Flames feiern 34:33-Heimsieg gegen den Thüringer HC

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Flames feiern 34:33-Heimsieg gegen den Thüringer HC

Christin Kühlborn feierte mit den Flames den ersten Sieg im neuen Jahr / Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach feierten am Samstagabend vor 185 Zuschauern in der Weststadthalle im dritten Anlauf ihren ersten Sieg im neuen Jahr. Nach dem 22:22 im Hinspiel gewannen die Flames das Rückspiel gegen den Favoriten Thüringer HC mit 34:33 (16:17). Gegen den Tabellenvierten holten sie damit fast die optimale Punktzahl in dieser Saison gegen den THC und zeigten erneut, dass sie gegen die Großen der Liga mithalten und durchaus auch punkten können. Durch den Sieg verbesserten sich die Flames auf den 7. Tabellenplatz, der THC bleibt Vierter. Erfolgreichste Torschützinnen waren Lisa Friedberger mit 8/5 Toren und Sarah Dekker mit 6 Toren bei den Flames sowie Kerstin Kündig mit 7/3 Toren und Lydia Jakubisova mit 6 Toren beim THC.

„Vielleicht ist das Momentum ja diesmal auf unserer Seite“, hoffte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm auf eine Überraschung vor dem Spiel. Dabei waren die Voraussetzungen auch bei den Flames nicht die Besten. Neben den beiden Langzeitverletzten Leonie Kockel und alicia Soffel muss sie weiterhin auf Elisa Stuttfeld verzichten. Hinzu kamen noch Saskia Fackel, die sich am Donnerstag im Training verletzte sowie Jana Haas, die am Sonntag bei den Junior Flames und der A-Jugend-Bundesliga zum Einsatz kam.

„Der Sieg und die zwei Punkte waren ganz wichtig. Wir haben uns das verdient, weil wir sie unbedingt wollten und heute alles dafür investiert haben. Es hat nicht alles geklappt, das ist normal, aber wir haben uns die wirklich erkämpft“, bilanzierte die glückliche Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Ihr Team hatte die Trainerin gut auf den Favoriten eingestellt. So waren die Flames von Anfang an wach und fokussiert. Den ersten Treffer des Abends setzten die Gäste. Yuki Tanabe war zum 0:1 (3.) erfolgreich. Lisa Friedberger vergab die Chance auf den Ausgleich per Siebenmeter. Torfrau Helen van Beurden parierte einen Wurf des THC und reagierte schnell und warf den Ball zum 1:1-Ausgleich ins leere THC-Tor. Zwei Zeitstrafen gegen den THC bedeuteten eine doppelte Überzahl, die die Flames durch Treffer von Dionne Visser und Sarah van Gulik auf eine 3:1-Führung ausbauten (5.).

Die Flames legten weiterhin vor und hatten bis zum 12:8 (17.) ihren Vorsprung auf 4 Tore ausgebaut. Durch einen 4-Tore-Lauf gelang dem THC durch den Treffer von  Lydia Jakubisova zum 12:12 in der 22. Minute erstmals wieder der Ausgleich.

In Unterzahl legte Sarah Dekker wieder auf 13:12 (23.) vor, doch Johanna Reichert egalisierte erneut. Asli Iskit und Miranda Schmidt-Robben sorgten anschließend erstmals für eine 2-Tore-Führung der Gäste zum 13:15 (25.) und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Timeout. Lisa Friedberger verkürzte eine Minute später per verwandelten Strafwurf zum 14:15 (26.).

Fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff hatte der THC beim Stande vom 16:17 noch die Chance mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine zugehen, doch Kerstin Kündig verwarf den Siebenmeter. So blieb es bei der knappen Gästeführung.

Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischten die Flames. Trotz Unterzahl nach einer Zeitstrafe kurz vor der Pause für Isabelle Hurst konnten die Flames nach Toren von Sarah Dekker, Lotta Heider und Christin Kühlborn das 16:17 in ein 19:17 wandeln (34.) und Gästetrainer Herbert Müller nahm eine Auszeit.

Den nächsten Treffer erzielten trotzdem die Flames durch Sarah Dekker zum 20:17 (37.).

Der THC ließ sich aber nicht abschütteln und hatte durch einen von Kerstin Kündig verwandelten Siebenmeter wieder zum 20:20 (40.) ausgleichen können.

Die Flames sorgten ihrerseits durch einen 3:0-Lauf wieder für eine 3-Tore-Führung zum 23:20 (42.). Der 3-Tore-Vorsprung hielt bis zum 26:23 (47.).

Der THC blieb aber in Schlagweite und konnte durch Jennifer Rohde wieder zum 26:26 (49.) egalisieren. Bis zum 28:28 legten die Flames ein Tor vor, der THC glich aus.

Nach den beiden Treffern von Sarah Dekker und einem verwandelten Strafwurf durch Lisa Friedberger zum 30:28 (54.).

Kerstin Kündig verkürzte auf 30:29, doch Isabell Hurst und Sarah van Gulik erhöhten vorentscheidend auf 32:29 (56.) und Herbert Müller nahm seine letzte Auszeit, um sein Team für die letzten fünf Minuten einzustimmen, um eventuell noch Punkte aus Bensheim mit nach Hause zu nehmen.

Yuki Tanabe und Asli Iskit brachten den THC nochmals auf einen Treffer zum 32:31 (57.) ran. Auch Kerstin Kündig gelang beim 33:32 nochmals der Anschluss in dem dramatischen Schlussfinish. Lisa Friedberger verwandelte 30 Sekunden vor dem Ende erneut einen Strafwurf zum 34:32 – die Entscheidung.

Mit dem Schlusspfiff bekam der THC noch einen Strafwurf zugesprochen. Kerstin Kündig konnte mit ihrem siebten Treffer aber nur noch Ergebniskorrektur zum 34:33-Endstand betreiben.

Die Zuschauer auf der Tribüne feierten da schon ihre Flames und den ersten Sieg im Jahr 2022 und den ersten Heimspielsieg gegen den THC überhaupt.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr 1, Helen van Beurden 1; Isabell Hurst 2, Lotta Heider 2, Myrthe Schoenaker 3, Sarah Dekker 6, Lisa Friedberger 8/5, Christin Kühlborn 3, Sarah van Gulik 5, Ines Ivancok 1, Neele Mara Orth, Dionne Visser 2.

Thüringer HC: Laura Kuske, Irma Elisabet Schjött; Annika Meyer 4, Yuki Tanabe 3, Dominika Zachova, Asli Iskit 3, Anika Niederwieser, Lamprini Tsakalou, Kerstin Kündig 7/3, Lydia Jakubisova 6, Johanna Reichert 4, Kim Braun, Jennifer Rode 4, Miranda Schmidt-Robben 2.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Herbert Müller (Thüringer HC):
Zuerst einmal ist es schön, dass man wieder paar Zuschauer in der Halle sehen kann, was sich hoffentlich in den nächsten Wochen noch in eine ganz andere Dimension verändert. Das tut einfach gut, weil Handball vor leeren Rängen einfach keinen Spaß macht. Ich denke, dieses Spiel hätte heute viel mehr Zuschauer verdient, vor allem von der Spannung. Das Spiel hat von Kampf und Spannung gelebt. Mein Glückwunsch geht an Heike und an Bensheim/Auerbach für diese beiden Punkte. Sie haben uns diese Saison maximal geärgert, sowohl bei uns zu Hause, als auch jetzt auswärts. Das waren zwei knappe Spiele. Wir hätten natürlich gerne ein bisschen mehr gepunktet, aber Bensheim hat gefightet bis zum Umfallen, hat auch nie nur einen Millimeter Platz uns gelassen. Und ich denke genau dieses ein bisschen mehr ackern in der Abwehr war der entscheidende Unterschied. Wenn Du 33 Tore auswärts wirfst, musst Du so ein Spiel gewinnen. Also braucht man gar nicht lange diskutieren, wo unser Problem lag. Da hinten in der Defensive haben wir keinen Zugriff bekommen, wir haben in beiden Halbzeiten viel zu viele Tore bekommen. Wir hatten auch die Gelegenheit das Spiel für uns zu drehen, aber wir haben die Chancen ganz fahrlässig liegen lassen. Du hast kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Siebenmeter und wenn du den nutzt gehst du praktisch mit zwei Toren Führung in die Halbzeit und dann hast du eine Überzahl, die wir mit 0:2 verlieren und dann gehst du mit 3 bis 4 Toren Vorsprung, um dann mit der notwendigen Lockerheit in die zweite Halbzeit zu gehen. Das schenken wir leichtfertig her und auch die technischen Fehler, die wir vorne gemacht haben sind uns auf die Füße gefallen. Von daher müssen wir uns an die eigene Nase fassen und können nur gratulieren. Bensheim hat so gefightet, dass sie die beiden Punkte auch verdient haben.

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Zuerst einmal will ich auch „Danke“ sagen. Ich habe das  Gefühl, dass heute mehr Zuschauer in der Halle waren, als sonst. Das hilft uns auch in der Situation, wo nicht so viele kommen dürfen. Ihr habt uns am Ende auch getragen. An die, die da waren vielen Dank. Ich glaube auch, dass der Sieg und die zwei Punkte für uns heute ganz wichtig waren. Das habe ich auch gerade meinen Mädels gesagt, dass wir uns die verdient haben, weil wir sie unbedingt wollten. Wir haben heute alles dafür investiert. Es hat nicht alles geklappt, das ist normal. Wir haben uns von Rückschlägen nicht leiten lassen, auch diese Woche wieder mit dem Ausfall von Saskia. Das sind so Kleinigkeiten. Wir waren letzte Woche schon so dicht dran. Heute haben wir sie uns erkämpft und ich bin total stolz auf die Mädels. Dies müssen wir jetzt kompensieren und weitermachen und ich hoffe, dass wir nicht nur gegen die Großen gewinnen, sondern das auch mal kompensieren gegen die Kleinen.