Flames beenden den Doppelspieltag mit erstem Punktgewinn gegen Buxtehude

Hallenheft Nr. 08 – Buxtehuder SV
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Flames beenden den Doppelspieltag mit erstem Punktgewinn gegen Buxtehude

Simone Spur Petersen drehte zu Beginn der 2. Halbzeit auf und erzielte ihre 5 Tore innerhalb von 8 Minuten / Foto: ©Andrea Müller

Mit einem Sieg und einem Unentschieden endete für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach der Doppelspieltag in der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Knapp 48 Stunden nach dem 32:33-Auswärtssieg im Hessenderby bei der HSG Bad Wildungen Vipers am Freitagabend trennten sich die Flames gestern Nachmittag in der Weststadthalle 31:31(14:15) Unentschieden vom Buxtehuder SV. Den 31:31-Ausgleich für das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm erzielte Sarah van Gulik mit ihrem fünften verwandelten Siebenmeter 16 Sekunden vor dem Abpfiff und sicherte damit den dritten Punkt an diesem Wochenende. Für die Flames war es der erste Punktgewinn gegen den Buxtehuder SV überhaupt. Beste Torschützen waren Ines Ivancok mit 8 Toren bei den Flames und Johanna Heldmann mit 7 Toren beim BSV.

Es war am Ende ein Ergebnis, mit dem beide Trainer gut leben konnten und dem Spielverlauf auch gerecht war. „Am Ende denke ich ist es ein ungerechtes Unentschieden. Beide Mannschaften hatten ihre starken Phasen und ihre schwächeren Phasen“, resümierte BSV-Trainerin Dirk Leun und bekam auch die Zustimmung von Heike Ahlgrimm.“ Ich glaube, dass das Unentschieden am Ende gerecht ist, wenn man das ganze Spiel sieht. Es hätte am Ende in beide Richtungen gehen können. Es hätte für uns ausgehen können, es hätte aber auch für Buxte ausgehen können. Von daher sind wir absolut froh, dass wir den Punkt mitnehmen“, so Heike Ahlgrimm.

Der BSV begann stark und führte schnell mit 0:1durch Johanna Heldmann (1. Minute) und 1:3 (4.), wobei die Flames schon in dieser frühen Phase klare Chancen liegenließen oder an schnellen Reaktionen der Gästetorhüterin Katharina Filter scheiterten. Der BSV stand kompakt in der Abwehr, zunehmend schlichen sich leichte Fehler auf Seite der Flames ein, die ihrerseits keinen Zugriff in der Abwehr bekamen. Flames-Torhüterin Helen van Beurden konnte einem da schon leidtun.

„Wir haben heute wieder schlecht angefangen. Ich kann manchmal nicht sagen, warum. Ich habe der Mannschaft aber auch gesagt, dass wir Helen hinten im Tor im Stich gelassen haben. Wir kriegen nicht den richtigen Zugriff zur Abwehr. Das ist so in den letzten beiden Spielen, dass wir eigentlich viele Dinge richtig machen und am Ende dann doch noch das Tor kommt“, bilanzierte dann auch Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Knapper 14:15-Rückstand zur Pause

Der BSV hatte erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung beim 4:7 (12.) durch Mia Lakenmacher. Beim Spielstand von 5:9 nahm Trainerin Heike Ahlgrimm ihre erste Auszeit, um ihr Team neu aufzustellen. Es brachte zunächst nichts, Buxtehude erhöhte auf 5:10 (15.) und erstmals auf einen Fünf-Tore-Vorsprung. Jessica Kockler löste nach 18 Minuten Helen van Beurden zwischen den Pfosten ab und ihre Vorderleute wachten so langsam auf und bekamen einen immer besseren Zugriff in der Abwehr. Die Deckung ließ bis zur Pause nur noch fünf Gegentreffer zu und der Rückstand wurde immer geringer. Das 13:13 (28.) und 14:14 (30.) jeweils durch Ines Ivancok bedeutete erstmals wieder den Gleichstand. Mit dem Pausenpfiff gelang Paula Prior noch die knappe 14:15 Pausenführung für den BSV.

Die Flames kamen gut aus der Kabine und setzten ihr Spiel so fort, wie sie es Ende der ersten Halbzeit beendet hatten. Dabei drehte Simone Spur Petersen förmlich auf. Die Dänin erzielte innerhalb von acht Minuten (31.-39.) ihre insgesamt fünf Tore und brachte die Flames mehrmals in Führung. Erstmals beim 17:16 (35.), 18:17 (37.) und dann zum 20:19 (39.).

Das Spiel blieb ausgeglichen. 15 Minuten vor Spielende zeigte die Anzeigentafel ein 22:22 an. Sarah van Gulik per verwandelten Siebenmeter und Kreisläuferin Dionne Visser sorgten beim 24:22 (47.).

Spannende Schlussphase

Aber es blieb ein ganz enges Spiel, denn Buxtehude zeigte sich unbeeindruckt und glich durch einen verwandelten Siebenmeter von Lone Fischer zum 28:28 (54.) aus und die Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Es war erneut ein verwandelter Siebenmeter von Lone Fischer zum 30:31 (59.), der den BSV kurz vor dem Spielende wieder in Front brachte.

Ein technischer Fehler der Flames im folgenden Angriff brachte Buxtehude wieder in Ballbesitz und BSV-Coach Dirk Leun nahm ein Team-Timeout. Sein Team musste nun nur noch 30 Sekunden für den Auswärtssieg überstehen. Doch auch die Flames witterten noch ihre Chance, wenigstens einen Punkt zu holen. Christin Kühlborn eroberte sich 18 Sekunden vor dem Ende den Ball, wurde dann aber von Meret Ossenkopp am Spielen des Balles gehindert, was gemäß der Regel einen Siebenmeter für die Flames und die rote Karte für Ossenkopp zur Folge hatte. Sarah von Gulik verwandelte nervenstark zum 31:31 Endstand, da dem BSV in den letzten Sekunden kein Treffer mehr gelang.

„Wir haben drei ganz wichtige Punkte geholt, nachdem wir gegen Oldenburg zwei verloren haben. Von daher bin ich absolut happy für dieses Wochenende“, freute sich Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Wie schwer die am Freitag, im Spiel bei den Vipers, erlittene Verletzung von Alicia Soffel ist, muss erst noch die ausstehende MRT-Untersuchung zeigen.

Das nächste Spiel bestreiten die Flames am Sonntag, 07.03.2021, 16:00 Uhr, bei den Frauen von Frisch Auf Göppingen.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Ich glaube, dass das Unentschieden am Ende gerecht ist, wenn man das ganze Spiel sieht, denn es hätte in beide Richtungen gehen können. Es hätte für uns ausgehen können, aber auch für Buxte. Von daher sind wir absolut froh, dass wir den Punkt mitnehmen. Dieses Wochenende mit Freitag und Sonntag ist schon sehr kräftezehrend. Bei uns waren es zwei enge Spiele. Wir hatten in Bad Wildungen das glückliche Ende für uns, wo wir mit einem Tor gewonnen haben. Heute holen wir noch den Punkt, worüber ich sehr glücklich bin. Ich hatte ein bisschen Bauchweh vor dem Wochenende, weil es zwei sehr starke Mannschaften sind. Am Ende haben wir drei Punkte geholt. Von daher kann ich absolut zufrieden sein.

Wir haben heute wieder schlecht angefangen. Ich kann manchmal nicht sagen, warum und habe der Mannschaft aber auch gesagt, dass wir Helen hinten im Tor im Stich gelassen haben. Wir kriegen nicht den richtigen Zugriff zur Abwehr. In den letzten beiden Spielen machen wir eigentlich viele Dinge richtig und am Ende kommt dann doch noch das Tor. So lange wir 31 Tore machen, ist das in Ordnung. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr viel Wert auf Abwehr lege, aber da ist im Moment ein bisschen der Wurm drin. Nichtsdestotrotz haben wir drei wichtige Punkte geholt, nachdem wir gegen Oldenburg zwei verloren haben und von daher bin ich absolut happy für dieses Wochenende.

Dirk Leun (Buxtehuder SV):
Am Ende denke ich, dass es ein gerechtes Unentschieden ist. Beide Mannschaften hatten ihre starken Phasen und ihre schwächeren. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, dass sie hier so einen Fight geliefert hat, nach Freitag in Leverkusen und zwei so schweren Auswärtsspielen. Ich bin unheimlich stolz auf die Mädels. Dass wir uns wieder, wie in Leverkusen, nicht mit zwei Punkten belohnen konnten, ist natürlich ärgerlich. Das kann sicher jeder verstehen. Aber auf der anderen Seite sage ich mal als Fazit für dieses Wochenende: wir hätten vier Punkte holen können, wir hätten aber auch 0 Punkte holen können. Das waren zwei mega enge Spiele, jeweils mit Wimpernschlagfinale, wo ein- zwei Fehler mehr entschieden haben. Wir können aber mit den zwei Punkten, die wir aus dem Wochenende mitgenommen haben, gut leben.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (1), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (5), Sarah Dekker (2), Lisa Friedberger (7/2), Christin Kühlborn, Sarah van Gulik (7/5), Ines Ivančok (8), Julia Niewiadomska, Dionne Visser (1).

Buxtehuder SV:
Hanna Zerlaut, Katharina Filter – Liv Charlotte Süchting (2), Mailee Winterberg, Johanna Heldmann (7), Mia Lakenmacher (5), Antonia Pieszkalla, Lone Fischer (5/5), Lisa Antl (5), Isabelle Dölle, Meret Ossenkopp (4), Paula Prior (2), Teresa von Prittwitz, Paulina Golla (1).