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Flames beenden gute Saison mit einer Niederlage

Simone Spur Petersen, Jessica Kockler und Julia Niewiadomska wurden nach dem Spiel verabschiedet. / Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben gestern mit einer 19:31 (9:13) Niederlage gegen die TuS Metzingen die Saison 2020/2021 in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) beendet. Das es am letzten Spieltag die höchste Saisonniederlage wurde, war am Ende aber nur noch zweitrangig. Die Flames haben insgesamt eine sehr gute Saison gespielt, waren nach vier Spieltagen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze und belegen im Endklassement mit dem 9. Tabellenplatz den angestrebten einstelligen Tabellenplatz, punktgleich mit dem Achten, den TSV Bayer 04 Leverkusen, der das bessere Torverhältnis aufweist und nur einen Punkt hinter Platz 7. Diesen 7. Tabellenplatz hatten die Flames inne, als das Verletzungspech und Anfang April Corona zugeschlagen haben. Umso glücklicher ist man, dass man die anstrengende Saison sportlich beenden konnte und jetzt einige Wochen Pause hat.

Die TuS Metzingen hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Durch die Niederlage der HSG Blomberg-Lippe gegen den neuen Deutschen Meister Borussia Dortmund und dem Sieg der TUSSIES gegen die Flames, sprang das Team von Edina Rott auf den 3. Tabellenplatz und freut sich auf die Teilnahme am internationalen Wettbewerb in der neuen Saison.

„Glückwunsch an Metzingen zum absolut verdienten Sieg. Sie waren die bessere Mannschaft heute und haben sich den 3. Platz, wenn man die ganze Saison sieht, auch absolut verdient. Bei uns war heute die Luft raus. Wir haben sie in der 1. Halbzeit noch ärgern können und sie noch vor paar Herausforderungen gestellt. In der zweiten Halbzeit wird es dann immer schwieriger. Die Beine werden immer schwerer und der Kopf wird immer schwerer. Dann wird es auch noch emotional, weil wir natürlich heute auch Verabschiedungen haben. Das hat Metzingen schon letzte Woche gehabt. Das gehört dazu. Heute ist da Ergebnis nebensächlich. Ich glaube, jeder ist froh, dass die Saison zu Ende ist. Das war eine sehr harte Saison für uns. Viele Verletzungen und Corona. Es war sehr emotional, was in den letzten Wochen so passiert ist. Wir sind alle froh, dass wir jetzt Pause haben“, zog Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die Bilanz nach dem Spiel.

Das letzte Saisonspiel begann abwechslungsreich. Metzingen legte regelmäßig mit einem Tor vor, die Flames glichen bis zum 3:3 postwendend aus. Dann befreite sich der Gast und zog zwischen der siebten und elften Minute auf 3:7 davon. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einer Auszeit. Sie fand in ihrer Ansprache offensichtlich die richtigen Worte.  So konnten die Flames durch Tore von Ines Ivancok, Leonie Kockel und Lisa Friedberger auf 6:7 (20.) verkürzen. Nun reagierte Edina Rott umgehend mit einer Auszeit.

Ihr Team erhöhte anschließend auf 6:9 (21.). Konnte sich aber trotzdem nicht weiter absetzen, da die Flames ja Jessica Kockler zwischen den Pfosten stehen hatte, die im letzten Spiel ihrer Karriere noch einmal eine Glanzleistung bot und diverse Würfe der TUSSIES entschärfte. Nachwuchsspielerin Annika Schmitz verkürzte mit ihrer Bundesliga-Torpremiere zum 7:9 (22.). Metzingen stand jetzt in der Abwehr kompakter und die Flames fanden nur wenig Lücken in der dichtgestaffelten Abwehr. So konnten die TUSSIES den Vorsprung auf 4 Tore zum 9:13 kurz vor der Pause erhöhen.

In der letzten Spielsekunde der ersten Hälfte erhielten die Flames noch einen direkt Freiwurf  zugesprochen, den Sarah van Gulik ausführte. Der Wurf war allerdings etwas unglücklich, denn ihr Wurf landete im Gäste-Block im Gesicht von Katarina Pandza. Dies hatte zur Konsequenz, dass sie die rote Karte sah und die Flames in der zweiten Halbzeit eine weitere Stammspielerin auf der Tribüne sitzen hatten.

In den zweiten Abschnitt ging es erstmals mit zwei Spielerinnen weniger, da auch Leonie Kockel kurz vor der Halbzeitpause eine Zeitstrafe erhalten hatte. Die Flames gaben nicht auf, doch es wurde von Minute zu Minute schwerer mit dem Gast mitzuhalten, der sich nach sieben Minuten auf 13:19 (37.)  und nach dem 14:19 (39.) durch einen 5:0-Lauf auf 14:24 (47.) und einen 10-Tore-Vorsprung vorentscheidend absetzte.

Die Flames fanden nun kaum noch Lösungen. Nach fast 12 torlosen Minuten gelang den Flames wieder einmal ein Tor zum 15:24 durch Julia Niewiadomska, die ebenfalls das letzte Mal das Flames-Trikot trug und zusammen mit Simone Spur Petersen zum Ligakonkurrenten SV Union Halle-Neustadt wechselt.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nutzte nun die Gelegenheit nach Annika Schmitz auch ihren weiteren Nachwuchstalenten Nina Rädge, Rugile Bartaseviciute und Neele Mara Orth, die in den letzten Wochen den Kader stets ergänzten, Spielanteile zu geben. Eine Chance, die Neele Mara Orth in der 56. und 57. Minute zu ihren ersten beiden Bundesligatoren nutzte.

Die Schlusspunkte setzten Julia Niewiadomska mit ihrem letzten Treffer zum 18:31 und Marija Obrodavic zum 19:31 Endstand.

„Ich glaube, dass wir mit der Saison zufrieden sein können. Uns haben die Verletzungen und Corona zurück geworfen. Wir haben den einstelligen Tabellenplatz, haben eine sehr gute Saison gespielt und konnten viele ärgern. Nächstes Jahr werden wir wieder angreifen und den nächsten Schritt machen. Aber da denken wir heute noch nicht dran“, war das abschließende Fazit von Heike Ahlgrimm.

Die Flames verabschieden sich jetzt erst einmal in die wohlverdiente Pause und den Urlaub. Am 05.07.2021 beginnt dann die Saisonvorbereitung, wie immer, mit dem Laktattest.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Josefin Lotze – Leonie Kockel (2), Rugile Bartaseviciute, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen, Nina Rädge, Lisa Friedberger (3/1), Christin Kühlborn (4), Annika Schmitz (1), Sarah van Gulik, Nele Mara Orth (2), Ines Ivančok (4), Julia Niewiadomska (2), Dionne Visser (1).