Flames entscheiden das Hessen-Derby knapp für sich

Doppelspieltag für die Flames – Erst das Derby bei den Vipers, dann gegen Buxtehude
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Hallenheft Nr. 08 – Buxtehuder SV
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Flames entscheiden das Hessen-Derby knapp für sich

Glück und Pech liegen leider so eng beieinander - mit 8 Toren erfolgreichste Torschützin und dann verletzt vom Platz: Alicia Soffel / Foto: ©Andrea Müller

Den Auftakt zum kräfteraubenden Doppelspieltag in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) konnten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach erfolgreich gestalten. In einem hart umkämpften Hessen-Derby setzten sich die Flames bei der HSG Bad Wildungen Vipers knapp mit 32:33 durch und nahmen damit Revanche für 27:30 Niederlagen im Hinspiel. Beste Werferinnen bei den Flames war Alicia Soffel mit 8 Toren und für die Vipers trafen Maxime Struijs (6/1) und Jana Scheib (6) am häufigsten. Getrübt wurde die Freude allerdings durch die Verletzung von Alicia Soffel, die wenige Minuten vor dem Ende verletzt vom Platz geführt werden musste und den Flames vermutlich länger fehlen wird.

„Wir hatten am Ende das Momentum und die zwei Punkte auf unserer Seite. Das Spiel hätte vielleicht auch Unentschieden oder für Bad Wildungen ausgehen können. Ich bin glücklich, dass wir diese zwei Punkte haben, aber im Moment wird das natürlich überschattet durch die Verletzung von Alicia. Wir lieben alle den Handball, aber in solchen Situationen denkt man natürlich auch an die Spielerin. Jetzt müssen wir erst einmal schauen, was bei der Untersuchung herauskommt. Wie gesagt, ich bin froh über die zwei Punkte, aber heute sieht man auch wieder, dass es wichtigeres gibt“, überwiegte bei Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm verständlicherweise trotzdem die Sorge um ihre verletzte Spielerin.

Die in den letzten Spielen immer stärker werdenden Alica Soffel erwischte auch in Bad Wildungen einen klasse Tag und war im linken Rückraum von den Vipers kaum zu stoppen. Sie setzte sich immer wieder energisch durch und erzielte bereits bis zur Pause sechs ihrer insgesamt acht Tore. Ebenfalls sechs Treffer in der ersten Hälfte erzielte Christin Kühlborn.

In der ersten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch mit insgesamt 38 Toren – auf beiden Seiten 19 – dies reicht oft schon für ein ganzes Spiel. Dabei hat Flames-Torfrau Helen van Beurden noch gut gehalten und weitere Vipers-Treffer verhindert.

Die Führungen wechselten, schon nach fünf Minuten waren acht Tore zum Spielstand von 4:4 gefallen. Nach sieben Minuten führten die Flames nach weiteren Toren von Simone Spur Petersen und Lisa Friedberger beim 4:6 erstmals mit zwei Toren. Die Begegnung blieb torreich. Nach 12 Minuten lautete der Spielstand bereits 9:9, es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe und auch ein kampfbetontes Spiel. Bezeichnet dafür, dass Maxi Mühlner bereits ab der 23. Minute, nach der dritten Zeitstrafe, den Rest des Spiels von der Tribüne aus verfolgen musste.

Mit einem 19:19 in die Kabine

Ab Mitte der ersten Halbzeit legten die Flames meistens zwei Tore vor und verwandelten alle drei Siebenmeter souverän durch Lisa Friedberger. Die Abwehrreihen bekamen mehr Zugriff, die technischen Fehler häuften sich auf beiden Seiten. Die Vipers blieben allerdings dran, verkürzten regelmäßig und kamen nach längerer Zeit mit dem 17:17 (26.) durch Anna-Maria Spielvogel wieder zu einem Ausgleich. Mit einem gerechten 19:19 ging es schließlich in die Halbzeitpause.

„In der ersten Halbzeit stand es 19:19 und ich habe mir gedacht, was passiert denn hier? Es war das erwartete umkämpfte Derby. Wir sind hoch und runter gerannt. Es war viel Herzblut dabei, es war alles sehr emotional, aber das ist für ein Derby normal. Wir mussten immer wieder kämpfen. Beide Mannschaften haben mit offenem Visier gespielt, denn Abwehr gab es kaum auf beiden Seiten. Obwohl wir 19 Tore bekommen haben, muss man ja sagen, dass Helen im Tor gut gehalten und noch mehr verhindert hat“, so Flames-Coach Heike Ahlgrimm zur ersten Halbzeit.

Vipers legen zu Beginn der zweiten Halbzeit drei Tore vor

Die Vipers kamen etwas besser aus der Kabine und eröffneten den zweiten Abschnitt mit einem 3:0-Lauf und gingen mit 22:19 (34.) in Führung. Davon ließen sich die Flames aber nicht beirren, sondern kämpften weiter und verkürzen den Rückstand.

Mit drei Treffern in Folge von Sarah Dekker kamen die Flames erstmals wieder zum 26:26 (43.) Ausgleich. Mit ihrem achten Treffer brachte Alica Soffel unter großem Jubel die Flames wieder mit 26:27 (45.) in Führung, nachdem kurz davor Ex-Flames-Spielerin Larissa Platen mit einem Siebenmeter an Jessica Kockler scheiterte.

Vanessa Plümer und Larissa Platen sorgten wieder für die Vipers-Führung zum 28:27 (48.), die Simone Spur Petersen und Sarah van Gulik vom Siebenmeterpunkt wieder in ein 28:29 (51.). Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Alicia Soffel legte Heike Ahlgrimm die grüne Karte und nahm ein Team-Timeout. So blieb ihr Team weiter konzentriert auf dem Spielfeld und konnte nach zwei sicher verwandelten Siebenmetern durch Sarah van Gulik auf einen Drei-Tore-Vorsprung zum 28:31 (54.) erhöhen.

Nun nahm Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ihrerseits ihr letztes Team-Timeout, um ihr Team für die letzten fünf Minuten neu einzustellen.

Es kam zu der erwartenden spannenden Schlussphase. Die Vipers verkürzten auf 31:32 (58.). Nach einem Foul an Lisa Friedberger baute Sarah van Gulik eineinhalb Minuten vor Spielende mit einem verwandelten Siebenmeter den Vorsprung auf 31:33 aus, der aber postwendend wieder von Jana Scheib auf 32:33 verkürzt wurde. Die Vipers hatten in den letzten 15 Sekunden noch die Chance zum Ausgleich. Doch die Abwehr der Flames stand gut und konnten den Angriff mit einem Foul unterbinden, den die Vipers nur noch als direkten Freiwurf ausführen konnten. Helen van Beurden stellte ihren Abwehrblock gut und konnte den letzten Wurf sicher fangen.

Die Freude über den Sieg war groß, doch zum Jubeln war eigentlich keinem so richtig zumute. Ihre Mannschaftskameradinnen gingen lieber zu Alicia Soffel an die Bank und versuchten sie etwas aufzumuntern.

Viel Zeit bleibt zur Regeneration bleibt den Flames allerdings nicht, denn der Doppelspieltag geht bereits am Sonntag mit dem Spiel gegen den Buxtehuder SV weiter, der sich am Freitagabend im Eurosportspiel beim TSV Bayer 04 Leverkusen 20:20 trennte und anschließend direkt die Weiterreise nach Bensheim antrat.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (1), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (1), Sarah Dekker (4), Alicia Soffel (8), Lisa Friedberger (5/4), Christin Kühlborn (6), Sarah van Gulik (5/4), Ines Ivančok (1), Julia Niewiadomska, Dionne Visser (2).