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Flames verpassen Viertelfinale im DHB-Pokal

Nach fast 20 Monaten Verletzungspause erstmals wieder auf dem Spielfeld: Simone Spur Petersen / Foto: ©Andrea Müller

Der DHB-Pokal ist für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nach einem Spiel schon wieder beendet. Noch nie war es so einfach ins OLYMP FINAL4 zu kommen, wie in dieser Saison. . Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Wettbewerb um den DHB-Pokal 2020/21 nur mit den 16 Teams der 1. Bundesliga ausgetragen. Mit nur zwei Siegen steht man somit schon im OLYMP Final4 am 15. und 16. Mai 2021 in der Stuttgarter Porsche-Arena. Ebenfalls noch nie haben die Flames gegen die HSG Blomberg-Lippe gewonnen. Neunmal stand man sich bisher gegenüber, neunmal gingen die Flames als Verlierer vom Platz Beim zehnten Mal sollte alles anders werden, doch diese Hoffnung war bereits nach wenigen Minuten schon vorbei und es war klar, dass die Flames auch die 10. Begegnung verlieren werden. Die HSG Blomberg-Lippe zog mit einem verdienten und deutlichen 31:23 (20:11) Sieg in das Viertelfinale ein. Erfolgreichste Torschützinnen waren bei den Flames Ines Ivancok (6 Tore) und Sarah Dekker (5).

„Wir haben heute in der ersten Halbzeit unterirdisch gespielt“, ärgerte sich Flames-Coach Heike Ahlgrimm zu recht über das Auftreten ihrer Mannschaft. In der Abwehr hat ihr Team überhaupt keinen Zugriff bekommen und war im Angriff zu ideenlos gegen stark kämpfende Blombergerinnen, denen man ansah, dass sie unbedingt eine Runde weiterkommen wollten.

Blomberg dominiert die erste Halbzeit nach Belieben

Den ersten Treffer erzielte nach knapp drei Minuten Ann Kynast, die mit insgesamt 8 Toren auch die erfolgreichste Torschützin der Begegnung wurde, Lisa Bormann-Rajes erhöhte sofort auf 2:0, ehe Sarah Van Gulik in der 4. Minute auf  2:1 verkürzte. Bis zum 4:3 (7. Minute) durch Ines Ivancok konnte die Flames noch den Anschluss halten, doch dann zogen die  Gastgeber binnen drei Minuten auf 7:3 davon und Flames-Coach Heike Ahlgrimm reagierte mit dem ersten Team-Time-Out. Ihr Team fand aber weiterhin nur selten Wege, um sich gegen die gutgestaffelte Abwehr von Blomberg durchzusetzen, während die Nelkenstädterinnen nach Belieben trafen und auf 10:3 (14.) erhöhten Sarah Dekker verkürzte auf 10:4, Blomberg erhöhte mit einem 4-Tore-Lauf auf 14:4 (18.) und erstmals auf einen 10-Tore-Vorsprung und zwangen eine sichtlich verärgerte Heike Ahlgrimm somit zum zweiten Team-Timeout.

Sarah van Gulik und Lisa Friedberger verkürzten anschließend jeweils per Siebenmeter auf 14:6 (21.). Blomberg ließ sich davon aber nicht beirren und ging mit einem 20:11 in die Kabine.

Dort fand Trainerin Heike Ahlgrimm deutliche Worte zu dem bisherigen Auftreten ihrer Mannschaft. So reichte es in der 2. Halbzeit wenigstens zu einer kleinen Ergebniskosmetik. Am Ende stand trotzdem noch ein deutliches 31:23 für die HSG Blomberg-Lippe auf der Anzeigentafel.

Comeback von Simone Spur Petersen auf dem Spielfeld

Einen Lichtblick gab es dann aber doch noch aus Flames-Sicht. Die Langzeitverletzte Simone Spur Petersen feierte in der in den letzten 20 Minuten nach fast 20monatiger Verletzungspause ihr Comeback auf dem Spielfeld. Sie hätte es auch noch mit einem Tor krönen können, doch der Siebenmeterwurf landete am Pfosten.

HSG-Coach Steffen Birkner freute sich über den Viertelfinaleinzug, war aber trotzdem nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gelöst und viele Sachen haben funktioniert und wir haben es gut gelöst. Mit der zweiten Halbzeit bin ich überhaupt nicht zufrieden. Man kann Fehler machen, dann aber mit Schwung und bei uns fehlte der Schwung in der zweiten Halbzeit. Ich bin zufrieden, dass wir weiter sind, ich bin zufrieden mit der ersten Halbzeit, aber in der zweiten Halbzeit verlieren wir ein bisschen die Struktur. Weiter Vollgas zu geben haben wir in der 2. Halbzeit etwas vermissen lassen. Ich bin aber glücklich, dass wir eine Runde weitergekommen sind und nun die Chance haben, mit einem weiteren Sieg ins Final4 einzuziehen.“

Überhaupt nicht zufrieden war verständlicherweise Flames-Coach Heike Ahlgrimm bei der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Glückwunsch an Blomberg, zu dem absolut verdienten Sieg. Ich glaube, da gab es heute überhaupt keine Zweifel, wer heute mehr ins Final4 wollte. Ich muss mich auch für die erste Halbzeit entschuldigen. Was wir in den ersten 30 Minuten auf die Platte gebracht haben, war für Bensheim einfach nicht würdig. Alles was wir uns vorgenommen haben, haben wir falsch gemacht. Wir haben ohne Esprit und Selbstvertrauen gespielt, wir haben kein Tempo machen können und in der Abwehr keinen Zugriff bekommen. Wir kriegen 10 Tore durch Gegenstöße eins gegen null nach Fehlern von uns. Da war natürlich bereits zur Halbzeit der Drops gelutscht. Wir haben das in der Halbzeit angesprochen und wollten in der zweiten Halbzeit das Gesicht wahren und uns nicht abschlachten lassen. Teilweise ist uns das gelungen, teilweise nicht. Ich bin tief enttäuscht. So wie dieses Jahr, mit nur zwei Siegen ins Final4 zu kommen, diese Chance hat man wahrscheinlich nie wieder. Blomberg war heute einfach die bessere Mannschaft, sie haben besser gespielt und verdient gewonnen. Das muss man akzeptieren. Aber wenn man so eine Leistung abruft, wie wir heute, dann hat man es auch nicht verdient weiterzukommen“, war das treffende Fazit einer sichtlich enttäuschten Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Viel Zeit bleibt ihr nicht, das Spiel zu analysieren und ihre Mannschaft auf die nächste Begegnung vorzubereiten. Bereits am Mittwoch, 11.11.2020, 19:30 Uhr, geht es in der Handball Bundesliga Frauen weiter und da kommt das TOP-Team der SG BBM Bietigheim in die Weststadthalle.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld (1), Simone Spur Petersen, Sarah Dekker (5),  Alicia Soffel (2), Lisa Friedberger (3/3), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (4/3), Ines Ivancok (6), Dionne Visser (2)