Flames kämpfen bis zum Schluss – verlieren aber das Hessenderby

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Flames kämpfen bis zum Schluss – verlieren aber das Hessenderby

Auch gegen die Vipers kämpften die Flames wieder bis zum Schluss und wurden erneut nicht mit Punkten belohnt / Foto: ©Andrea Müller

Es ist leider so, wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht und es fehlt am Ende das notwendige Glück. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach strotzen seit Wochen den personellen Widrigkeiten und müssen auf verletzte oder erkrankte Spielerinnen verzichten. Wie auch bereits am Samstag bei der unglücklichen Niederlage gegen Leverkusen, investierten sie viel und kämpften, doch am Ende stehen sie wieder mit leeren Händen da. Im Nachholspiel der Vorrunde unterlag das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm im Hessenderby gegen die HSG Bad Wildungen Vipers vor 315 Zuschauern mit 27:30 (16:14). Erfolgreichste Torschützin bei den Flames war Myrthe Schoenaker mit 7 Toren, bei den Vipers war Anouk Nieuwenweg mit 7/7 Toren am erfolgreichsten.

„Das ist absolut bitter. Nach so einem Spiel fehlen einem natürlich die Worte. Wir haben gekämpft, aber wir waren in der entscheidenden Phase einfach nicht clever genug. Wir können mit vier weggehen, machen aber einen Fehler. Die Vipers kommen wieder ran auf eins. Wir haben in der entscheidenden Phase vier Hundertprozentige nicht gemacht. Das müssen wir uns halt ankreiden. Wenn wir die vier Hundertprozentigen reinmachen, dann geht der Gegner nicht mir vier Toren weg. Das gehört dann auch dazu, dass das Quäntchen Glück dann nicht da ist. So stehen wir wieder mit leeren Händen da und sind jetzt unten angekommen“, bilanzierte die enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

Vipers-Trainerin Tessa Bremmer dagegen konnte sich über den nächsten doppelten Punktgewinn freuen und an Pluspunkten in der Tabelle mit den Flames gleichziehen.

„Wir sind unglaublich froh über diese Punkte. Wäre das Spiel 5 Minuten länger gegangen, hätte Bensheim vielleicht wieder geführt. Das war ein Spiel auf Augenhöhe und ein sehr spannendes Spiel. Ich fand es ein bisschen schade, dass beide Mannschaften in der ersten Hälfte so schnell die Strafen bekommen haben, denn ich denke die Spiele von Bensheim gegen uns sind immer hart umkämpfte, aber faire Spiele und das hat dann schon viel Einfluss auf das Spiel genommen. Heute haben wir hier am Ende ein bisschen das Glück gehabt, dass wir in der entscheidenden Phase vorgelegt und das durchgezogen haben. Für uns waren die zwei Punkte unglaublich wichtig. Wir wissen aber auch, wie es ist auf der anderen Seite zu stehen. Wenn man solche Spiele auf Augenhöhe hat und diese Spiele verliert. Das ist dieses Jahr einfach echt blöde und deswegen bin ich froh, dass wir gewonnen haben und bin stolz auf meine Mannschaft. Aber es tut mir im Herzen auch unglaublich Leid für Bensheim. Diese Saison wissen wir selber, wie schwierig es ist“, so Bremmer.

Es war erneut das erwartete Spiel auf Augenhöhe und bis zum 11:11 (23. Minute) ausgeglichen. Dann gelang den Flames für einen 3-Tore-Lauf die 14:11 Führung (26.). Innerhalb weniger Sekunden wurden dann Sarah van Gulik und Myrthe Schoenaker für zwei Minuten auf die Banke geschickt, so dass die Flames in doppelter Unterzahl auf dem Feld waren. Die Vipers kamen auf 2 Tore heran, doch Saskia Fackel konnte, trotz der Unterzahl, wieder auf 15:13 (28.) erhöhen. Dann musste Marieke Blase bei den Vipers auf die Bank und Isabell Hurst erhöhte wieder auf drei zum 16:13 (29.). Kira Schnack verkürzte kurz danach noch auf 16:14, was gleichzeitig auch der Halbzeitstand war.

Isabell Hurst erhöhte nach der Pause wieder auf drei Tore. Die hatten auch Bestand bis zum 19:16 durch Myrthe Schoenaker (35.).

Beim Stande von 20:18 gelang den Vipers erneut der Anschlusstreffer in Unterzahl (38.) und es folgten einige hektische Minuten auf beiden Seiten. Die Vipers erzielten durch einen verwandelten Strafwurf von Anouk Nieuwenweng und ein Tor von Verena Oßwald erstmals mit 20:21 (40.) wieder die Führung seit der 20. Minute.

Die Schiedsrichter verhängten eine Zeitstrafe gegen Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, kurz danach sah Munia Smits nach einem Foul an Dionne Visser die rote Karte. Julia Hafner erzielte kurz davor die Zwei-Tore-Führung für die Vipers.

Beim 22:23 waren die Flames auf ein Tor dran, vergaben dann aber Chancen, so dass sich die Vipers auf 22:26 (48.) absetzen konnten. Die Flames ließen sich aber nicht abschütteln und glichen zum 26:26 (53.) aus und gingen nach einem Treffer von Isabell Hurst mit 27:26 (57.) erstmals selbst wieder in Führung.

Annika Ingenpaß und Kira Schnack drehten wieder auf 27:28 (58.). Lisa Friedberger bekam eine Minute später eine Zeitstrafe. Die Vipers konnten in Überzahl dann auf den 27:30 Endstand erhöhen.

Der Stand auf die Tabelle zeigt, wie wichtig diese Begegnung war. Die Vipers sind jetzt 11. in der Tabelle mit 13:31 Punkten, die Flames bleiben 10. mit 13:27 Punkten, haben aber noch ein ganz schweres Restprogramm.

Dies verdeutlichte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm auch in der Pressekonferenz. „Wir wissen, worum es geht. Wir werden weiter arbeiten, weiter kämpfen und versuchen, da wieder gestärkt rauszukommen. Ich hoffe, dass Ines dann wieder da ist. Wir müssen weitermachen, wir müssen weiter an uns glauben und wir wissen wie schwer das ist. Wir stehen da unten und haben noch sechs sehr, sehr schwere Spiele, das wissen wir auch. Aber wir werden alles dafür tun, dass wir uns diese zwei Punkte irgendwo holen und müssen weitermachen“, so Heike Ahlgrimm.

Ihr und ihrem Team bleiben nur zwei Tage Zeit. Dann wartet die nächste schwere Aufgabe sie. Am Samstag, 16.04.2022, geht es zum Tabellenfünften nach Metzingen.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden – Isabell Hurst 5, Lotta Heider 1, Myrthe Schoenaker 7, Elisa Stuttfeld, Jana Haas, Lisa Friedberger 4/2, Christin Kühlborn 3, Saskia Fackel 1, Sarah van Gulik 5, Neele Mara Orth, Dionne Visser 1.