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Flames bleiben weit hinter ihrem Anspruch zurück

Trotz sechs Toren von Ines Ivancok, die auch zur besten Flames-Spielerin des Spiels gewählt wurde, konnten die Flames in Buxtehude nicht an ihr Potenzial anknüpfen und was zählbares mitnehmen / Foto: ©Andrea Müller

Am fünften Spieltag der Handball Bundesliga Frauen (HBF) reisten die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in den Norden zum Buxtehuder SV und unterlagen vor 350 zugelassenen Zuschauern in der Sporthalle Nord unerwartet deutlich mit 34:22 (14:11). Beste Werferin bei den Flames war Ines Invacok mit 6 Treffern sowie Liv Charlotte Süchting und Annika Lott bei Buxtehude, die ebenfalls jeweils 6 Tore erzielten.

Beide Trainer erwarteten im Vorfeld ein Spiel auf Augenhöhe. Bereits in der Saisonvorbereitung trafen die beiden Teams zweimal aufeinander, gewonnen hatte beide Spiele knapp der BSV und auch sonst waren es meist recht enge Spiele. Daher waren die Flames guter Dinge und hätten beim Abrufen ihres Potentials erstmals die Chance gehabt, den Bann zu brechen und in Buxtehude zu gewinnen. Doch das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm erwischte einen rabenschwarzen Tag und kassierte die höchste Niederlage jemals in einem Bundesligaspiel gegen Buxtehude.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm war mit der Vorstellung ihres Teams in Buxtehude verständlicherweise überhaupt nicht einverstanden: „Ich muss mich für unser Spiel entschuldigen. Das war kein Spiel auf Augenhöhe, wie wir uns das vorher vorgenommen haben. Wir waren heute in allen Belangen einfach unterlegen und haben nicht das auf die Platte bringen können, was uns eigentlich auszeichnet. In Buxtehude zu verlieren, das geht in Ordnung, aber mit zwölf Toren das schmerzt sehr. Das ist nicht der Anspruch, den wir haben“, war das ernüchternde Fazit nach dem Spiel.

Ihr Gegenüber, BSV-Trainer Dirk Leun, war natürlich sehr zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis: „Auch wenn es viele gute Einzelleistungen waren, es war ein Sieg der ganzen Mannschaft“, so Leun.

Eine kleine Überraschung auf Seiten der Gastgeber gab es gleich zu Spielbeginn. Neben dem bereits erwarteten Heimspielcomeback nach achtmonatiger Verletzungspause von Torhüterin Lea Rühter, standen auch erstmals wieder Annika Lott (ebenfalls nach acht Monaten Pause) sowie Isabelle Dölle auf der Platte. Hinzu kam als weitere Spielerin noch Liv Süchtiging nach ihrem Bänderriss. Und diese vier Spielerinnen hatten am Ende maßgeblichen Anteil am Buxtehuder Erfolg. Süchtig dirigierte ihre Abwehr und erzielte selbst noch sechs Tore, Lea Rühter überzeugte mit ihren Paraden, Annika Lott kam ebenfalls auf sechs Tore und Isabelle Dölle blieb ohne Fehlwurf und erzielte fünf Treffer.

Das Duell der beiden Tabellennachbarn versprach im Vorfeld also durchaus Spannung und ging auch dementsprechend auch gleich munter los. Zwei technische Fehler der Flames sorgten allerdings für eine 2:0 Führung (4. Minute) von Buxtehude, ehe Kapitänin Lisa Friedberger zunächst auf 2:1 (6.) verkürzen konnte. Weitere technische Fehler prägten das Spiel, überwiegend aber auf der Seite der Flames. So konnte der Gastgeber sich leicht 5:2 (11.) absetzen und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Timeout. Die Flames verkürzten nochmals mit einem Tempogegenstoß durch Christin Kühlborn auf 5:3 (14.). Die Fehler blieben jedoch und in der Abwehr wurde nicht konsequent genug zugegriffen. So legte der BSV innerhalb von drei Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung zum 8:4 (17.) vor. Die Flames blieben allerdings dran, kämpften und verkürzten durch Tore von Myrthe Schoenaker und dem zweiten Siebenmeter von Lisa Friedberger auf 8:6. Bis zum 10:8 (24.) durch Ines Ivancok blieben die Flames aber noch dran. Insbesondere den Paraden von Torhüterin Helen van Beurden war es in dieser Phase zu verdanken, dass sich der Abstand nicht vergrößerte und die Flames im Spiel blieben. Mit einem 14:11 Halbzeitstand zu Gunsten der Heimmannschaft ging es schließlich in die Pause. Einen Rückstand, der durchaus aufzuholen gewesen wäre.

Buxtehude zieht im zweiten Abschnitt davon

Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischten jedoch die Gastgeber, die bereits nach drei Minuten mit 17:12 führten. Im Buxtehuder Kasten stand in der 2. Halbzeit Lea Rühter, die ihr Comeback mit vielen guten Paraden feiern konnte und dafür sorgte, dass die Flames-Angriffe, wenn man sich doch mal gegen die Abwehr durchsetzen konnte, verpuffte. So zog der BSV weiter davon und führte zehn Minuten nach dem 27:17 durch Caroline Müller-Korn erstmals mit 10 Toren. Am Ende stand ein 34:22 auf der Anzeigentafel, das vor dem Spiel auf beiden Seiten wohl niemand für möglich gehalten hätte.

„Es tut gerade weh, weil wir uns sehr viel vorgenommen haben. Das, was wir heute gemacht haben, das war nicht Bensheim und nicht das, was wir können. Das hatte eher den Anschein einer Kaffeefahrt“, war die Flames-Trainerin richtig sauer über die gezeigte Leistung.

„Aber so ist es nun mal im Sport und jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten. Es geht immer wieder weiter und wir werden da wieder gestärkt herauskommen“, blickt Heike Ahlgrimm jedoch schon wieder optimistisch nach vorne, denn viel Zeit haben die Flames nicht darüber nachzudenken.

Am Mittwoch, 20.10.2021, empfangen die Flames in der Weststadthalle den amtierenden und diese Saison noch verlustpunktfreien Deutschen Meister Borussia Dortmund. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden (1 Tor); Isabell Hurst 2, Myrthe Schoenaker 1, Elisa Stuttfeld, Jana Haas, Sarah Dekker 1, Lisa Friedberger 5/4, Christin Kühlborn 4, Saskia Fackel 1, Sarah van Gulik, Ines Ivancok 6, Neele Mara Orth 1, Dionne Visser.