Metzingen war am Mittwoch eine Nummer zu groß

Englische Woche für die Flames – Am Mittwoch beim Tabellendritten in Metzingen
20. Januar 2021
Spielertrikot Saison 2020/2021 über den Fanshop bestellen
22. Januar 2021
alle anzeigen

Metzingen war am Mittwoch eine Nummer zu groß

Helen van Beurden verhinderte eine noch höhere Niederlage in Metzingen / Foto: ©Andrea Müller

Eigentlich wollten sie den Favoriten ärgern und vielleicht auch etwas überraschen. Mit diesem Ziel sind die Flames der HSG Bensheim/Auerbach beim Tabellendritten TuS Metzingen am Mittwochabend angetreten. Dieses Vorhaben gelang ihnen jedoch nur eine gute Viertelstunde. Am Ende wurde es eine deutliche 35:25 (17:12)-Niederlage bei den TuSsies, die den zehnten Saisonsieg in Folge feierten und ihren dritten Tabellenplatz in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) festigten. Erfolgreichste Torschützen bei den Flames waren Sarah Dekker und Alicia Soffel mit jeweils 5 Toren, bei den TuSsies war Nationalspielerin Marlene Zapf mit 8/4 Toren am erfolgreichsten.

Die Flames erwischten einen guten Start und haben das umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatten. Den 1:0-Auftakt von Nationalspielerin Maren Weigel beantwortete Sarah Dekker mit einem Doppelpack zum 1:2 (2.Minute). Es entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Nach 15 Minuten lagen die Flames mit 7:8 in Führung und hatten dabei sogar noch einen Siebenmeter liegen lassen.

Dann erfolgte ein unerklärlicher Einbruch bei den Flames und es häuften sich die Fehlwürfe und technischen Fehler. Knapp vier Minuten später führte Metzingen mit 11:8 (19.) und Flames-Coach Heike Ahlgrimm nahm ihr erstes Team-Timeout.

Die nächsten beiden Treffer erzielten aber wieder die TuSsies durch Bo van Wetering und Katarina Pandza zum 13:8 (23.). Dionne Visser stoppte dann nach acht torlosen Flames-Minuten den 6:0-Lauf der TuSsies und verkürzte auf 13:9 (23.). Zwei verwandelte Siebenmeter von Nationalspielerin Marlene Zapf zum 15:9 (24.) waren dann aber bereits eine kleine Vorentscheidung für Metzingen. Mit einem 17:12 und einem 5-Tore-Vorsprung ging das Team der ehemaligen Flames-Spielerin Edina Rott in die Halbzeitpause.

„Wir haben nach einer Viertelstunde mit 7:8 geführt und sind dann zusammengebrochen. Wenn ich in der zweiten Viertelstunde nur noch 4 Tore mache, dann kann ich auch das Spiel nicht gewinnen“, resümierte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Schlechter Start in die zweite Halbzeit

Ihre Mannschaft erwischte in den zweiten Abschnitt keinen guten Start und musste die Hoffnung, das Spiel noch zu wenden, bereits nach wenigen Minuten begraben. Nach knapp vier Minuten führte Metzingen durch einen 4:0-Lauf bereits mit 21:12 und Heike Ahlgrimm musste ihr nächstes Team-Timeout nehmen. Sarah Dekker verkürzte auf 21:13 (37.). Näher kamen die Flames aber nicht mehr heran. Beim 28:17 durch Marlene Zapf (47.) hatten die TuSsies ihren Vorsprung sogar auf 11 Tore Vorsprung geschraubt, da die Flames-Deckung immer noch keinen richtigen Zugriff bekam und sich sogar noch bei Torhüterin Helen van Beurden bedanken konnte, dass der Abstand nicht noch größer wurde. Auch im Angriff scheiterten sie an technischen Fehlern, Fehlwürfen oder an Nicole Roth im Tor von Metzingen.

So wurde es am Ende ein ungefährdeter und in dieser Höhe auch verdienter 35:25-Erfolg von Metzingen.

„In der Abwehr haben wir heute überhaupt keinen Zugriff gekriegt. Wir bekommen 35 Tore, weil wir Abwehr ohne Anfassen machen. Wir sind schlecht zurückgelaufen, wir lassen Metzingen durchlaufen, wie nix. Dabei führen wir in der 15. Minute 7:8. Doch dann machen wir in den nächsten 15 Minuten nur noch 4 Tore. Ich habe heute alles probiert und quer durchgewechselt. Aber heute hat keiner seine Leistung abgerufen, das muss man auch mal sagen und das ist bitter. Helen hat im Tor sogar noch gut gehalten, sonst verlieren wir noch viel höher. Sie hat das weggenommen, was sie konnte. Aber meistens standen die Gegenspieler frei vor ihr, weil kein Abwehrspieler dran war.  Das war egal, ob wir uns ausspielen haben lassen oder nicht zugeschoben haben. So kannst Du keine Spiele gewinnen und erst recht nicht in Metzingen. Es tut heute natürlich weh. Wir hatten von Anfang an gesagt, dass Metzingen heute Favorit ist, das ist auch okay. Es ist auch okay, dass man in Metzingen verliert, aber zehn Tore, da bin ich ehrlich, das ist mir einfach zu hoch. Wir müssen das abhaken, weil wir hier keine Punkte eingeplant haben. Am Samstag brauchen wir die zwei Punkte. Von daher werden wir das morgen nochmal ansprechen und es uns anschauen und dann geht es weiter“, analysierte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Für die Flames bleibt dazu nicht viel Zeit, denn am Samstag ist das Ende der englischen Woche mit dem Derby gegen Mainz und diese soll dann mit einem doppelten Punktgewinn abgeschlossen werden.

„Am Samstag müssen wir uns halt dann gegen Mainz wieder die zwei Punkte holen und natürlich auch ein bisschen Selbstvertrauen, dass man nicht so weit weg ist, wie der Spielstand heute am Ende war. Aber das macht jetzt natürlich auch was mit dem Kopf und deshalb müssen wir uns wieder Selbstvertrauen holen“, gibt Flames-Coach Heike Ahlgrimm auch gleich einen Ausblick auf das Spiel am Wochenende.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst 2, Elisa Stuttfeld 2, Simone Spur Petersen 1, Sarah Dekker 5, Alicia Soffel 5, Lisa Friedberger 2/1, Christin Kühlborn 1, Sarah van Gulik 1, Ines Ivančok 1, Julia Niewiadomska 3/2, Dionne Visser 2.