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Flames enttäuschen in Neckarsulm

Nichts zu holen gab es für Isabell Hurst und ihre Flames in Neckarsulm / Foto: ©Andrea Müller

Nach dem Sieg letzte Woche gegen den Thüringer HC wollten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) bei der Sport-Union Neckarsulm nachlegen. Das Team von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm erwischte jedoch einen gebrauchten Tag und musste sich am Ende verdient mit 39:33 (20:15) geschlagen geben. Beste Werferinnen in dem torreichen Spiel waren Ines Ivancok bei den Flames und Johanna Stockschläder bei der Sport-Union mit jeweils 7 Toren.

„Wir haben ein katastrophales Spiel gemacht. Auf dem Feld haben wir nicht das umgesetzt, was wir besprochen haben. Wir sind nicht konzentriert und kriegen in der ersten Halbzeit bereits 20 Tore. Da müssen wir uns als Team hinterfragen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir wissen, um was es geht. Die Einstellung hat heute gefehlt. Wir sind dran und sind kurz danach wieder mit sechs Toren zurück. Wir machen Abwehr ohne anfassen. Ich kann mich nur bei den Zuschauern für unsere Leistung entschuldigen“, bilanziert eine sichtlich frustrierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm.

„Neckarsulm hat eine Mega Mannschaft. Trotzdem erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe“, glaubte Heike Ahlgrimm vor dem Spiel und mit der Leistung der Vorwoche wäre dies auch der Fall gewesen. Doch wie auch schon in Rosengarten nach dem Sieg gegen Metzingen blieb man hinter dem Leistungsvermögen zurück.

Die ersten Minuten gestaltete sich die Begegnung auch ausgeglichen und den Flames gelang durch Isabell Hurst in der 2. Spielminute auch der 1. Treffer der Partie zum 0:1.Neckarsulm konnte sich nach dem 3:3 (4.) von Ines Ivancok durch einen 3:0-Lauf zum 6:3 (8.) durch Lucie-Marie Kretzschmar, die nächste Saison das Trikot der Flames trägt, auf 3 Tore absetzen, auch weil die Flames beim Stande von 5:3 einen Strafwurf durch Sarah van Gulik nicht verwerten konnten, die an der starken Sarah Wachter im Neckarsulmer Kasten scheiterte.

Trotzdem ließen sich die Flames noch nicht abschütteln und konnten durch zwei Tore von Christin Külborn nicht nur zum 9:9 (17.) ausgleichen, sondern erstmals wieder mit 9:10 (18.) in Führung gehen.

Bis zum 14:14 (23.) durch Lisa Friedberger blieb das Spiel weiterhin ausgeglichen. Innerhalb von 5 Minuten drehte jedoch dann die Sport-Union auf und bekam zu wenig Gegenwehr, so dass die Mannschaft von Trainerin Tanja Logvin mit einem 6:0-Lauf aus dem 14:14 eine 20:14 (28.) Führung machte. Ines Ivancok konnte nur noch zum 20:15 Halbzeitstand verkürzen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit parierte Helen van Beurden, die für Vanessa Fehr nach der Pause ins Flames-Tor gerückt war, einen Siebenmeter von Lynn Knippenborg. Christin Kühlborn verkürzte anschließend auf 20:16 (32.).

Beim 25:22 (38.) durch Ines Ivancok war immer noch alles drin, durch zwei weitere Treffer der Sport-Union durch Jill Kooij und Nele Reimer per Siebenmeter zum 27:22 waren es zwei Minuten später wieder fünf Tore Differenz.

Da die Flames auf der Platte den Kampfgeist der Vorwoche vermissen ließen, konnte sich die Sport-Union weiter absetzen und lag knapp zehn Minuten später mit 9 Toren beim 34:25 (50.) in Front.

Die Flames konnten in den letzten Minuten nur noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. Am Ende konnte Neckarsulm aber einen verdienten 39:33 Erfolg nach Hause fahren.

Nächstes Wochenende sind die Flames spielfrei. Am Mittwoch, 23.02.2022, steht um 19:30 Uhr bei der SG BBM Bietigheim das Nachholspiel auf dem Programm. Bis dahin ist hoffentlich die Verletztenliste der Flames wieder etwas kleiner und hat sich gestern nicht weiter vergrößert.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst 5, Lotta Heider 1, Myrthe Schoenaker 1, Sarah Dekker 4, Lisa Friedberger 6/4, Christin Kühlborn 6, Sarah van Gulik 2, Ines Ivancok 7, Dionne Visser 1.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Neckarsulm zum verdienten Sieg. Ich kann mich eigentlich nur für unsere Leistung entschuldigen, auch bei unseren mitgereisten Fans. Das was wir heute gezeigt haben geht nicht. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mich immer vor meine Mannschaft stelle, aber das kann ich heute nicht. Wir kriegen 39 Tore, machen Abwehr ohne anfassen, verwerfen vorne 20 und das sind Dinge, die dürfen wir uns einfach nicht leisten, denn dafür spielen wir Bundesliga. Das tut heute wahnsinnig weh, weil ich heute das Gefühl hatte, dass nicht alle wussten, dass wir Bundesliga spielen. Vielleicht tat es uns auch nicht gut, dass wir gegen Thüringen gewonnen haben. Vielleicht haben dadurch einige gedacht, das machen wir alles schon. Weil immer nach so einem guten Spiel machen wir wirklich ein ganz schlechtes Spiel. Wir gewinnen gegen Metzingen und verlieren gegen Rosengarten, wir gewinnen gegen Thüringen und heute hier. Das war völlig verdient. Neckarsulm hat das gut gemacht, aber wir waren gedanklich heute auch nicht auf der Platte, das muss man ehrlich so sagen.

Tanja Logvin (Sport-Union Neckarsulm):
Ausschlaggebend waren heute die gute Ausstrahlung und der Kampfgeist. 33 Gegentore sind eigentlich zu viel für die Abwehr, aber beide Torfrauen (Anm.: Sarah Wachter und Isabel Gois) waren hervorragend und unser schnelles Spiel von hinten raus waren entscheidend.