Flames erkämpfen sich die Punkte in Göppingen – Isabell Hurst verletzt

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Flames erkämpfen sich die Punkte in Göppingen – Isabell Hurst verletzt

Die Siegesfreude wurde durch die Verletzung von Isabell Hurst (Szene aus dem Hinspiel) getrübt, die sich 10 Minuten vor spielende die Schulter auskugelte. /Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach machen es die letzten Spiele in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) spannend und haben das vierte enge Spiel in Folge absolviert. Mit 27:28 (15:12) gewannen die Flames am Sonntag bei Frisch Auf Göppingen. Wie in den knappen Begegnungen letztes Wochenende gegen Bad Wildungen (33:32) und Buxtehude (31:31) sowie eine Woche vorher in Leverkusen (26:27) fiel die Entscheidung in den letzten Sekunden. Frisch Auf war die letzten Sekunden noch im Ballbegriff, konnte aber durch ein Stürmerfoul keinen Treffer mehr erzielen. Getrübt wurde die Freude durch die Verletzung von Isabell Hurst, die sich 10 Minuten vor dem Ende die Schulter auskugelte. Über die Schwere der Verletzung kann erst das MRT Auskunft geben. Erfolgreichste Torschützen waren Lisa Friedberger mit 7/5 Toren bei den Flames und Romy Morf-Bachmann mit 6 Toren für Frisch Auf.

„Am Ende des Tages zählen die zwei Punkte und das ist ganz, ganz wichtig“, bilanzierte Flames-Heike Ahlgrimm nach dem Spiel. „Wir haben richtig gut angefangen. Es steht 7:3, dann haben wir völlig den Faden verloren und kriegen einen 8:3-Lauf gegen uns. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt auch keinen Zugriff zum Spiel, weil wir keine Emotionen mehr hatten und haben dadurch den Gegner stark gemacht. So gehen wir mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine“.

Es war das bereits im Vorfeld beschriebene schwere Spiel, in das die Flames aber gut hereinkamen und die Anfangsphase dominierten. Die Flames gingen zweimal vom Punkt durch Lisa Friedberger 0:2 (4. Minute) in Führung. Anja Brugger verkürzte von Rechtsaußen auf 1:2 und Romy Morf-Bachmann glich zum 2:2 aus. Sarah von Gulik brachte die Flames wieder auf 2:3 in Front. Jessica Kockler konnte einen Wurf von Louisa Wolf halten und ihn auf die schnell nach vorne laufende Elisa Stuttfeld spielen, die auf 2:4 (7.) erhöhte. Lisa Friedberger nutzte die große Lücke in der Abwehr und erhöhte auf 2:5. Louisa Wolf scheiterte anschließend per Siebenmeter an Jessica Kockler (10.). Die Flames konnten sich weiter auf 3:7 (13.) absetzen

Unkonzentriert nach starker Anfangsphase

Nach dieser starken Phase schlichen sich erste Fehler mit unnötigen Ballverlusten ein und Anne Bocka im Göppinger Tor konnte einige Würfe entschärfen. Dies gab den Gastgeberinnen Sicherheit und sie spielten zunehmend konzentrierter und  glichen zum 10:10 (22.) aus und gingen durch Romy Morf-Bachmann sogar erstmals mit 11:10 (24.) in Führung.

Flames-Coach Heike Ahlgrimm reagierte sofort mit einem Team-Timeout, um ihre Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

Göppingen ließ sich aber durch die Auszeit nicht aus der Ruhe bringen und erhöhte beim 13:10 (27.) erstmals auf drei und durch Anja Brugger beim  15:11 (29.) sogar auf einen Vier-Tore-Unterschied, was schon etwas erstaunlich war, da die Flames eigentlich Göppingen in den ersten 10 Minuten gut im  Griff hatten, spielbestimmend waren und selbst bereits mit 4 Toren führten.

Elisa Stuttfeld verkürzte noch auf 15:12 kurz vor der Pause. Göppingen hatte noch 12 Sekunden zum Angriff, scheiterte aber am Pfosten. So ging es mit einer 15:12-Führung für Göppingen in die Kabine.

Offener Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit

Die 2. Halbzeit begann, wie die erste Halbzeit aufgehört hatte, mit einem technischen Fehler der Flames, den Tempogegenstoß konnte aber Jessica Kockler parieren. Sarah von Gulik erzielte den ersten Treffer im zweiten Abschnitt per Siebenmeter zum 15:13 (33.) und Sarah Dekker den Anschluss zum 15:14 (35.). Göppingen blieb aber weiter vorne und konnte durch Roxana-Alina Ioneac sogar wieder auf einen Drei-Tore-Vorsprung zum 20:17 (42.) erhöhen.

Die Flames gaben aber nicht auf. Sarah Dekker verkürzte auf 20:18 von außen. Ein Ballverlust von Göppingen ermöglicht Sarah Dekker per schnellem Gegenstoß das 20:19 (43.)  und Isabel Hurst konnte kurz danach wieder auf 20:20 (45.) ausgleichen. Die Flames waren endgültig wieder im Spiel. Göppingens Trainer Nico Kiener nahm daraufhin umgehend eine Auszeit.

Romy Morf-Bachmann brachte anschließend mit ihrem fünften Treffer zum 21:20 (44.) nach vorne, Simone Spur Petersen glich umgehend aus. Pascale Wyder zum 22:21 (45.). Ein Doppelschlag von Isabell Hurst zum 22:23 (48.) war erstmals wieder die Führung der Flames, Sarah Dekker erhöhte noch auf 22:24 (49.)

Es blieb spannend. Nach Anja Bruggers 25:25 (53.) keimte bei Göppingen wieder Hoffnung auf. Ines Ivancok brachte die Flames mit 25:26 (54.) nach vorn (54.). Diese Führung hielt Helen van Beurden im Siebenmeter-Duell gegen Louisa Wolf fest (55.). Erneut Ines Ivancok und Dionne Visser, die nach einem Lattenkracher von Lisa Friedberger zur Stelle war, erhöhten auf 26:28. Frisch Auf verkürzte durch Sina Ehmann zum 27:28 (60.).  Flames-Coach H Heike Ahlgrimm nimmt 29 Sekunden vor dem Ende ihre letzte Auszeit, damit ihr Team die Führung über die Zeit bringen und noch einen Treffer erzielen kann. Ihr Team ließ den folgenden Angriff jedoch ungenutzt, so dass Frisch Auf zwölf Sekunden vor dem Abpfiff nochmal in Ballbesitz kam, diese Chance jedoch nicht nutzen konnte. Sina Ehmann leistete sich kurz vor dem Schlusspfiff ein Stürmerfoul gegen Dionne Visser und sicherte den Flames somit die zwei erkämpften Punkte.

„In der zweiten Halbzeit haben wir einfach den Kampf angenommen. Wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gehabt, wir haben gekämpft, wie nichts. Das war kein schönes Spiel, aber wir haben es als Team gemacht. Als wir mit zwei Toren geführt haben,  hätten wir sogar mit drei Toren weggehen können. Am Ende sind wir froh, dass wir die zwei Punkte haben. Das war schon glücklich, denn wir hätten auch unentschieden spielen oder verlieren können. Aber wir haben sie uns erkämpft und das ist das, was wir mitnehmen müssen. Mit viel Emotion und Leidenschaft, haben wir viele Dinge weggemacht. Es sind zwei ganz wichtige Punkte und solche Spiele muss man erst einmal gewinnen“, war Heike Ahlgrimm glücklich über den Ausgang des Spiels.

Für die Flames geht es nächsten Samstag (13.03.21, 18:00 Uhr) weiter, wenn sie die Kurpfalz Bären aus Ketsch zum Nachbarschaftsderby in der Weststadthalle empfangen.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (5), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld (4), Simone Spur Petersen (2), Sarah Dekker (4), Lisa Friedberger (7/5), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (2/1), Ines Ivančok (3), Julia Niewiadomska, Dionne Visser (1).