Flames erkämpfen sich den Sieg

Flames wollen gegen die Luchse nachlegen
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Flames erkämpfen sich den Sieg

Es war ein kampfbetontes Spiel und die Abwehr hatte allerhand zu tun / Foto: ©Andrea Müller

Es war kein Spiel für schwache Nerven und am Ende wurde es ein Arbeitssieg. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach mussten bis zur letzten Sekunde kämpfen, um im ersten Heimspiel nach über sechs Monaten den zweiten Saisonsieg einzufahren. Mit 27:25 (14:12) gewann das Team von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm gegen den Aufsteiger HL Buchholz 08-Rosengarten. Beste Werferinnen bei den Flames waren Lisa Friedberger und Sarah van Gulik mit jeweils 5 Toren, bei den Luchsen war Marleen Kadenbach mit 9 Toren am erfolgreichsten.

Nicht alle Dauerkarteninhaber kommen zum Spiel

Es war das erste Heimspiel dieser Saison und alles war anders. Der Ablauf war aufgrund der Corona-Pandemie für Spielerinnen und Fans ungewohnt. Viel Luft auf der Tribüne, lediglich 250 Zuschauer durften dem ersten Heimspiel der Flames beiwohnen, reserviert für Dauerkarteninhaber und Sponsoren. Gekommen sind von den Sitzplatzinhabern, einschließlich der Helfer-Crew der Flames, allerdings nur knapp 170. Entsprechend konnte sich auch die gefürchtete „Weststadthalle“ -trotz allem Engagement der Trommler- notgedrungen nicht wirklich entfalten.

Ein besonderes Lob gebührt an dieser Stelle aber allen Helfern, die es möglich gemacht haben, dass überhaupt dieses Spiel stattfinden konnte und die geforderten Hygienemaßnahmen entsprechend umgesetzt und eingehalten wurden.

Spiel auf Augenhöhe in der ersten Halbzeit

Die Zuschauer sahen ein Spiel auf Augenhöhe. Flames-Coach Heike Ahlgrimm hatte im Vorfeld schon vor dem Gegner gewarnt, denn der zeigte am ersten Spieltag gegen das hochkarätige Team von Borussia Dortmund eine ordentliche Gegenwehr und konnte gegen den Meisterschaftsfavoriten lange mithalten.

So waren die Luchse durch ihren Trainer Dubravko Prelec auch sehr gut auf die Flames eingestellt und gingen durch Marleen Kadenbach mit 0:1 (1. Minute) in Führung. Lisa Friedberger sorgte durch einen verwandelten Strafwurf für den Ausgleich (3.) und Lotta Heider anschließend in Überzahl für die 2:1-Führung (5.), die Kim Berndt wieder ausglich (6.). Es blieb ein ausgeglichenes Spiel, bei dem die Gäste immer ein Tor vorlegten und die Flames egalisierten. Beim 10:9 (20.) durch Lisa Friedberger gelang den Flames erstmals wieder die Führung. Die dann wieder wechselte, bis zum 12:12 (27.) durch Julia Herbst. Ein Doppelschlag von Elisa Stuttfeld zum 14:12 (30.) bedeutete erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung für die Flames. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabine.

Flames im 2. Abschnitt teilweise mit 4 Toren in Front

Die Flames konnten zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Lisa Friedberger vom Siebenmeterpunkt sogar noch auf 15:12 erhöhen. Aber die Luchse ließen sich nicht abschütteln und kamen wieder auf 16:15 (34.) durch Marleen Kadenbach heran.

Als Lisa Friedberger zum 20:16 (40.) und Sarah van Gulik zum 21:17 (42.) für die Flames jeweils einen Vier-Tore-Vorsprung herauswarfen, dachten die meisten, die Vorentscheidung ist gefallen. Doch es sollte nochmal richtig spannend werden. Beim Stande von 25:23 (57.) hatten die Luchse die Chance den Anschlusstreffer zu erzielen. Flames-Torhüterin Helen von Beurden war gefordert hielt ihr Team mit einer überragenden Parade im Spiel. Noch in der 58. Minute führten die Flames mit 26:23, dann wurde es überraschend nochmal eng. 25 Sekunden vor Schluss fiel das Anschlusstor zum 26:25 durch Melissa Luschnat. Kreisläuferin Isabelle Hurst fasste sich ein Herz, tankte sich auf Rechtsaußen durch durch und warf acht Sekunden vor dem Abpfiff den vielumjubelten Treffer zum 27:25 Endstand.

Flames-Coach Heike Ahlgrimm war nach dem Sieg sichtlich erleichtert: „Ich habe die ganze Woche schon gewarnt. Ich wusste, dass Rosengarten ein gutes Spiel gemacht hat gegen Dortmund. Daher  wussten wir, was auf uns zukommt. Kompliment an Rosengarten für dieses gute Spiel. Das muss man einfach sagen. Ich bin froh, dass wir diese 2 Punkte haben, weil die haben wir uns erkämpft. Es war so ein typisches erstes Spiel von uns zu Hause. Wir haben im Angriff überhaupt nicht ins Spiel gefunden, wir haben Standhandball gespielt, wir waren nicht mutig genug, wir sind nicht zum Tor gegangen und es hat bei uns vorne heute eindeutig nicht so gelappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Das sind so Dinge,  das ist eine  junge Mannschaft, das ist dann auch Kopfsache. Ich weiß nicht, ob die Mädels vielleicht gedacht haben, dass es einfacher wird. Mit der Abwehr können wir natürlich zufrieden sein. Wir haben wirklich viele Tore bekommen nach Zeitspiel, wo der Ball noch hereingekullert ist oder abgefälscht war. Am Ende zählen aber nur die zwei Punkte und die haben wir. Das ist das Allerwichtigste. Alles andere werden wir uns in den nächsten Wochen erarbeiten“.

Aber auch Gästetrainer Dubravko Prelec, äußerte sich durchaus zufrieden: „Wir hatten einige gute Situationen. Aber die wirklich wichtigen Spiele kommen für uns noch“.

Das nächste Spiel bestreiten die Flames bereits am Freitag, 18.09.20 um 19:30 Uhr beim VFL Oldenburg. Dieses Spiel wurde vorverlegt, weil es live auf Eurosport übertragen wird.

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Helen van Beurden, Jessica Kockler – Isabell Hurst (4), Leonie Kockel (2), Lotta Heider (3), Elisa Stuttfeld (2), Annika Schmitz, Alicia Soffel (1), Lisa Friedberger (5/3), Christin Kühlborn (1), Sarah van Gulik (5/4, Ines Ivancok (3), Julia Niewiadomska, Dionne Visser (1).

HL Buchholz 08-Rosengarten:
Vogel, Löbig – Ludwig, Cronstedt (1), Schulz, Nielsen, Kadenbach (9/3), Lamp (5), Berndt (2), Geist, Axmann, Luschnat (2), Hauf, Borutta, Herbst (6), Kücükyildiz