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Metzingen diesmal in allen Belangen überlegen

Nur selten konnten sich die Flames-Spielerinnen, wie hier Merel Freriks, gegen die kompakte Abwehr von Metzingen durchsetzen / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Nichts zu holen gab es für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach bei den  TusSies der TuS Metzingen. Vor 1050 Zuschauern in der ausverkauften Öschhalle setzte sich der Gastgeber bei sommerlichen Temperaturen mit 33:20 (15:11) durch. Die erfolgreichsten Torschützen waren Marlene Zapf (6/1 Tore) und Maren Weigel (5) für Metzingen sowie Anja Ernsberger und Caroline Thomas (je 4) bei den Flames.

Sie sind ohne Druck nach Metzingen gefahren und hätten befreit aufspielen können, denn der Gegner stand nach den letzten Ergebnissen mit dem Rücken zur Wand. Um nächste Saison international zu spielen, müssen die TusSies der TuS Metzingen den DHB-Pokal gewinnen oder unter die ersten vier in der Liga kommen. Ein Sieg gegen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach war also Pflicht – erst Recht nach der überraschenden Niederlage im Hinspiel am 06.01.2018 in Bensheim, als die Flames ihren ersten Saisonsieg feierten und für eine Riesenüberraschung sorgten.

Dass es nicht zu einer erneuten Überraschung reichen sollte und es stattdessen die zweithöchste Saisonniederlage für die Flames wurde, lag daran, dass Metzingen hochmotiviert und souverän auftrat und es den Flames nicht gelang ihre Tugenden nur annähernd abzurufen. So wurde es am Ende ein rabenschwarzer Tag.

Bereits nach drei Minuten führten die Gastgeber 4:0 und waren nach knapp sieben Minuten mit 7:3 in Front. Das war Grund genug für die Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm das erste Team-Timeout zu ziehen und die Abwehr umzustellen. Nach elf Minuten stand es 10:4 für die TusSies, doch durch einen 4-Tore-Lauf konnten die Flames auf 10:8 (18.) verkürzen. Auch beim 11:9 (21.) für die TusSies waren sie noch dran und selbst zum Seitenwechsel beim 15:11 musste man die Hoffnung noch nicht aufgeben, denn die Flames haben es diese Saison schon mehrfach bewiesen, dass sie solche Rückstände noch aufholen können.

Nach 40 Minuten war die letzte Gegenwehr gebrochen

Rafika Ettaqi verkürzte nach der Pause auf 15:12 (31.) und beim 17:14 (40.) waren die Flames erneut bis auf 3 Tore dran, doch das war das letzte Aufflackern. Die TusSies erhöhten jetzt das Tempo und waren spielerisch und  kämpferisch das klar bessere Team. Die Flames-Abwehr wusste kaum noch was entgegen zu setzen, ließ Kampf und Gegenwehr vermissen und im Angriff häuften sich die technischen Fehler oder man scheiterte an der stark haltenden Jasmina Jankovic. Nach dem 22:15 (46.) durch Stina Karlsson legte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die grüne Karte und versuchte durch neue Spielerinnen das drohende Unheil abzuwenden, was jedoch keine Verbesserung brachte, da diese sich nahtlos einfügten und keine neuen Impulse brachten. Das 26:16 (50.) durch Marlene Zapf war die erste 10-Tore-Führung der TusSies und es folgte das nächste Team-Timeout der Flames.

Die TusSies ließen sich davon nicht beirren und zwangen den Flames immer mehr ihr Spiel auf und distanzierten ihren Gegner dadurch weiter. Das 33:20 durch Annika Ingenpaß war der Schlusspunkt in einem Spiel, das die Flames möglichst schnell abhaken sollten, denn die Aufgabe nächste Woche beim heimstarken Tabellendritten Buxtehuder SV wird nicht leichter und dort sind die eigentlichen Flames-Tugenden wie Kampf und Einsatz von daher mehr denn je gefragt.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames): Glückwunsch an Metzingen zum absolut verdienten Sieg, auch in dieser Höhe. Ich muss mich heute eigentlich entschuldigen für unsere Leistung. Wir haben nichts umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben 3-2-1 angefangen, das haben sie diese Woche richtig gut trainiert, aber heute überhaupt nicht funktioniert. Das hat Metzingen richtig gut gemacht und wir haben relativ schnell wieder umgestellt. Haben uns dann in der Halbzeit eigentlich viel vorgenommen, weil es nur 4 Tore waren. Was dann in der 2. Halbzeit passiert ist, das darf uns einfach nicht passieren. Wir sind alles schuldig geblieben, was wir uns in den letzten Wochen  aufgebaut haben. Wir haben heute keinen Kampf gezeigt, haben wirklich wahnsinnig viele Fehler gemacht und Metzingen zu einfachen Toren eingeladen. Von daher auch der 13 Tore Unterschied. Wir haben uns einfach aufgegeben. Das ist das, was ich meiner Mannschaft gerade angekreidet habe. Man kann in Metzingen verlieren, weil Metzingen einfach besser ist, als wir. Das sieht man auch in der Tabelle und von den Spielern her. Man kann verlieren, aber die Art und Weise stinkt mir gewaltig und das habe ich auch so gesagt. Bei uns ist einfach so ein bisschen die Luft raus. Der Klassenerhalt ist geschafft, jetzt macht man immer einen Schritt weniger und das war heute so, wir haben immer einen Schritt weniger gemacht, man will sich dann nicht wehtun.  Man weiß, man ist nächstes Jahr wieder da und darüber sind wir froh. Das haben wir uns in den anderen Spielen erarbeitet und ich will jetzt auch nicht alles schlecht machen. Heute müssen wir in den Spiegel schauen, heute war es eine Katastrophe. Aber wir haben in der Saison viele Spiele gut gemacht, viele Spiele waren knapp. Wir müssen das besprechen  und analysieren. Wir haben noch zwei Spiele, die wichtig sind, weil wir die Saison mit einem positiven Gefühl beenden wollen. Dafür werden wir jetzt alles tun

Edina Rott (TuS Metzingen): Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen, obwohl wir uns diese Woche eher gegen eine 6:0 Abwehr vorbereitet haben. Wir sind diese Woche und die letzten 2 Wochen richtig gut im Training, sie wollen, sind konzentriert  und die Einstellung stimmt einfach und dann wollen wir uns auch belohnen. Wie gesagt, wir sind sehr gut reingekommen. Dann gegen 6:0 hat das erst nicht so gut funktioniert, weil wir zu schnell die Entscheidung wollten, statt den Ball weiter zu spielen und die richtige Chance oder Möglichkeit reinzuhauen oder zu erkennen. Deswegen war es dann ein bisschen knapp in der 1. Halbzeit. In der 2. Halbzeit hat unsere Abwehr viel stabiler gestanden, JJ hat sehr gut hinter uns gehalten. Wir konnten Konter laufen und dann auch einfache Tore machen, weil die Mädels haben auch gespürt, ja, das geht, ich kann, was ich früher konnte und deswegen waren die 13 Tore Unterschied. Ich freue mich, dass sie gewonnen haben, weil das gehört dazu, aber auch, dass ich das zurückbekomme, wo wir erarbeiten. Wir arbeiten hart, über unsere Kondition und Abwehraggressivität, einfache Tore und Einzelleistungen und das bekommt man zurück und das ist schön.

Statistik:

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (6/1), Amega (1), Kobylinska (3), Welser, Minevskaja (4/3), Karlsson (1), Ingenpaß (3/2), Großmann (3), Weigel (5), Obradovic (3), Beddies, Behnke (4)

HSG Bensheim-Auerbach (Flames): Kockler, Radke – Ernsberger (4), Schmele (2/1), Ettaqi (3), Thomas (4), Logdanidou, Hoekstra, Platen, Friedberger (1), Freriks (2), van Gulik (3/2), Sobiech (1)

Siebenmeter: 9/6 (Zapf und Minevskaja (2) vergeben) – 5/3 (Schmele vergibt zwei Mal)
Zeitstrafen: Kobylinska, Weigel, Obradovic, Beddies – Schmele, Ettaqi, Thomas, Sobiech
Schiedsrichter: Thomas Hörath, Timo Hofmann
Zuschauer: 1050