Flames starten mit Punktgewinn beim THC in die neue Saison

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Flames starten mit Punktgewinn beim THC in die neue Saison

Erfolgreicher Start in die neue Saison - die Flames freuen sich mit den Fans / Foto: ©Andrea Müller

Es war ein Auftakt nach Maß für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in die neue Saison 2021/2022 der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Mit einem 22:22 (14:9) Unentschieden entführten sie beim hohen Favoriten Thüringer HC einen Punkt. Bemerkenswert, dass sie sich auch durch einen 6-Tore-Rückstand (15:9) zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht beeindrucken ließen. Getrübt wurde die die Freude über den Punktgewinn allerdings durch die vermutlich schwere Knie-Verletzung von Leonie Kockel. Beste Werferinnen der Begegnung waren Lamprini Tsakalou, Jennifer Rode (beide THC) und Neuzugang Myrthe Schoenacker für die Flames mit je fünf erzielten Toren.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte es bereits vor der Begegnung geahnt. „Es ist am Anfang einer Saison immer leichter, weil keiner weiß, wo man steht. Von daher haben wir nur jetzt eine Chance zu punkten, bevor sie richtig eingespielt sind“, sagte sie vor dem Spiel. Und sie sollte Recht behalten.

Die Ausgangslage war klar. Der Thüringer HC wollte trotz eines großen Umbruchs mit elf neuen Spielerinnen auf jeden Fall gegen die Flames punkten und gleich einen guten Start in Richtung Saisonziel internationale Plätze hinzulegen. Die Flames selbst sahen sich zwar als Außenseiter, aber beileibe eben nicht chancenlos.

Ein Gänsehautmoment gab es für alle Beteiligten schon zu Spielbeginn. Seit Monaten fand erstmals wieder ein Bundesligaspiel vor Zuschauern statt. Gut 700 Zuschauer fanden den Weg in die schöne Salza-Halle und auch paar Fans aus Bensheim unterstützten ihre Flames. „Ich bin so froh, dass ihr alle in rot wieder da seid, denn das macht den Handball aus. Das macht aus, wofür wir leben, denn es ist einfach toll vor so eine Kulisse zu spielen, endlich wieder vor Fans zu spielen. Das motiviert den Gegner, das motiviert die Heimmannschaft. Von daher ein großes Dankeschön auch an die Fans“, fand auch Heike Ahlgrimm die passenden Worte nach dem monatelangen Handballspielen vor leeren Rängen.

Leonie Kockel verletzt sich schwer

Es wurde ein Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Schon in den ersten Spielminuten unterstrichen beide Teams ihren Siegeswillen und gestalteten die Partie zunächst ausgeglichen. Die ehemalige Flames-Spielerin Jennifer Rode legte mit 1:0 vor, die Flames konterten und führten durch Tore von Jana Haas, die ihren ersten Bundesligatreffer erzielte, Lisa Friedberger und Leonie Kockel mit 1:2 beziehungsweise 2:3. Allerdings blieb der siebenfache Deutsche Meister unbeeindruckt und ging schon beim 7:4 erstmals mit drei Toren in Front. Hiobsbotschaft für die Flames in der 19. Spielminute. Bei einer schnellen Körperdrehung im Angriff verletzte sich Leoni Kockel schwer am Knie, konnte nicht mehr auftreten und musste vom Feld geführt werden. Eine MRT-Untersuchung Anfang der Woche wird Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Infolgedessen kamen die Flames durch den Schock etwas aus dem Tritt, der Thüringer HC erarbeitete sich relativ schnell bis zur 23. Minute einen 5-Tore-Vorsprung (13:8). In dieser Phase war es insbesondere der starken Torhüterin Vanessa Fehr zu verdanken, dass sich der Rückstand nicht vergrößerte. So entschärfte der Bensheimer Neuzugang einen Siebenmeter von Lamprini Tsakalou (30. Minute) und hielt ihre Flames im Spiel. Mit einer 14:9 Führung für die Gastgeber ging es schließlich in die Pause. „Diesen Vorsprung müssen wir einfach über die Ziellinie bringen“, ärgerte sich nach Spielende THC-Trainer Herbert Müller.

Flames kämpfen und rackern in der zweiten Halbzeit und lassen nur noch acht Treffer zu

Der zweite Abschnitt begann, wie der Erste endete – mit einem Treffer für die Gastgeber. In der zweiten Halbzeit zunächst das gleiche Bild. Jennifer Rode erhöhte mit einem schnellen Treffer zum 15:9 auf sechs Tore. Sarah van Gulik verkürzte, doch Lamprini Tsakalou erhöhte wieder auf 16:10 (33.) . Doch die Flames kämpften jetzt in der Abwehr energischer, was auch zu Fehlern beim THC-Angriff führte. Lamprini Tsakalou vergab beim 17:13 (39.) auch ihren zweiten Siebenmeter – diesmal scheiterte sie an Helen van Beurden im Flames-Kasten. Im Gegenzug verkürzte Myrthe Schoenaker auf 17:14 und THC-Coach Herbert Müller nahm ein Team-Timeout. THC-Rückkehrerin Anika Niederwieser erhöhte zwar nochmal auf 18:14, doch die Flames witterten schon längst Morgenluft. Saskia Fackel und Ines Ivancok verkürzten auf zwei Tore beim 18:16 (44.) und die Flames hatten mit dem Torpfosten einen Verbündeten oder aber das Glück des Tüchtigen, denn Kerstin Kündig und Tsakalou trafen dreimal in Folge nur den Pfosten, so dass Myrthe Schoenaker erst den Anschluss und Isabell Hurst dann den Ausgleich zum 21:21 (56.) erzielen konnte. Die letzten 5 Minuten blieben spannend. Mit einem Siebenmetertor zum 22:21 (58.) legte Dominika Zachova vor, Saskia Fackel glich zum 22:22 (59.) aus. Nachdem die Flames erneut in Ballbesitz kamen, nahm Heike Ahlgrimm ein weiteres Team-Timeout, um die letzten 43 Sekunden mindestens einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Als im Angriff passives Spiel angezeigt wurde und nochmal ein Ballverlust drohte, zeigte Myrthe Schoenaker ihre Routine und ließ sich beim Freiwurf immer wieder vom Gegner festmachen und sicherte den Flames den ersten Punktgewinn der neuen Saison.

„Ich bin absolut glücklich und stolz auf meine Mädels. Ich glaube, wenn man das ganze Spiel und vor allem die zweite Halbzeit sieht, dann ist das Unentschieden gerecht, weil wir uns das in der zweiten Halbzeit richtig erkämpft haben. Wir haben gefightet, wir haben gerackert und wir haben natürlich auch das Momentum genutzt, denn wir haben gemerkt, dass heute was geht. Wenn man dann immer wieder Tor um Tor aufholt, dann ist man so in einem Flow drin und das haben wir geschafft. Natürlich tut es im Hinterkopf sehr weh, dass sich Leo vermutlich sehr schwer verletzt hat. Am Anfang hatten wir da etwas Probleme gehabt,  dann haben wir uns gefangen und dann auch noch den einen Schritt mehr getan für Leo, die sehr wichtig ist für unsere Mannschaft. Ich bin heute nur stolz, dass wir diesen Punkt haben und der ist sehr wichtig, denn damit kann man sehr viel aufbauen und mit einem guten Gefühl in die nächsten Spiele gehen. Das gibt Energie, das gibt einem Selbstvertrauen und von daher bin ich heute nur glücklich, dass wir das geschafft haben“ zog die Coach Heike Ahlgrimm ein positives Fazit bei der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Statistik:
Thüringer HC:
 Laura Kuske, Petra Blazek, Rinka Duijndam; Annika Meyer 3, Yuki Tanabe, Dominika Zachova 2, Asli Iskit 1, Anika NIederwieser 3, Luca Szekerczes, Lamprini Tsakalou 5, Kerstin Kündig 1, Lydia Jakubisova 1, Jennifer Rode 5, Josefine Huber, Miranda Schmidt-Robben 1.

HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst 1, Leonie Kockel 2, Myrthe Schoenaker 5, Elisa Stuttfeld 3, Jana Haas 1, Lisa Friedberger 3/3, Christin Kühlborn, Saskia Fackel 2, Sarah van Gulik 1, Ines Ivancok 3, Neele Mara Orth, Dione Visser 1.

Strafwürfe: 1/3 (Lamprini Tsakalou scheitert an Vanessa Fehr und Helen van Beurden) – 3/3.