Flames können sich für Aufholjagd nicht belohnen

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Flames können sich für Aufholjagd nicht belohnen

Sarah Dekker erzielte 7 Tore gegen Leverkusen und wurde von den Fans zur besten Flames-Spielerin des Spiels gekürt / Bild: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach mussten am Samstagabend vor 850 Zuschauern ihre erste Heimniederlage in dieser Saison hinnehmen. Mit 27:30 (8:14) verlor das Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm gegen die Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen. Erfolgreichste Werferinnen waren Julia Maidhof (10/2 Tore) bei den Flames und Mia Zschocke (9) bei den Werkselfen.

Die erste Halbzeit verpennt, die zweite Halbzeit die Tugenden ausgepackt und gewonnen – in der Endabrechnung hat es aber nicht gereicht. So einfach könnte man das Spiel zusammenfassen.

Es war das Duell der direkten Tabellennachbarn. Der Siebte gegen den Achten, wobei die Werkselfen trotzdem als Favorit in die Partie gingen. Und sie waren von Anfang an wacher in der Begegnung, wie die Flames, die die erste Halbzeit fast komplett verschlafen haben und nicht an ihre Leistungen der letzten Spiele anknüpfen konnten.

Leverkusen erwischte einen guten Start

Kreisläuferin Anna Seidel brachte die Werkselfen mit 2 Treffern mit 0:2 (2. Minute) in Führung und beim Stande von 2:5 (9.) hatte sie bereits 4 Treffer erzielt, weil die Flames-Abwehr keinen Zugriff fand und ihr viel zu viel Spielraum ließ. Im Angriff wurden zu viele Bälle verworfen oder durch technische Fehler aus der Hand gegeben. Nach dem 4:9 (14.) durch die Ex-Flamme Joanna Rode nahm Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm ein Team-Timeout. Nicht nur der Trainerin gefiel es zu diesem Zeitpunkt nicht, was sie auf dem Feld bisher gesehen hatte, auch den sonst so lautstarken Flames-Fans hatte es die Sprache verschlagen und es war ungewohnt ruhig in der Halle, was aber auch mit daran lag, dass die führenden Werkselfen fast ohne Fans zum Spiel kamen.

„Wir haben in der 1. Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben zu viele Tore über den Kreis bekommen und hatten abwehrmäßig generell so unsere Probleme und bekamen keinen richtigen Zugriff.  Im Angriff hatten wir ebenfalls unsere Probleme und haben zu viel verworfen. Es fehlte uns auch so etwas die Stimmung und die Aggressivität, das schwappt dann auch auf die Zuschauer über“, analysierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm die erste Halbzeit nach dem Spiel.

Nach der Auszeit konnten die Flames zwar durch Christin Kühlborn gleich auf 5:9 verkürzen, doch Leverkusen setzte sich anschließend durch einen 4:0-Lauf bis auf 8 Tore zum 5:13 (24.) und 6:14 durch Mia Zschocke, die fast nach Belieben werfen konnte, ab. Sarah Dekker und Sarah van Gulik verkürzten noch auf den 8:14 Halbzeitstand.

Verwandelte Flames nach der Pause

Die Halbzeitpause tat den Flames gut. Coach Heike Ahlgrimm konnte ihre Schützlinge nochmal auf den Gegner neu einstimmen und ihrem Team die eigenen Stärken aufzeigen, die sie in der 1. Halbzeit vermissen ließen. Nach der Pause waren die Flames wie verwandelt. Sie waren wacher und fanden immer besser ins Spiel. Nach dem 10:17 für Leverkusen durch Svenja Huber (34.) begann die Aufholjagd der Flames, die durch sechs Tore in Folge auf 16:17 (40.) herankamen. Mia Zschoke erhöhte wieder auf 16:18 (42.). Sarah Dekker brachte die Flames wieder auf 1 Tor heran und Julia Maidhof sorgte mit ihrem verwandelten Siebenmeter zum 18:18 (44.) für den ersten Ausgleich in diesem Spiel.

Den Flames gelang dennoch nicht die Wende, weil sich immer wieder kleine Fehler einschlichen, die Leverkusen dann bestrafte. Beim 19:20 (47.) durch Sarah van Gulik waren die Flames noch dran. Elisa Stuttfeld erhielt eine Zeitstrafe und Leverkusen nutzte die Überzahl eiskalt aus. Svenja Huber per Siebenmeter und Torfrau Nele Kurzke sorgten für die 19:22 Vorentscheidung.

Heike Ahlgrimm nahm noch ein Team-Timeout und stellte auf eine offenere Abwehr um. Aber egal was die Flames noch probierten, Leverkusen nutzte seine Routine aus und konnte am Ende 27:30 gewinnen.

„Ich glaube, wenn man das ganze Spiel gesehen hat, dann war der Sieg von Leverkusen auch verdient gewesen“, bilanzierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel, die mit ihrem Team aber die positiven Sachen aus der 2. Halbzeit in die Woche mitnehmen wird.

„In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir heraus gehen und mit Leidenschaft arbeiten und wieder kämpfen müssen. Das haben wir dann eine Zeit lang richtig gut gemacht. Wir haben Leverkusen unter Druck gesetzt und waren beim Unentschieden dran. Dann machen wir wieder ein, zwei Fahler zu viel, wo Leverkusen wieder weggehen kann. Wie gesagt, am Ende haben wir dann alles probiert und es war auch mehr drin, doch wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und gegen solche Gegner muss halt alles passen. Es geht weiter, wir sind dichter dran und wir haben Leverkusen geärgert. Dann müssen wir uns halt nächste Woche wieder die Punkte holen“, so die Trainerin auch mit Ausblick auf das letzte Spiel vor der WM-Pause.

Am Sonntag (16 Uhr in Wiesbaden) ist das Derby beim Aufsteiger 1. FSV Mainz 05. Die Meenzer Dynamites feierten gestern ihren ersten Saisonsieg. Mit 40:33 entschieden sie in Ketsch das Kellerduell beim Mitaufsteiger Kurpfalz Bären für sich.

Statistik – Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst, Elisa Stuttfeld (2), Sarah Dekker (7), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (2/2), Christin Kühlborn (1), Caroline Hettinger, Sarah van Gulik (4), Julia Maidhof (10/2), Ines Ivancok (1)