Flames entscheiden Derby knapp für sich und gehen auf Platz 6 in die WM-Pause

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Flames entscheiden Derby knapp für sich und gehen auf Platz 6 in die WM-Pause

Elisa Stuttfeld freut sich mit ihrem Team über den Derbysieg und den 6. Tabellenplatz und konnte in Mainz selbst 7 Tore dazu beitragen / Bild: ©Andrea Müller

Es war ein Handballkrimi, wie ihn Alfred Hitchcock spannender nicht schreiben hätte können. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach bleiben nervenstark und gewinnen vor 830 Zuschauern in Wiesbaden das Derby beim 1. FSV Mainz 05 mit 27:26 (15:12) und gehen auf einem sensationellen 6. Platz in die WM-Pause. Beste Torschützen waren Sarah van Gulik (8 Tore) für die Flames und Alicia Soffel (11/3) für Mainz.

Es war das erwartet spannende Derby. Trotz der Favoritenrolle warnte Flames-Coach Heike Ahlgrimm bereits vor dem Spiel, dass es sehr schwer werden wird. Das es aber bis zum Schlusspfiff eine so enge Kiste werden wird, konnte selbst sie nicht ahnen, freute sich dafür aber umso mehr über die 2 Punkte und dass ihre Mannschaft „cool“ geblieben ist. Dazu gehören auch die beiden sicher verwandelten Siebenmeter durch Lisa Friedberger in der Schlussphase zum 26:24 (57. Minute) und 27:25 (58.).

„Es war auf jeden Fall kein Spiel für schwache Nerven. Ich bin absolut glücklich, dass wir das Spiel mit einem Tor gewonnen haben. Ich kann natürlich genauso Mainz verstehen, die heute ein sehr gutes Spiel und es uns sehr schwer gemacht haben. Dafür kann sich natürlich Mainz nichts kaufen. Ich bin absolut froh, dass wir das überstanden haben. Das war eine super Stimmung, Wir wussten, was auf uns zukommt, dass es ein Derby ist und das hat immer einen anderen Charakter. Heute zählen nur diese zwei Punkte. Es ist egal, ob man mit einem oder zwei gewinnt, es ist einfach so“, resümierte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm glücklich.

Ausgeglichene Anfangsphase

Das Spiel war in der Anfangsphase ausgeglichen und die Führung wechselte mehrfach. Das 9:8 (16.) für Mainz durch Alicia Soffel per Siebenmeter sollte vorerst die letzte Führung der Meenzer Dynamites sein. Durch einen Dreierpack von Elisa Stuttfeld und ein Tor von Sarah Dekker machten die Flames aus dem 8:9 eine 12:9 Führung. Ex-Flamme Larissa Platen verkürzte auf 10:12, doch Julia Maidhof und Ines Ivancok erhöhten auf 14:10 und die Flames lagen erstmals mit 4 Toren vorne und hatten die Kontrolle über das Spiel übernommen. Janka Bauer und Elisa Burkholder hielten dagegen und verkürzten auf 12:14. Den Schlusspunkt vor der Pause setzte die starke Sarah van Gulik zum 15:12 Halbzeitstand.

Meenzer Dynamites erwischen besseren Start in die 2. Halbzeit

Eigentlich erwartete jetzt jeder, dass die Flames nun sich weiter absetzen werden, doch weit gefehlt. Die Dynamites kamen besser aus der Kabine und kämpften um ihre Chance..

„Wir sind nicht gut aus der Pause gekommen. Wir haben nach der 1. Halbzeit mit drei Toren vorne gelegen und haben uns in der Halbzeit viel vorgenommen. Dann machen wir gleich in Unterzahl eins, zwei Flüchtigkeitsfehler und Mainz macht dadurch zwei, drei leichte Tore, wo das Tor leer ist und auf einmal steht es Unentschieden“, erläutert Heike Ahlgrimm den Beginn des zweiten Abschnitts und weiter: „das sind Fehler, die passieren, die dürfen zwar nicht passieren, aber die passieren. Das wissen wir, denn das ist menschlich. Aber das war dann auch so ein bisschen der Knackpunkt. Wir versuchen in Unterzahl immer den Torwart herauszunehmen. Ich glaube, wir haben noch nie so viele Tore hierbei bekommen“.

So stand es auf einmal wieder 15:15 (34.) und die Dynamites waren zurück im Spiel und gingen bei 17:16 (38.) durch Alicia Soffel erstmals seit dem 9:8 wieder selbst in Führung. Die Flames blieben ruhig und eroberten sich sofort durch Tore von Elisa Stuttfeld und Sarah van Gulik die Führung zum 18:17 (39.) zurück. Mainz konnte bis zum 22:22 (49.) immer wieder ausgleichen – zu mehr reichte es nicht mehr. Am Ende konnten sich die Flames über einen knappen 27:26 Erfolg freuen.

„Wir sind nicht gekippt, ich glaube, das ist sehr, sehr wichtig. Das ist dass, was wir hier für uns mitnehmen. Wir sind eine sehr junge Mannschaft, wir haben dem Druck, den Mainz gemacht hat, standgehalten. Das haben wir dann schon versucht clever zu machen und Glück gehört dazu.“, beschreibt Heike Ahlgrimm diese Phase  der Partie, vor allem in der Schlussphase.

Ihr Gegenüber auf der Trainerbank, Thomas Zeitz,  sah es ähnlich und war mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt sehr zufrieden, auch wenn er sich sicher gewünscht hätte, dass seine Lebensgefährtin Sarah van Gulik ausgerechnet gegen sein Team nicht so ein starkes Spiel macht. „Glückwunsch an Bensheim. Wenn das Spiel am Ende so ausgeht und man nimmt zwei Punkte mit, dann gehört es sich auch, dass man gratuliert. Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft, was sie heute gleistet hat. Wir haben phasenweise einen sehr schönen Handball gespielt und das eine oder andere Fehlerchen zu viel gemacht, aber so ging es Bensheim auch. Da waren wir nicht alleine auf dem Feld. Letztendlich entscheiden dann ein paar Nuancen und dann geht vielleicht der gehaltene Ball von Kristin nicht ins aus und wir haben dann noch 10 Sekunden. Das sind so Kleinigkeiten. Wir haben zwar keine Punkte auf unserer Habenseite, aber wir können mit Stolz aus nach Hause gehen. Wir haben ein Superspiel Bensheim geboten und werden jetzt in der Pause unsere Akkus aufladen“, erklärt Thomas Zeitz.

Perfekter Saisonstart bis zur WM-Pause

Flames-Coach Heike Ahlgrimm konnte sich zu Recht über den guten Saisonstart freuen: „Wer hätte gedacht, dass wir mit 8:6 Punkten in die Winterpause gehen?  Ich glaube, den hätten wir alle für verrückt gehalten. Jetzt haben wir 8:6 und stehen auf Platz 6. Was wollen wir mehr. Aber jetzt sind wir einfach froh, dass wir wirklich mal 10 Tage durchschnaufen können, etwas Pause haben, herunterkommen und uns erholen können und dann werden wir wieder angreifen“.

Nach den 10 Tagen Urlaub beginnt die 2. Vorbereitung auf den langen Rest der Saison. Das nächste Bundesligaspiel findet erst wieder nach der WM-Pause statt. Nach Weihnachten, am 27. Dezember, empfangen die Flames den VfL Oldenburg.

Statistik – Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (2), Elisa Stuttfeld (7), Sarah Dekker (1), Sanne Hoekstra, Lisa Friedberger (3/2), Christin Kühlborn, Caroline Hettinger, Sarah van Gulik (8), Julia Maidhof (5/2), Ines Ivancok (1)