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Flames kassieren in Blomberg höchste Saisonniederlage

Nachwuchsspielerin Julia Niewiadomska kam die letzten acht Minuten ins Spiel und erzielte vier Tore / Bild: ©Andrea Müller

Es war die schlechteste Saisonleistung von den Flames der HSG Bensheim/Auerbach. Mit 40:32 (19:15) unterlag das Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm verdient bei der HSG Blomberg-Lippe. Zwischenzeitlich lag man sogar beim 35:23 (51. Minute) mit zwölf Treffern im Hintertreffen. Erfolgreichste Torschützin bei den Flames war Julia Maidhof mit 9/6 Toren. Bei Blomberg erzielte Kreisläuferin Celine Michielsen 10 Tore.

Dabei waren die Flames nicht chancenlos ins Lippeland gefahren, obwohl Blomberg bisher nur gegen die TOP-3 verloren hatte. Wenn man aber 40 Tore bekommt, kann man nicht gewinnen und das sagt eigentlich schon alles über die Abwehrleistung aus. Besonders enttäuschend, da die Abwehr normalerweise die eigentliche Stärke der Flames ist. Die beiden Flames-Torfrauen Helen van Beurden (1. Halbzeit) und Jessica Kockler (2. Halbzeit) versuchten ihr Bestes, konnten aber die vielen Gegentreffer nicht verhindern, denn Abwehrarbeit fand an diesem Nachmittag in Blomberg überhaupt nicht statt.

Trotz der 32 erzielten Tore, waren es zu viele technische Fehler und man ging selten dorthin, wo es wehtat. Entsprechend angefressen war Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

„Glückwunsch an Blomberg zum verdienten Sieg. Ich bin ganz ehrlich. Nach so einem Spiel und so einer Leistung von meiner Mannschaft fällt es einem relativ schwer die Worte zu finden. Ich glaube, wir haben heute das schlechteste Spiel gemacht, seit ich in Bensheim als Trainerin bin. Das hat nichts mit taktischen Sachen zu tun, sondern das hat damit zu tun, dass wir uns ergeben haben. Darüber müssen wir reden. Das tut natürlich schon weh. 32 Tore auswärts sind in Ordnung, aber wir kriegen 40. Das ist nicht der Anspruch, den wir haben“, resümierte Heike Ahlgrimm auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Blomberg hatte die letzten 3 Spiele nicht mehr gewonnen und konnte beim 26:26 in der Vorwoche bei den Kurpfalz Bären Ketsch noch über einen Punkt froh sein. Hinzu wurde diese Woche bekannt, dass mit Silje Brøns Petersen, Celine Michielsen, Tessa van Zijl und Merle Heidergott vier Leistungsträgerinnen den Verein verlassen. Entsprechend unter Zugzwang stand das Team von HSG-Trainer Steffen Birkner, der im Vorfeld zum Spiel erläuterte: “Meine Mannschaft weiß, dass sie eine Reaktion zeigen muss.”

Seine Mannschaft versuchte dies auch gleich umzusetzen und lag mit 5:2 (7. Minute) und 6:3 (9.) vorn. Die Flames ließen sich aber nicht abschütteln und konnten durch Sarah van Gulik erstmals zum 6:6 (13.) ausgleichen. Ines Invancok sorgte mit ihrem Treffer zum 8:9 (18.) für die erste Flames-Führung.

Doch wer dachte, dies sei der Anfang der Wende, sah sich getäuscht. Die erste Führung, war zugleich die letzte Führung, denn die Abwehr war viel zu nachlässig und im Angriff wurden zu viele Fehler gemacht. Blomberg machte innerhalb von 6 Minuten durch einen 6:0-Lauf aus dem 8:9 Rückstand eine 14:9 Führung (24.). Beim 17:11 (28.) waren es bereits sechs Tore. Die Flames verkürzten auf vier Tore zur Pause. Mit einem 19:15 ging es in die Kabine.

Blomberg nutzt Fehler in zweiter Halbzeit konsequent

Durch einen 4:0-Lauf in den ersten sechs Minuten der zweiten Hälfte sorgte Blomberg für eine Vorentscheidung. Flames-Coach Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Timeout. Caroline Hettinger sorgte anschließend nach knapp acht Minuten des zweiten Abschnitts für den ersten Gästetreffer zum 23:16.

Die Abwehrleistung war weiterhin indiskutabel, was Blomberg gnadenlos ausnutzte. Über 24:17 und 27:19 (43.) legte Blomberg beim 32:22 (48.) erstmals zehn Tore vor und baute die Führung sogar auf 12 Tore zum 35:23 (51.) aus.

Julia Niewiadomska begeistert bei Kurzeinsatz

Flames-Trainerin hatte genug gesehen und nahm ihr letztes Team-Timeout und brachte danach Nachwuchsspielerin Julia Niewiadomska, die der einzige Lichtblick an diesem Tag war. Die 17-jährige verdiente sich daher auch ein Sonderlob der Trainerin, denn sie konnte in ihrer kurzen Einsatzzeit vier Treffer erzielen und noch für ein wenig Ergebniskosmetik sorgen.

„Wir wussten, was auf uns zukommt. Wir wussten, dass Blomberg unter Zugzwang steht und wir wussten, dass Blomberg heute eine Reaktion zeigt. Ich glaube, jeder der in der Halle war, hat gesehen, dass eine Reaktion da war. Wir werden darüber reden, denn auch wir müssen nach vorne schielen und eine Reaktion zeigen, weil das heute einfach keine Leistung war. Ich muss mich auch bei unseren Fans entschuldigen, für das was wir heute gemacht haben, so kann man in der Bundesliga einfach nicht bestehen“, war Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm sichtlich bedient über das, was ihre Mannschaft gezeigt hat.

Flames Achter in der Tabelle

Durch die Niederlage sind die Flames mit 10:16 Punkten jetzt auf dem 8. Platz. Oldenburg (9:17) sowie Göppingen und Neckarsulm (jeweils 8:18) sind wieder näher an die Flames in der Tabelle herangerückt. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Flames noch eine junge Mannschaft und bisher absolut im Soll sind. Seit dem Aufstieg sind sie zum diesem Zeitpunkt noch nie so gut dagestanden.

Niederlage schnell verarbeiten und Reaktion nächste Woche zeigen

Will man das weiterhin tun, dann muss die Leistung in Blomberg allerdings schnell verarbeitet und abgehakt werden. Mit einer Leistung, wie in Blomberg, wird es bei den Kurpfalz Bären nicht zu Punkten reichen, denn die holten zu Hause nicht nur einen Punkt gegen Blomberg, sondern sind derzeit selbstbewusst und sehr gut drauf. Auch in Dortmund hielt man bei der 33:19 Niederlage bis zum 22:18 gut mit. Eine nach dem Spiel gutgelaunte Bären-Trainerin Katrin Schneider machte gleich eine Kampfansage: “Wenn wir auch am kommenden Freitag so beherzt auftreten, wird es Bensheim nicht leicht haben, die Punkte in der Neurotthalle zu ergattern“.

Allerdings ist so ein Auftreten der Flames, wie in Blomberg, sicher nicht zu erwarten.

„Wie gesagt, heute ist es passiert. Wir werden darüber sprechen und ich kann ihnen garantieren, dass wir nächste Woche ganz anders auftreten und wieder zurückkommen werden“, verspricht Flames-Coach Heike Ahlgrimm, dass ihre Mannschaft im Derby bei den Kurpfalz Bären eine entsprechende Reaktion zeigen wird. Und wer die Flames-Trainerin kennt, weiß, dass sie alles dafür tun wird, damit ihr Team wieder in die richtige Spur findet.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Helen van Beurden, Jessica Kockler – Romana Gerisch (1), Elisa Stuttfeld, Sarah Dekker (4), Sanne Hoekstra (2), Lisa Friedberger (1), Christin Kühlborn, Caroline Hettinger (5), Sarah van Gulik (4), Julia Maidhof (9/6), Ines Ivancok (2), Julia Niewiadomska (4)

HSG Blomberg-Lippe:
Monz-Kühn, Veith – Schnack, Rüffieux (3), Heidergott (1), Smits (1/1), Jongenelen (5/4), van Zijl (4), Kordovská (5/2), Michielsen (10), Agwunedu (1), van Wingerden (1), Franz (2), Brons Petersen (7).