Flames gewinnen ersatzgeschwächt 30:26 in Oldenburg und verlassen die Abstiegsränge

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Flames gewinnen ersatzgeschwächt 30:26 in Oldenburg und verlassen die Abstiegsränge

Jubel mit den vielen angereisten Fans / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Sie waren so oft dran in den letzten Spielen und standen am Ende mit leeren Händen da – gestern konnten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach und ihre Trainerin Heike Ahlgrimm endlich belohnen. Mit 30:26 gewannen die Flames vor 956 Zuschauern völlig verdient beim Tabellenzehnten VFL Oldenburg und konnten nicht nur beide Punkte mit nach Hause nehmen, sondern auch noch die Abstiegsränge verlassen. Beste Werferin der Flames waren Merel Freriks mit 8 Toren und Bogna Sobiech (7).

Die Voraussetzungen waren alles andere als optimal, als die Flames  am Sonntagmorgen um 8:00 Uhr die knapp 500 km lange Reise nach Oldenburg antraten.  Gerade mal sieben Feldspielerinnen und die beiden Torhüterinnen standen Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm aus dem Bundesliga-Kader zur Verfügung. So wurde die Mannschaft mit Nina Rädge und Lisa Mößinger von den Junior-Flames ergänzt. Auch das Wetter meinte es anfangs nicht gut mit den Flames. Starker Schneefall sorgte die ersten 200 km für erschwerte Bedingungen. Desto näher man sich Oldenburg näherte, umso besser wurde das Wetter und man wurde in Oldenburg mit Sonnenschein empfangen. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass die Sonne knapp 4 Stunden später nur noch für die Flames scheinen sollte.

Das Hinspiel verloren die Flames 22:28 und sie schienen daher im Vorfeld auch der ideale Aufbaugegner für den VFL Oldenburg zu sein, der in der Rückrunde noch auf den ersten Sieg wartete und sich mit einem Sieg wieder Selbstvertrauen und Leichtigkeit holen wollte, wie es VFL-Trainer Niels Bötel vor dem Spiel sagte.

In der 1. Halbzeit schien der Plan für den VFL auch noch aufzugehen. VfL-Spielführerin  Kim Birke brachte ich Team mit 1:0 in Führung. Merel Freriks und Bogna Sobiech sorgten dann für die erste Flames-Führung in diesem Spiel (3. Minute), Angie Gescke kurz danach für den Oldenburger 2:2 Ausgleich. Carolin Schmele scheiterte vom Siebenmeterpunkt, Sarah van Gulik brachte die Flames wieder mit 3:2 in Front. Doch die Gastgeberinnen hatten in der 9. Minute aus diesem 2:3 Rückstand bereits eine 6:3 Tore Führung gemacht und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm eine Auszeit. Genau richtig – Carolin Schmele und Bogna Sobiech verkürzten anschließend auf 6:5 (10.). Ein Doppelschlag von Carolin Schmele zum 7:7 (14.) bedeutete erstmals wieder den Ausgleich. Angie Geschke scheiterte mit ihrem Siebenmeter an Jessica Kockler, gegen den Nachwurf war diese aber machtlos und Simone Spur Petersen sorgte für das 9:7 (16.). Merel Freriks, die die verletzte Caroline Thomas am Kreis glänzend vertrat, sorgte mit ihren beiden Treffern erneut für den Ausgleich zum 9:9 (18.). Nach 21 Minuten führte der VFL erstmals wieder mit 3 Toren beim 12:9 und konnte diesen Abstand mit in die Pause nehmen (15:12 Halbzeitstand), weil die Flames wieder paar kleine Fehler zu viel machten und durch Sarah van Gulik einen weiteren Siebenmeter vergaben.

12:15 Rückstand zur Halbzeit

In der Pause fand Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die richtigen Worte. „Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass heute hier was geht“, freute sich Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Und ihre Flames kamen hellwach aus der Kabine. Knapp sieben Minuten benötigte ihr Team dann nach Wiederanpfiff, um aus dem 12:15 Rückstand eine 17:15 Führung (37.) zu machen.

In der Folge entwickelte sich ein enges Spiel in dem sich keins der beiden Teams absetzen konnte. Der VFL machte aus einem 16:18 Rückstand eine 19:18 Führung (40.)  und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte sofort mit einer weiteren  Auszeit.

Mit Erfolg – es sollte die letzte Oldenburger Führung in diesem Spiel gewesen sein. Merel Freriks, Sarah van Gulik und Bogna Sobiech wandelten das 18:19 in eine 21:19 Führung  (47.).

Jenny Behrend ließ den VFL sechs Minuten vor dem Ende mit ihrem 24:24 nochmal auf den ersten Rückrundensieg hoffen, doch nur drei Minuten später konnte der VFL die Hoffnung begraben, denn die Flames zogen auf 27:24 (57.) davon – die Vorentscheidung.

Am Ende siegten die Flames mit 30:26 und der Jubel kannte keine Grenzen – auch nicht bei den gut 100 Fans, die aus Holland zur Unterstützung angereist waren sowie dem Flames-Fanclub.

Durch den Sieg tauschten die Flames den Tabellenplatz mit der Neckarsulmer Sportunion, die mit 7:29 Punkten jetzt Vorletzter ist. Mit 8:28 Punkten gehen die Flames als Tabellenzwölfter in die Länderspielpause.

Am 31.03.2018 kommt es dann um 17.30 Uhr in der Weststadthalle Bensheim zum direkten Duell mit der Neckarsulmer Sportunion, die das Hinspiel mit 26:24 gewann.

 

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames): Ich bin absolut froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Wir haben heute eine Energieleistung gebracht und ich kann das alles auch noch gar nicht so richtig fassen. Das muss erst ein bisschen sacken. Wir haben in den letzten Wochen wirklich viele Spiele so eng bestritten und dann am Ende mit zwei, drei Toren verloren und sind hier heute hergefahren mit 7 Feldspielerinnen aus dem Bundesligakader und mit 2 Ergänzungsspielerinnen. Das wir das heute geschafft haben, da bin ich  wahnsinnig stolz auf die Mädels. Wir haben in der 1. Halbzeit auch schon viele Dinge richtig gemacht, leider waren wir zu undiszipliniert.  Das habe ich auch in der Halbzeitpause gesagt, dass wir disziplinierter sein müssen im Angriff und das wir geduldiger sein sollen. Wir haben es immer wieder geschafft auf ein Unentschieden, dann haben wir wieder zwei, drei Fehler gemacht und dann war Oldenburg wieder mit zwei, drei Toren weg. Die 15:12 Halbzeitführung ging für Oldenburg voll in Ordnung.

In der Halbzeitpause haben wir gesagt: so jetzt kommt unsere Zeit! Wir haben gesehen, dass das Spiel von Oldenburg sehr von Angie Geschke geprägt ist, die heute keinen guten Tag hatte. In der 2. Halbzeit haben wir wirklich gekämpft, waren mal mit zwei Toren vorne, dann war es wieder Unentschieden. Dann war das Spiel so Spitz auf Knopf, wo wir mit einem Tor hinten lagen beim 19:18 für Oldenburg.  Danach haben wir angefangen auch geduldig zu sein. Heute waren wir mal den Tick cleverer und wenn ich das ganze Spiel sehe, dann haben wir heute auch verdient gewonnen.

Niels Bötel (VFL Oldenburg): Glückwunsch an Bensheim.  Mit der 1. Halbzeit bin ich eigentlich ganz gut zufrieden, es hätten paar Tore mehr sein können, weil  wir dann zu viele Fehler gemacht haben. Die 2. Halbzeit war absolut desolat. Wir verlieren die 2. Halbzeit mit 7 Toren. Das hat heute nicht so viel mit Handball zu tun gehabt. Wir haben Bensheim immer wieder zu schnellen Toren eingeladen über die erste und zweite Welle. Da sind wir dann auch überrannt worden. Das ist das, was ich meiner Mannschaft heute ankreide, dass wir in der 2. Halbzeit von der Power her nicht das geleistet haben, was wir in der 1. Halbzeit und einige Spiele davor gezeigt haben. Dementsprechend geht die Niederlage heute auch vollkommen in Ordnung.

Statistik:

VFL Oldenburg: Julia Renner, Madita Kohorst – Lisa-Marie Fragge, Griet Prante, Kim Birke (4), Marie Steffen, Julia Wenzl (2/2), Simone Spur Petersen (1), Jane Martens (2), Angie Geschke (6/3), Cara Hartstock (3), Ann-Katrin Roller, Malene Staal (2), Jennifer Winter (3).

HSG Bensheim/Auerbach Flames: Jessica Kockler, Pauline Radke – Anja Ernsberger, Carolin Schmele (6/2), Nina Rädge, Lisa Mössinger,  Martha Logdanidou (2), Merel Freriks (8), Sarah van Gulik (4), Julia Maidhof (3), Bogna Sobiech (7).

Siebenmeter: 7/5 ( Geschke scheitert zweimal)  – 6/2 (2 x Schmele, van Gulik und Logdanidou scheitern)

Schiedsrichter: Julian Fedtke, Niels Wienrich

Zuschauer: 956