Flames feiern souveränen Sieg im Nachbarschaftsderby

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Flames feiern souveränen Sieg im Nachbarschaftsderby

Derbysieger / Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben das Derby in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch souverän mit 30:14 (19:7) gewonnen. Während das Hinspiel noch eng umkämpft war, war das Rückspiel zwischen dem Tabellensiebten und dem Tabellenletzten doch eine sehr einseitige Angelegenheit. So konnte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm bereits früh munter durchwechseln und alle Feldspielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein. Die erfolgreichsten Torschützen bei den Flames waren Lisa Friedberger mit 6/3 Toren und Elisa Stuttfeld mit 5 Toren, bei den Kurpfalz Bären war Lara Eckhardt mit 4/1 Toren am treffsichersten.

Kein Wunder, dass Flames-Coach Heike Ahlgrimm mit der Leistung ihres Teams insgesamt sehr zufrieden war. „Das deutliche Ergebnis liegt daran, dass wir Ketsch nicht unterschätzt haben und von Anfang an gezeigt haben, dass heute hier nichts vorbei geht und wir das sehr ernst genommen haben. Ich habe meine Mädels gewarnt, weil das Hinspiel knapp war. Ich muss ihnen heute ein Kompliment machen, dass sie wirklich von der ersten Sekunde an alles in die Waagschale geworfen haben. Wir haben uns vorgenommen in der Abwehr gut zu stehen und kriegen in 60 Minuten nur 14 Tore und ich glaube, da können wir sehr zufrieden sein. Natürlich haben wir einige Fehler gemacht, auch im Angriff, was klar ist, wenn man viele Dinge ausprobiert. Ich konnte, im Vergleich zu den letzten Wochen, viele Spielanteile verteilen. Jeder hat mal gespielt und wir konnten so Kräfte sammeln, weil die letzten Wochen, sehr anstrengend waren. Von daher bin ich heute absolut zufrieden“, zog Heike Ahlgrimm eine positive Bilanz bei der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Ihr Gegenüber Adrian Fuladdjusch, der auf eine ähnlich enge Begegnung, wie im Hinspiel gehofft hatte, war verständlicherweise enttäuscht: „Das war keine gute Leistung von uns, wir waren nie willig auf der Platte. Wir haben sowohl im Angriff, wie auch in der Abwehr viel vermissen lassen. Das müssen wir jetzt analysieren, woran es lag. Ich habe wohl nicht die richtigen Worte gefunden im Verlauf der Woche, um die Mannschaft da hinzukriegen, dass sie die Leistung abrufen kann und ich habe wohl auch in der Taktik nicht die richtigen Dinge gefunden. Von daher nehme ich die volle Verantwortung auf meine Kappe und analysiere jetzt alles mit meinem Trainerteam, dann werden wir den Mund abputzen, gut trainieren, um in den nächsten Spielen hoffentlich ein anderes Gesicht zu zeigen“.

Das Fehlen der verletzten Alicia Soffel und Isabell Hurst, die in den letzten Wochen immer mehr zu Leistungsträgerinnen auf ihren Positionen im linken Rückraum und am Kreis geworden sind, wirkte sich gegen die Kurpfalz Bären noch nicht negativ aus und ihre Teamkameradinnen sprangen für sie in die Presche. „Die zwei Verletzungen tun uns natürlich weh. Das sind zwei Mädels, die in den letzten Wochen richtig gut drauf waren. Das schmerzt, aber wir müssen das jetzt so annehmen. Wir können das nicht ändern, aber ich glaube, dass wir das als Mannschaft kompensieren können. Auf allen Positionen sind wir doppelt gut besetzt und müssen das die restlichen Spiele so ausgleichen“, erklärte Heike Ahlgrimm.

Von Beginn an zeigten die Flames, dass sie wach sind und das Nachbarschaftsderby frühzeitig für sich entscheiden wollen. Nach knapp 5 Minuten führten sie bereits mit 5:1 und zwangen Bären-Coach Adrian Fuladdjusch zum ersten Team-Timeout. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Flames schon zweimal ins leere Tor einnetzen können, weil der 7:6-Angriff der Kurpfalz Bären keine Wirkung zeigte und die Flames über die Abwehr in Ballbesitz und zu Gegenstößen kamen.

Deutliche 19:7-Halbzeitführung

Cara Reuthal konnte per verwandelten Siebenmeter auf 5:2 (verkürzen), doch die Flames zogen durch einen 5:0-Lauf auf 12:2 (17.) davon und hatten erstmals einen 10-Tore-Vorsprung. Heike Ahlgrimm wechselte nun immer wieder durch, um allen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben und etwas Kräfte zu schonen. Mit einem deutlichen 19:7-Vorsprung ging es in die Kabine.

Im Tor fand jetzt ebenfalls ein Wechsel statt. Für die stark haltende Helen van Beurden, die mit 10 Paraden und 58,82% gehaltener Bälle eine geniale Quote aufwies, ging nun Jessia Kockler ins Tor, die auf eine annähernd  gute Quote mit 56,25% kam. Dies ist auch ein Ergebnis der diesmal guten Abwehrarbeit an diesem Abend.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Doppelschlag von Ketsch durch Lara Eckhardt und Rebecca Engelhardt zum 19:9 (32.). Ein erneuter 5:0-Lauf der Flames zum 24:9 (38.) durch einen sicher verwandelten Siebenmeter von Lisa Friedberger brachte die Flames mit 15 Toren in Front.

Saskia Fackel, die nächste Saison das Trikot der Flames trägt, verkürzte mit ihrem zweiten Treffer auf 24:10 (39.).

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Die Flames erhöhten bis auf 30:12 (56.). Den Kupfalz Bären gelang in den verbleibenden vier Minuten noch eine Ergebniskorrektur durch Lara Eckhardt und Lena Feiniler auf den 30:14 Endstand und den Schlusspunkt unter das letzte Nachbarschaftsderby für längere Zeit. Da die Kurpfalz Bären keine Lizenz für die erste Liga beantragt haben, wird das Team von Adrian Fuladdjusch – unabhängig vom sportlichen Saisonausgang – in der nächsten Saison in der zweiten Liga antreten.

Das nächste Spiel ist für die Flames, wie für alle anderen Erstligisten auch, durch die Nationalmannschaftslehrgänge erst in zwei Wochen. Für die Flames steht dann beim Tabellenzweiten SG BBM Bietigheim eine richtig schwere Aufgabe auf dem Programm.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Leonie Kockel (4), Lotta Heider (3), Elisa Stuttfeld (5), Simone Spur Petersen (3), Sarah Dekker (2), Lisa Friedberger (6/3), Christin Kühlborn (1), Sarah van Gulik (2/2), Ines Ivančok (1), Julia Niewiadomska (1), Dionne Visser (2).

Kurpfalz Bären:
Johann Wiethoff, Leonie Moormann –  Katja Hinzmann, Lena Feiniler (3), Jule Haupt (1), Samira Brand, Sophia Sommerrock, Saskia Fackel (2), Cara Reuthal (1/1), Amelie Möllmann (1), Lea Marmodee, Marlene Herrmann, Rebecca Engelhardt (2), Lara Eckhardt (4/1), Elena Winnewisser.