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Flames verpassen Sensation nur ganz knapp

Ines Ivancok fand immer wieder Lücken in der Abwehr ihres Ex-Vereins und erzielte insgesamt 9 Tore für ihre Flames / Fotos: ©Andrea Müller

Sie wollten eine Wiedergutmachung für die schlechte Leistung beim Pokal-Aus in Blomberg zeigen. Dies ist den Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Mittwochabend gegen den haushohen Favoriten SG BBM Bietigheim fast eindrucksvoll gelungen – fast aber nur deshalb, weil die beiden Punkte der Gast aus Bietigheim am Ende mit nach Hause nahm. Bei der unglücklichen 29:32 (14:17) Niederlage boten die Flames aber ein Klasseleistung und hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. So fehlte am Ende die Belohnung für einen starken Auftritt der Flames. Beste Torschützen waren Ines Ivancok mit 9 Toren bei den Flames und Nationalspielerin Xenia Smits erzielte 7 Tore für die Gäste.

Die gute Leistung der Flames fand demzufolge auch Anerkennung von beiden Trainern nach dem Spiel. Gästetrainer Markus Gaugisch brachte es in der Pressekonferenz auf den Punkt: „Ich muss den Flames zu einem sehr guten Spiel gratulieren. Wir waren am Ende die glücklichere Mannschaft, nicht die bessere. Bensheim hat uns über 60 Minuten das Leben schwer gemacht.  Ich bin froh, dass wir heute gewonnen haben“.

Dem konnte Flames-Coach Heike Ahlgrimm verständlicherweise zustimmen: “Ich denke, dass  die Mädels ein Unentschieden und einen Punkt verdient gehabt hätten, da wir heute sehr viel richtig umgesetzt haben. Ich bin mit den Mädels diese Woche hart ins Gericht gegangen, weil wir in Blomberg eine ganz, ganz schlechte  Leistung gezeigt haben und ich glaube, dass wir uns heute rehabilitiert haben. Heute haben wir gezeigt, zu was wir eigentlich im Stande sind“.

Die Trainerin forderte vor dem Spiel von ihrer Mannschaft eine Reaktion und sie hatte Team hervorragend auf den eigentlich übermächtigen Gegner eingestellt. Der Auftritt der Mannschaft hatte nichts mehr mit dem Pokalspiel zu tun und die Leistung hätte eine volle Weststadthalle verdient gehabt. Trotzdem freuten sich die Spielerinnen über die paar Helfer an den Trommeln und die schön gestaltete Tribüne. Das Spiel fand zwar entsprechend der Corona-Verordnung ohne Zuschauer statt, aber der Fanclub und die anderen Mannschaften sorgten dafür, dass die Tribüne nicht ganz leer blieb und hängten Trikots auf.

Ausgeglichenes Spiel

Das erste Tor war einer ehemaligen Flames-Spielerin vorbehalten. Antje Lauenroth erzielte das 1:0 (1. Minute), Ines Ivancok glich mit ihrem ersten, von insgesamt 9 Toren, gegen ihr Ex-Team zum 1:1 (2.) aus. Die Flames gingen durch Sarah Dekker erstmals mit 3:2 (5.) in Führung und legten bis zum 7:6 (10.) durch Ines Ivancok immer ein Tor vor, Bietigheim glich aus. Das Spiel war ausgeglichen und kein Unterschied zwischen dem haushohen Favoriten, der am Wochenende noch ein starkes Spiel in der Champions League absolvierte, und den Flames zu sehen. Die Abwehr der Flames stand gut und hatte in Helen van der Beurden einen starken Rückhalt.

Beim Stand von 7:8 (14.) nahm SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch sein erstes Team-Timeout. Danick Snelder setzte sich anschließend zum 7:9 (16.) durch und sorgte für den ersten 2-Tore-Vorsprung. Die Gäste kamen nun besser ins Spiel und bauten ihre Führung auf 9:12 und nach dem die Möglichkeit zum 10:12-Anschluss freistehend vergeben wurde, direkt auf 9:13 (21.) aus. Folgerichtig reagierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm ihrerseits mit der ersten Auszeit. Das zeigte Wirkung und ihr Team spielte wieder konzentrierter und kam beim  14:15 (27.) durch Sarah Dekker wieder bis auf ein Tor heran. Stine Jørgensen und Trine Jensen Østergaard konnten in der letzten Minute vor dem Pausenpfiff jedoch wieder auf eine  14:17-Halbzeitführung erhöhen.

Mit drei Toren Rückstand in die zweite Halbzeit

Wer dachte, dass das Spiel jetzt seinen erwarteten Lauf nimmt, der sah sich getäuscht. Heike Ahlgrimm stimmte ihr Team wieder richtig gut auf den zweiten Spielabschnitt ein. Die Flames zeigten weiter keinen Respekt vor den großen Namen und Nationalspielrinnen im Team der SG BBM Bietigheim und verkürzten auf 17:18 durch Lisa Friedberger (34.) und ließen sich auch nach den Toren von Trine Jensen Østergaard und Kim Naidzinavicius zum 17:20 (35.) nicht abschütteln. Isabell Hurst, Dionne Visser und Sarah van Gulik per Siebenmeter sorgten für den 20:20-Ausgleich (40.) und zwangen Markus Gaugisch zu einer Auszeit.

Xenia Smits macht den Unterschied

Bietigheim war auch danach nicht besser, als die Flames, doch sie hatten mit Nationalspielerin Xenia Smits, die auch für das 20:21 (41.) sorgte, die spielentscheidende Spielerin in ihren Reihen.

„Für mich war heute Xenia heute der Unterschied und sie hat für mich das Spiel entschieden. Immer wenn wir dran waren oder es Unentschieden stand, dann hat sie das Tor gemacht oder war daran beteiligt. Sie war heute die entscheidende Spielerin und hat ein Megaspiel gemacht“, fand auch Heike Ahlgrimm nur lobende Worte  für die Nationalspielerin.

Flames-Torhüterin Helen van Beurden hielt ihr Team immer wieder mit tollen Paraden im Spiel, beim 22:21 (42.) durch Elisa Stuttfeld gingen die Flames sogar nochmal in Führung und schnupperten an der Sensation.

Danick Snelder und Xenia Smits brachten die Gäste wieder mit 22:23 (43.) in Front – Sarah van Gulik glich per Siebenmeter auf 23:23 (45.) aus.

Erneut Xenia Smits, Trine Jensen Østergaard und Antje Lauenroth sorgten dann jedoch für den erneuten 3-Tore-Vorsprung zum 23:26 (47.).

Konsequenterweise bat Heike Ahlgrimm ihr Team unmittelbar danach zur Auszeit, die wieder ihre positive Wirkung zeigte. Die Flames kamen wieder bis auf einen Treffer zum 26:27 (51.) heran. Xenia Smits erhöhte wieder auf 26:28 (53.), Ines Ivancok verkürzte auf 27:28 (54.). Kim Naidzinavicius markierte per Siebenmeter anschließend das 27:29 (54.).

Sarah van Gulik hatte fünf Minuten vor dem Ende dann die Chance wieder den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch Emily Stang Sando im Bietigheimer Kasten parierte den Siebenmeter. Im Gegenzug netzte erneut Xenia Smits zum vorentscheidenden 27:30 (56.) ein. Bei diesem 3-Tore-Unterschied blieb es bis zum Ende.

Für den Schlusspunkt sorgte die ehemalige Flames-Spielerin und Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft, Kim Naidzinavicius, per Siebenmeter zum 29:32-Endstand.

So wurden am Ende Lohn und Kampfgeist der Flames nicht belohnt. Doch sollte dieses Spiel wieder genügend Selbstvertrauen für das Auswärtsspiel am 21.11.2020 bei der Neckarsulmer Sportunion geben.

„Es ist natürlich schwierig hier zu stehen, wenn man 60 Minuten so kämpft und dann mit leeren Händen da steht. Aber wir müssen da auch anerkennen, dass die individuelle Klasse einzelner Spielerinnen, wie heute Xenia Smits, dann ein Spiel entscheiden kann. Wir haben zwar heute keine Punkte, aber wir können erhobenen Hauptes die Halle verlassen und haben Selbstvertrauen für das Spiel in der nächsten Woche in Neckarsulm getankt“, war daher dann auch das positive Resümee von Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach einem fast perfekten Handballabend.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (2), Lotta Heider (3), Elisa Stuttfeld (2), Simone Spur Petersen, Sarah Dekker (3),  Alicia Soffel, Lisa Friedberger (4/1), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (5/3), Ines Ivancok (9), Dionne Visser (1)