Flames unterliegen zum Saisonabschluss im Hessenderby mit 34:35

Hessenderby zum Saisonabschluss
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31. Mai 2022
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Flames unterliegen zum Saisonabschluss im Hessenderby mit 34:35

Handball, 1. Bundesliga, Frauen, Saison 2021/2022, Spiel in der Schulsporthalle Edertal/Bergheim am 21.05.2022, Tore 35:34, Bad Wildungen in roten Trikot. v.l. Myrthe Schoenaker (sw 8), Munia Smits (rot 6), Jana Scheib (rot, verdeckt), Dionne Visser (sw 96), Annika Ingenpaß (rot 2, verdeckt).

Es war ein spannendes Hessenderby zum Saisonabschluss – mit dem glücklicheren Ende für die HSG Bad Wildungen Vipers. Im letzten Saisonspiel unterlagen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach bei den Vipers mit 34:35 (17:21). Erfolgreichste Werferin bei den Flames war Lisa Friedberger mit 15/9 Toren und bei den Vipers Munia Smits mit 9 Toren.

Durch die Niederlage mussten die Flames den 9. Tabellenplatz noch an den TSV Bayer 04 Leverkusen abgeben. Die Werkselfen gewannen bei der HL Buchholz 08-Rosengarten mit 28:23, die somit der direkte Absteiger sind und den bitteren Gang in die 2. Liga gehen müssen, da der BSV Sachsen Zwickau zeitgleich beim VFL Oldenburg mit 29:22 durchsetzen und sich noch auf den Relegationsplatz schieben konnte.

„Glückwunsch an Bad Wildungen. Ich glaube, das war ein Derby, das alles drin hatte. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben in der 2. Halbzeit alles investiert und haben gekämpft ohne Ende. Doch irgendwann waren wir dann körperlich auch am Ende und hatten keine Wechselmöglichkeiten. Aber es ist alles gut. Wir werden nächstes Jahr wieder angreifen“, resümierte  Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

Die Flames waren mit einem kleinen Kader nach Nordhessen gereist. Gerade mal neun Feldspielerinnen, eine davon die für die letzten beiden Spieltage reaktivierte Caroline Hettinger, standen Heike Ahlgrimm zur Verfügung. Neben den Verletzten Alicia Soffel, Leonie Kockel, Sarah Dekker, Isabell Hurst und Neele Mara Orth fehlten auch die beiden Rechtsaußen Lotta Heider und Jana Haas, die die zweite Mannschaft im wichtigen Aufstiegsspiel unterstützten.

Trotzdem wollten die Flames nach der langen Saison mit Höhen und Tiefen unbedingt ihren 9. Tabellenplatz verteidigen. Bis zum 6:6 (9. Minute) war das Spiel völlig ausgeglichen. Bei den Flames zeigte sich hier vor allem Ines Ivancok in ihrem letzten Spiel für die Flames treffsicher und erzielte vier der sechs Flames-Tore. Ihr Gegenpart auf der anderen Seite war zu diesem Zeitpunkt Jana Scheib, die auch bereits dreimal einnetzte. Zwei Tore durch Annika Ingenpaß, die zu viele Freiräume am Kreis hatte, und Munia Smits sorgten mit einem 3:0-Lauf für die 9:6-Führung der Vipers (11.).

Zwei Zeitstrafen gegen Jana Scheib und Munia Smits wurden jetzt wiederum konsequent von den Flames genutzt, die durch drei Treffer von Lisa Friedberger, davon einer vom Siebenmeterpunkt, wieder zum 9:9 (15.) ausglichen. Nach einem verwandelten Siebenmeter von Lisa Friedberger gingen die Flames erstmals selbst mit 11:10 (19.) in Führung und zwangen Vipers-Trainerin Tessa Bremmer zum Team-Timeout. In den folgenden Minuten nutzte ihr Team die Lücken in der Flames-Abwehr und ging selbst wieder mit 13:11 (22.) in Front. Nun reagierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm sofort und bat ihr Team zu einer Auszeit. Erneut war es ein verwandelter Siebenmeter von Lisa Friedberger, die alle neun Strafwürfe sicher verwandelte, die die Flames auf 12:13 (23.) heranbrachte. Der Abwehr gelang es aber weiter nicht die Freiräume von Annika Ingenpaß am Kreis einzuschränken und den Rückraum frühzeitig zu stören, so dass sich die Vipers bis zur Halbzeitpause auf 21:17 absetzen konnten.

Somit war es zum Seitenwechsel ein Rückstand von vier Toren, den es für die Flames aufzuholen galt. Und die Flames waren zum Start in den zweiten Abschnitt on fire.

So mancher Zuschauer, darunter viele mitgereiste Flames-Fans, der in der Pause die Halle verließ, um sich was zum Essen oder trinken zu holen, traute seinen Augen beim Blick auf die Anzeigentafel nicht. Die Flames legten los, wie die Feuerwehr und hatten innerhalb von nicht einmal 5 Minuten aus dem 17:21-Rückstand eine 22:21-Führung gemacht.

Es blieb in der Folgezeit eine muntere Begegnung, in der sich keine Mannschaft absetzen konnte – bis zum 29:29 (49.) durch Saskia Fackel, die ebenfalls ihr letztes Spiel für die Flames bestritt.

Dann folgten die spielentscheidenden 20 Sekunden in der Abwehr. Zuerst musste Elisa Stuttfeld für 2-Minuten auf die Bank, nur 17 Sekunden später folgte ihr Dionne Visser – beides zwei harte und grenzwertige Entscheidungen.

In doppelter Überzahl konnten sich die Vipers vorentscheidend auf 32:29 absetzen. Die Flames kämpften sich wieder auf 31:32 (55.) heran. Dann musste Sarah van Gulik für zwei Minuten auf die Bank und die Vipers konnten diese erneute Überzahl zu einem 3:0-Lauf nutzen und mit 35:31 (57.) davonziehen. Den Flames fehlte dann die Kraft und vor allem die Zeit diesen erneuten 4-Tore-Rückstand in den verbleibenden drei Minuten nochmals aufzuholen. So blieb nur noch eine Ergebniskorrektur auf 34:35.

Die Vipers konnten durch den Sieg an Punkten (17:35) mit den Flames gleichziehen, die allerdings das erheblich bessere Torverhältnis haben.

Trotz der Enttäuschung über die knappe Niederlage und den dadurch verpassten neunten Tabellenplatz war es mit dem stark dezimierten Kader eine tolle kämpferische Leistung zum Abschluss dieser anstrengenden Saison und beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie einen schönen Handball spielen können und eigentlich besser, als der Tabellenplatz sind.

Jetzt haben sich alle nach dieser nervenaufreibenden Saison die Sommerpause verdient. Für die Mannschaft geht es jetzt erst einmal paar Tage nach Mallorca zur Abschlussfahrt.

Die Flames wünschen den drei Abgängen Ines Ivancok, Christin Kühlborn und Saskia Fackel alles erdenklich Gute bei ihren neuen Vereinen und danken Caroline Hettinger, dass sie für letzten beiden Spiele noch einmal eingesprungen ist.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr (1 Tor), Helen van Beurden; Myrthe Schoenaker, Elisa Stuttfeld, Lisa Friedberger 15/9, Christin Kühlborn 1, Saskia Fackel 1, Sarah van Gulik 3, Ines Ivancok 7, Caroline Hettinger und Dionne Visser 6.