Flames verlieren 27:36 gegen den Deutschen Meister

Flames empfangen den neuen Deutschen Meister aus Bietigheim
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Flames verlieren 27:36 gegen den Deutschen Meister

Neele Mara Orth überwindet die brasilianische Nationaltorhüterin Gabriela Moreschi / Foto: ©Andrea Müller

Drei Tage nach dem vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft musste der frischgebackene Meister SG BBM Bietigheim in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) bei den Flames der HSG Bensheim/Auerbach antreten. 450 Zuschauer sahen in der Weststadthalle ein munteres Handballspiel, in dem die dezimierten Flames tapfer kämpften und sich schließlich mit 27:36 (14:19) geschlagen geben mussten. Für die SG BBM war es der 25. Saisonsieg in Folge und die Mannschaft von Neu-Bundestrainer Markus Gaugisch führt souverän mit 50:0 Punkte die Tabelle der Liga an. Beste Werferinnen mit jeweils 5 Toren waren Ines Ivancok und Dionne Visser bei den Flames sowie Inger Smits bei Bietigheim.

Die Flames belegen jetzt den 10. Tabellenplatz mit 15:33 Punkten, können aber durch die Niederlage von Rosengarten gegen Dortmund (ebenso wie Leverkusen und Bad Wildungen) nicht mehr direkt absteigen. Die Flames haben es nun am kommenden Samstag, 14.05.2022, um 18:00 Uhr in der Weststadthalle, selbst in der Hand sich im vorletzten Saisonspiel endgültig den Klassenverbleib zu sichern.

Gegen Bietigheim musste Trainerin Heike Ahlgrimm neben den Langzeitverletzten auch auf Isabell Hurst (Schulter) und Elisa Stuttfeld (Gehirnerschütterung) verzichten, bei Bietigheim fehlten Nationalspielerin Luisa Schulze und Torhüterin Melinda Szikora. Nach  mehrwöchiger Verletzungspause war dafür wieder Kapitänin Danick Snelder dabei, die vor dem Anpfiff von den Flames einen selbstgebackenen Meisterschaftskuchen entgegennehmen durfte.

Bietigheim freute sich über die Geste, wollte aber, verständlicherweise, trotzdem keine Punkte als Gastgeschenk da lassen. Das Team von Markus Gaugisch bestimmte von Anfang an das Spiel.  Danick Snelder erzielte den ersten Treffer zum 1:0 für Bietigheim. Die Gäste konnten sich in den nächsten 10 Minuten auf 10:5 absetzen, weil die Flames-Abwehr zu wenig Zugriff bekam und es dem Gegner zu einfach machte und Torhüterin Helen van Beurden im Kasten alleine ließ. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte folgerichtig mit dem ersten Team-Timeout.

Langsam kamen die Flames besser ins Spiel und Bietigheim gelang es nicht den Vorsprung weiter zu vergrößern. Die Flames konnten sogar nach dem 10:15 (21.) durch Treffer von Dionne Visser und Ines Ivancok auf drei Tore beim 12:15 (23.) und dem 14:17 (28.) durch Dionne Visser verkürzen.

Die beiden ehemaligen Flames-Spielerinnen Kim Naidzinavicius und Julia Maidhof sorgten mit ihren beiden Treffern dann aber noch für eine 19:14 Halbzeitführung der Gäste.

Den besseren Start in den zweiten Abschnitt hatten erneut die Gäste. So baute die SG BBM innerhalb von knapp fünf Minuten die 19:14 Pausenführung auf neun Tore beim 24:15 (35.) durch Antje Lauenroth, der dritten ehemalige Flames-Spielerin, aus.

Die Flames gaben aber nicht auf und kämpften sich wieder auf vier Tore beim 24:28 (49.) nach einem verwandelten Siebenmeter von Myrthe Schoenaker heran.

Ein Drei-Tore-Lauf von Bietigheim ließ den Rückstand jedoch kurz danach wieder auf sieben Tore beim 24:31 (52.) anwachsen.

Am Ende wurde es ein verdienter 36:27 Erfolg des neuen Deutschen Meisters. Das Team von Markus Gaugisch hat zum Abschluss der Saison noch ein Heimspiel gegen die TuS Metzingen und bestreitet nächstes Wochenende das  European League Final Four im dänischen Viborg und für die Flames steht das eingangs erwähnte wichtige Duell gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten auf dem Programm, das zugleich das letzte Heimspiel der Saison ist.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Lotta Heider 1, Myrthe Schoenaker 3/1, Jana Haas 1, Lisa Friedberger 4/2, Christin Kühlborn 1, Saskia Fackel 4, Sarah van Gulik 1, Ines Ivancok 5, Neele Mara Orth 2, Dionne Visser 5.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Bietigheim zum verdienten Sieg. Ich kann meiner Mannschaft heute überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir haben heute alles, was möglich war, in die Waagschale geworfen. Wir wussten, dass jedes Tor wichtig ist. In der ersten Halbzeit hat mir die Abwehr 20 Minuten nicht gefallen. Das habe ich ihnen auch gesagt. Wir kriegen einfach zu viele Tore und lassen Helen ein bisschen im Stich. In der zweiten Halbzeit sind wir auf vier dran, wo es vielleicht nochmal kippen kann. Aber dann gucke ich meine Bank an und die von Bietigheim. Deswegen mache ich meinen Mädels heute überhaupt keinen Vorwurf. Wir haben ein bisschen experimentiert und ein bisschen geschont für das sehr wichtige Spiel nächste Woche. Lotta hat sich am Kreis in den Dienst der Mannschaft gestellt, weil ich nur eine Kreisläuferin hatte. Ich denke, das hat sie ordentlich gemacht. Dann musste sie in der Abwehr als Linkshänderin auf der falschen Seite decken. Das ist alles nicht so einfach. In der zweiten Halbzeit haben dann meine beiden Jüngsten gespielt. Klar sind es am Ende neun Tore, aber das ist alles in Ordnung. Ich glaube, wir können hier erhobenen Hauptes vom Feld gehen und ich bin auch sehr froh, dass heute wieder so viele Zuschauer gekommen sind. Das hilft uns und ich hoffe, ihr kommt alle nächste Woche zum ganz wichtigen Spiel gegen Rosengarten wieder.

Markus Gaugisch (SG BBM Bietigheim):
Es macht Spaß hier Handball zu spielen. Es ist rasant, es ist schnell, die Zuschauer sind laut und gehen mit, unsere Fans helfen und gehen auch mit. Das war schön. Ich bin zufrieden. Wir waren insgesamt souverän heute. Das haben wir hier schon ganz anders gehabt. Aber es hat sich auch heute wieder gezeigt, dass Bensheim nie aufsteckt, sie arbeiten  weiter, rennen, verteidigen alles, was geht. Ich denke, wir haben da heute gut den Kopf im richtigen Moment wieder aus der Schlinge gezogen. Da waren es nur noch minus vier und wie haben Zeitspiel und machen das Tor. Dann war, glaube ich, so der letzte Ansturm gebrochen. Ich freue mich über meine Mannschaft, weil es nicht so normal ist, dass man so eine Serie hat, dann Deutscher Meister wird am Mittwoch, dann eine Trainingseinheit runterreißt und dann trotzdem so motiviert hier her geht und von der ersten bis zur letzten Minute alles in die Waagschale wirft. Das finde ich gut. Das ist ein super Attribut, das die Mädels haben. Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um uns auf ein absolutes Highlight auch für den deutschen Handball vorzubereiten, dem European Final 4, vorzubereiten. Ich hoffe, dass wir da in Topform hinfahren.