscheiden. Von daher geht der Sieg in Ordnung. Ich bin einfach nur happy. Das bedeutet mir sehr viel“, freute sich eine glücklich Heike Ahlgrimm an ihrer früheren Wirkungsstätte als Spielerin und Trainerin.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst (2 Tore), Myrthe Schoenaker (3), Elisa Stuttfeld (4), Jana Haas, Sarah Dekker (8), Lisa Friedberger (7/4), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (4), Ines Ivancok (5),  Neele Mara Orth und Dionne Visser (1).