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Flames bieten Bietigheim einen harten Kampf

Christin Kühlborn und ihr Mitspielerinnen lieferten einen tollen Kampf gegen den Deutschen Meister SG BBM Bietigheim / Bild: ©Andrea Müller

Diesen Sieg bei den Flames der HSG Bensheim/Auerbach hatte sich der Deutsche Meister SG BBM Bietigheim zwischen seinen beiden EHF-Pokalspielen gegen Herning-Ikast Håndbold sicher einfacher vorgestellt. Am Mittwochabend musste sich das Team von Martin Albertsen den 30:25 (17:12) Erfolg in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) hart erkämpfen. Erfolgreichste Torschützen waren Lisa Friedberger mit 9/4 Toren bei den Flames sowie Laura von der Heijden (5) bei Bietigheim.

Wer dachte, dass es ein Spaziergang für den Deutschen Meister gegen die Flames vor 812 Zuschauern in der Weststadthalle werden würde, der wurde positiv überrascht, denn die Flames boten eine tolle Leistung, kämpften aufopferungsvoll und boten Bietigheim erheblichen Widerstand.

„Ich bin stolz auf meine Mädels. Vor dieser Leistung kann ich nur den Hut ziehen“, war Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel auch mehr zufrieden mit ihrem Team.

Dabei waren die Voraussetzungen für das Team von Heike Ahlgrimm alles andere als gut. So fehlten neben den Langzeitverletzten Simone Spur Petersen, Carolline Dias Minto und Dionne Visser auch krankheitsbedingt Torhüterin Jessica Kockler, Isabell Hurst (deren verletzte Schulter nach dem Kurzeinsatz in Buxtehude wieder Probleme bereitete) und mit Julia Maidhof, die beste Torschützin der HBF.

Daher durften auf der Bank die Nachwuchsspielerinnen Neele Orth, Torfrau Jessica Wagner und Nina Rädge etwas Bundesligafeeling schnuppern.

Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm zeigte von Anfang an keinen Respekt vor den großen Namen und dem mit Nationalspielerinnen gespickten Gästeteam aus Bietigheim. Beim 4:3 (6. Minute) und 6:5 (9.) lagen die Flames sogar in Führung, weil es ihnen immer wieder gelang Lücken in der Bietigheimer Abwehr zu finden und selbst wiederum gut in der Abwehr arbeiteten sowie in Helen van der Beurden einen gewohnt sicheren Rückhalt hatten.

Fie Wollner und Angela Malestein brachten die Gäste wieder 7:6 in Front (12.), doch die starke Lisa Friedberger, die von den Fans zu Recht als beste Flames-Spielerin gekürt wurde, glich wieder zum 7:7 aus.

Durch einen 4:0-Lauf konnte Bietigheim auf 7:11 davonziehen (17.). Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zog umgehend die Notbremse und nahm ein Team-Timeout. Dies zeigte Wirkung und die Flames legten nun selbst einen 4:0-Lauf hin und glichen zur Freude der begeisterten Zuschauer auf 11:11 (20.) aus.

Jetzt zog Bietigheim-Chefcoach Martin Albertsen seinerseits die Reißleine und nahm das Time-Timeout. Mit dem gewünschten Erfolg, denn nun reagierte seine Mannschaft mit einem 6:0-Lauf und machte aus dem 11:11 ein 11:17. Ines Ivancok gelang kurz vor der Pause noch das 12:17.

Die 2. Halbzeit begann wie die Erste mit einem Tor für die SG BBM. Nationalspielerin Amelie Berger erhöhte auf 18:12 für die Gäste. Flames-Coach Heike Ahlgrimm hatte in der Pause aber die richtigen Worte gefunden und ihre Mannschaft gab sich nicht auf. Lisa Friedberger, Sanne Hoekstra und Christin Kühlborn verkürzten auf 15:18 (34.) – genug für Martin Albertsen, der nach noch nicht einmal vier gespielten Minuten in der 2. Halbzeit gleich ein Team-Timeout zog.

Im weiteren Spielverlauf lag Bietigheim immer mit drei oder vier Toren vorne. Beim 23:25 (51.) durch die junge Julia Niewiadomska waren die Flames bis auf zwei Treffer dran und Martin Albertsen nahm sein letztes Team-Timeout. Die Flames hatten die Chance auf einen Treffer heranzukommen, doch fanden jetzt ihren Meister in Nationaltorhüterin Dinah Eckerle, die den knappen Vorsprung für Bietigheim festhielt.

In den letzten Minuten setzte sich dann die spielerische Klasse und die Erfahrung von Bietigheim durch. Am Ende stand ein 25:30 auf der Anzeigentafel, mit dem aber alle mehr als zufrieden sein konnten.

Die Flames haben jetzt am Wochenende Zeit zum Regenerieren. Am 01.02.2020 geht es zum Tabellenfünften HSG Blomberg-Lippe. Das nächste Heimspiel ist am 15.02.2020 gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer BVB Dortmund mit den beiden ehemaligen Flammen Bogna Sobiech und Merel Freriks.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Bietigheim für die 2 Punkte, die für sie auch wichtig sind, um dranzubleiben. Heute stehe ich hier nach einer Niederlage und bin absolut stolz auf meine Mädels. Was wir heute geleistet haben, davor kann ich nur den Hut ziehen. Wir sind so dezimiert und haben dann heute noch Julia verloren, Ines konnte nicht trainieren und hat sich heute in den Dienst der Mannschaft gestellt. Auch Lisa Friedberger war angeschlagen. Trotz des dezimierten Kaders haben wir heute nur mit 5 Toren verloren und da können wir alle zusammen nur stolz sein. Jeder hat seine Aufgabe übernommen. Ich habe den drei jungen Mädels einfach das Gefühl mitgegeben hier auf der Bank zu sitzen und das Feeling mitzunehmen.

In den entscheidenden Phasen, wo vielleicht noch was gegangen wäre, haben wir ein oder zwei Fehler zu viel gemacht und waren ein bisschen zu überhastet in den Aktionen. Aber dies ist heute nur irgendwas suchen, denn heute bin ich, trotz der Niederlage, absolut glücklich, dass es so ausgegangen ist., weil wir uns super verkauft haben. So kann es weitergehen.

Martin Albertsen (SG BBM Bietigheim):
Ich bin glücklich. Wir haben mit 5 Toren gewonnen. Ich habe die Saisonvon Bensheim bisher gesehen. Thüringen hat zu Hause mit sieben Toren gewonnen, aber das war auch das Höchste. Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass Bensheim eine Heimmannschaft ist, die definitiv besser spielt, wie letzte Saison. Wir haben das auch ab und zu sehr gut gemacht. Aber ich habe immer gewusst, wenn wir Fehler machen, dann kommt die Heimmannschaft ins Spiel und hat so viele Gegenstoß-Tore gegen uns geschafft. Bensheim hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie hatten zwar einige verletzte Spielerinnen, aber dann kommen die anderen rein und zeigen, dass sie eine gute Truppe sind. Ich habe sehr viel Respekt für die Arbeit, die hier gemacht wird. Wie gesagt, ich bin überglücklich über unseren Sieg mit 5 Toren. Wir haben hart gekämpft für diesen Sieg..

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Helen van Beurden, Jessica Wagner – Romana Gerisch, Elisa Stuttfeld, Neele Orth, Sarah Decker, Sanne Hoekstra (2), Lisa Friedberger (9/4), Christin Kühlborn (5), Caroline Hettinger (3), Sarah van Gulik (2/1), Ines Ivancok (2/1), Julia Niewiadomska (1), Nina Rädge.

SG BBM Bietigheim:
Dinah Eckerle, Valentyna Salamakha – Maura Vissser, Antje Lauenroth (3), Maren Nyland Aardahl (3), Amelie Berger (3), Anna Loerper (1), Laura van der Heijden (5), Luisa Schulze (1), Karolina Kudlacz-Gloc (3), Kim Naidzinavicius (3/2), Daphne Gautschi (2), Fie Woller (2), Angela Malestein (4/1), Kim Braun.

Siebenmeter: 5/5 – 4/3

Zuschauer: 812