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Göppingen verzweifelt an Torfrau Jessica Kockler

An Flames-Torfrau Jessica Kockler verzweifelten die Göppingerinnen / Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben ihr vorletztes Nachholspiel der  Hinrunde gewonnen. Gegen die abstiegsbedrohten Frauen von Frisch Auf Göppingen siegte das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm verdient mit 30:24 (14:12). Maßgeblichen Anteil am Sieg der Flames hatte Torfrau Jessica Kockler, die eines ihrer besten Spiele im Flames-Tor machte. Mit 15 Paraden und einer Quote von 57,69% gehaltener Bälle hat sie Göppingen im Angriff buchstäblich den Wind aus den Segeln genommen. Erfolgreichste Torschützen bei den Flames waren Lisa Friedberger mit 7/4 Toren und Sarah von Gulik mit 6/2 Toren sowie Michaela Hrbkova bei Göppingen mit 8/2 Toren.

Mit kurzfristigen personellen Veränderungen wollen die Göppinger den bisherigen Verlauf der Saison noch drehen und den Abstiegsplatz verlassen. Hierzu wurde vor zwei Wochen mit  Nico Kiener ein neuer Trainer und in der vergangenen Woche mit Louisa Wolf, von der Neckarsulmer Sport-Union, noch kurzfristig eine erfahrene Rückraumspielerin verpflichtet, die sich auch sofort mit 4/3 Toren in die Torschützenliste eintragen konnte.  Zum Spielerkader der Frisch Auf Frauen gehört auch Kreisläuferin Alexandra Tinti, die von 2015 bis 2017 das Flames-Trikot trug und gestern einmal einnetzte.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm warnte bereits im Vorfeld des Spiels vor der Stärke der  Gäste „Göppingen steht in der Tabelle tiefer, als sie eigentlich gehören. Von der Mannschaft her sind sie nicht Drittletzter und habe Selbstvertrauen durch die guten Spiele gegen Bietigheim und Blomberg gewonnen“, sagte sie vor dem Spiel.

Die Flames hatten ihrerseits bei dem 37:24 Heimsieg gegen Mainz ebenfalls Selbstvertrauen getankt und wollten durch den nächsten Erfolg den guten 7. Tabellenrang festigen.

Das Spiel entschieden am Ende zwei Situationen: zehn torlose Minuten der Gäste in der ersten Halbzeit, als Flames-Torfrau Jessica Kockler ihr Tor zunagelte und eine doppelte Überzahl Mitte in der zweiten Halbzeit, als die Flames vorentscheidend davonziehen konnten.

„Was am Ende aber zählt ist, ist einerseits, was die Torhüterin bei den Flames für eine Quote hat, was natürlich auch mit den Fehlwürfen zu tun hat. Auf der anderen Seite die Zeitstrafen, da sind wir nicht clever genug und oft in Unterzahl und dann kriegen wir das nicht hin. Aber insgesamt war es heute wirklich ein Schritt nach vorne“, bilanzierte daher auch Göppingens Trainer Nico Kiener.

Flames verschlafen erste Halbzeit etwas

Göppingen fand wesentlich besser ins Spiel, als die Flames. Von Beginn an wollten die Gäste  zeigen, dass sie zu Unrecht im Tabellenkeller stehen und die Punkte aus Bensheim entführen möchten. Routinier Michaela Hrbkova brachte ihr Team nach knapp zwei Minuten mit 0:1 in Führung und die Frisch Auf  Frauen legten weiter munter vor – auf 1:3, 2:5 und 3:6 (11.). Die Flames-Abwehr fand keinen richtigen Zugriff. „Wir hatten die Anfangsphase etwas verschlafen“, resümierte nach dem Spiel Flames-Trainierin Heike Ahlgrimm. Erst ab der 11. Minute kam ihr Team langsam in Tritt und glich nach einem Siebenmeter von Sarah van Gulik sowie den Treffern von Elisa Stuttfeld und Sarah Dekker zunächst zum 6:6 aus. Das Spiel blieb spannend, vergebene Chancen auf beiden Seiten. Beim Spielstand von 9:11 (21.) nahm Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm ein Team-Timeout und stellte ihre Mannschaft neu ein. Im Anschluss verkürzte Alica Soffel sofort auf 10:11. Göppingen erhöhte wieder auf 10:12 durch Michaela Hrbkova. Dann folgten zehn torlose Minuten der Frisch Auf Frauen. Sie scheiterten gleich siebenmal hintereinander an der nun im Flames-Tor stehenden Jessica Kockler, die wirklich einen Sahnetag erwischte und mit ihren starken Paraden ihrem Team die Wende ermöglichte. In der 24. Minute konnten die Flames beim 13:12 erstmals in Führung gehen. Sarah van Gulik erhöhte noch auf den 14:12 Halbzeitstand.

Auch in der zweiten Hälfte blieb das Spiel hektisch. Die Frisch Auf Frauen kämpften aber weiter um ihre Chance und glichen auf 14:14 (32.) aus. Ines Ivancok warf mit zwei Toren aus dem Rückraum wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 16:14 (36.) heraus. Trotz eines Drei-Tore-Vorsprungs beim 18:15 (38.) konnten sich die Flames vorerst erstmal nicht absetzen.

Doppelte Unterzahl bringt die Vorentscheidung

Elisa Stuttfeld erzielte das 21:18 (44.) und ihre Gegenspielerin Sina Ehmann versuchte sie daran zu hindern und musste folgerichtig für zwei Minuten auf der Bank absitzen. Christin Kühlborn konnte sich anschließend in der Abwehr den Ball von Göppingen erobern und wurde von Michaela Hrbkova zu Fall gebracht und am Abspiel gehindert, die dafür ebenfalls für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen musste.

Die Flames nutzten diese doppelte Unterzahl der Gäste und erhöhten durch Sarah van Gulik per Siebenmeter und Lotta Heider vorentscheidend auf 23:18 (45.) und führten erstmals mit fünf Toren.

Nach einer Auszeit stellte Frisch Auf Göppingen in der 50 Minute auf eine offensive Deckung um und verkürzte zunächst auf 25:21. Aber die Flames ließen sich jetzt nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf sieben Tore beim 29:22 durch Isabell Hurst (56.) aus und wenn Göppingen gefährlich vor das Tor kam, dann hatten die Flames ja noch Jessica Kockler im Kasten stehen.

Aufgrund der starken zweiten Hälfte gewannen die Flames am Ende auch verdient mit 30:24 Toren und konnten mit hervorragenden 18:12 Punkten ihren siebten Tabellenplatz festigen. Göppingen steckt hingegen mit 4:28-Punkten weiter tief im Tabellenkeller der HBF. Für die Flames geht es am nächsten Samstag (06.02.21, 19:00 Uhr) zum Aufsteiger HL Buchholz 08-Rosengarten.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Erstmal bin ich froh, dass wir diese zwei Punkte haben, weil wir wussten, dass dies kein einfaches Spiel wird mit dem Trainerwechsel und einer neue Spielerin. Göppingen hat in den letzten Wochen gegen Bietigheim und auch gegen Blomberg gute Spiele gemacht. Das haben wir beobachtet und gesehen. Von daher bin ich erstmal über die zwei Punkte absolut zufrieden. Es war heute irgendwie ein sehr zerfahrenes und hektisches Spiel von uns. Wir haben nie in dem Spiel die Ruhe gefunden, die uns auszeichnet. Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich auch kämpfen müssen, um ins Spiel herein zu kommen, denn die haben wir ein bisschen verschlafen. Dann müssen wir uns natürlich auch bei Jessi bedanken, die heute überragend gehalten hat. Allein in der ersten Halbzeit blieb Göppingen 10 Minuten ohne Tor. Dann ist es natürlich einfach und auch als es dann wieder eng geworden ist, war sie in den Situationen da und das macht es dann natürlich für die Mädels einfach. Daher müssen wir uns heute bei ihr bedanken. Dann ist es halt so, wenn man vorne ist und Göppingen schnelle Tore braucht, dann kommen dort Fehler. Wie gesagt, ich bin absolut froh, weil wir heute nicht uns bestes Spiel gemacht haben. Aber wir haben wirklich gekämpft und haben uns das erarbeitet im Spiel. Am Ende geht der Sieg auch in Ordnung, aber wir hatten heute sehr viel Arbeit.

Nico Kiener (Frisch Auf Göppingen):
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an den Gegner. Ich glaube, wir haben deutlich besser gespielt, als letztes Wochenende. Das war ein Schritt nach vorne. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und hätten eigentlich mit einem besseren Ergebnis in die Halbzeitpause gehen können. Aber es hat da schon angefangen, dass wir zu viele Fehlwürfe haben. Aber alles andere war wirklich ein Schritt nach vorne. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir es anfangs geschafft heran zu kommen und es stand unentschieden. Da hatten wir nochmal die Chance ins Spiel zurückzukommen. Was am Ende aber zählt ist, ist einerseits, was die Torhüterin bei den Flames für eine Quote hat, was natürlich auch mit den Fehlwürfen zu tun hat. Auf der anderen Seite die Zeitstrafen, da  sind wir oft in Unterzahl und dann kriegen wir das nicht hin. Die Mannschaft hat in der schwierigen Situation, wo sie ist, gekämpft bis zum Schluss und hat zusammengehalten. Jetzt muss man mal gucken, was noch nicht so funktioniert hat. Heute hatten wir zu viele Zeitstrafen, wo wir cleverer sein hätten können und viele freie, die man reinmachen kann. Das sind zwei Dinge, die man ansprechen kann. Aber insgesamt war es heute wirklich ein Schritt nach vorne.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Isabell Hurst 2, Leonie Kockel, Lotta Heider 2, Elisa Stuttfeld 2, Simone Spur Petersen 1, Sarah Dekker 1, Alicia Soffel 4, Lisa Friedberger 7/4, Christin Kühlborn 1, Sarah van Gulik 6/2, Ines Ivančok 4, Julia Niewiadomska.