“Es war lustig ohne Harz in der Landesliga zu spielen” – Merel Freriks im Interview

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“Es war lustig ohne Harz in der Landesliga zu spielen” – Merel Freriks im Interview

Merel Freriks war mit 50 Toren die mit Abstand beste Feldtorschützin der U20-WM in Ungarn / Bildrechte: ©Andrea Müller

Die zurückliegende U20-Weltmeisterschaft bewies zum wiederholten Mal, dass die letztliche Nominierung des Allstar-Team bei Großturnieren unter äußerst subjektiven Gesichtspunkten vorgenommen wird. Ausser der Linksaussenspielering Emma Friies gehörten alle anderen “Allstars” zu einem Team der Halbfinalisten. Damit auch Pech für Merel Freriks, welche mit ihrer niederländischen Nationalmannschaft den fünften Platz belegte. Während Freriks mit 50 Toren und einer Quote von 77 Prozent die mit Abstand beste Feldtorschützin des Turnieres wurde und in der Gesamttorschützinnenstatistik den fünften Platz belegte, erzielte die nominierte Kreisläuferin Ungarin Noemi Pasztor nur 21 Treffer bei annähernd gleicher Quote. Im Gespräch mit www.handball-world.news zeigt sich die für die “Flames” der HSG Bensheim/Auerbach spielende 20-jährige jedoch eher von der verpassten Medaillenchance enttäuscht und gab Einblick in ihre derzeitige sportliche Situation.

Wie sind Sie mit dem Verlauf des Turnieres zufrieden?

Merel Freriks:
Es ist schade, dass wir das Spiel gegen Russland im Viertelfinale verloren haben. In diesem Spiel waren nicht so gut. Wir hatten schon eine Medaille als Ziel und den späteren Weltmeister Ungarn auch kurz zuvor noch geschlagen.

Sie sind vor einem Jahr zu den “Flames” gewechselt und bilden mit Sanne Hoekstra und Sarah van Gulik ein niederländisches Trio. Waren die beiden auch der Grund, dass Sie sich für den Zwei-Jahres-Vertag bei den Flames entschieden hatten?

Merel Freriks:
Ich spielte ja schon seit ich 14 oder 15 war mit E&O Emmen in der ersten Liga der Niederlande. Seit ich 16 war trainierte ich zudem unter der Woche im Olympiazentrum in Papendal. Die Schule hatte ich abgeschlossen und somit war ich bereit für eine starke Liga. Sanne und Sarah haben jedoch nicht den Kontakt hergestellt. Aber beide konnten mir natürlich Informationen aus erster Hand liefern.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der ersten Saison, an dessen Ende der knappe sportliche Klassenerhalt stand?

Merel Freriks:
Insgesamt lief es, gerade zum Ende hin, ganz gut. Ich hatte am Anfang nicht so viele Einsatzzeiten. Das hat sich dann im Verlauf der Saison gesteigert. Gegen Ende musste ich sehr vieles spielen, da sich Caroline Thomas verletzt hatte. Von ihr habe ich viel gelernt, denn in der Bundesliga wird doch anders gespielt als in der niederländischen Ersten Liga.

Die Flames sind für eine gute Jugendarbeit bekannt. Wie ist Dein Eindruck vom Verein in dieser Hinsicht?

Merel Freriks:
Das stimmt auf jeden Fall. Man kennt die Spielerinnen der Jugendteams sowie der zweiten und dritten Mannschaft. Ich habe zu Saisonbeginn, als ich in der Bundesliga noch wenig Einsatzzeit hatte auch ein paar Mal in der Landesliga bei den Junior-Flames mitgespielt. Ohne Harz war das ungewohnt und lustig. Jetzt ist das Team in die Oberliga aufgestiegen. Ich darf wohl immer noch eingesetzt werden. Vielleicht ergibt sich ja wieder die Möglichkeit.

Ihr Verein arbeitet bekanntlich unter semi-professionellen Bedingungen. Vollprofis dürften die Ausnahme bilden. Müssten Sie neben dem Sport einer bezahlten Tätigkeit nachgehen?

Merel Freriks:
Aktuell habe ich keinen Nebenjob. Ich habe jedoch einige Zeit bei Baldur-Garten im Kundenservice gearbeitet. Die Firma betreibt einen Online-Versand für Pflanzen. Das waren 12 Stunden in der Woche und ich fand das sehr hilfreich, um in Deutschland Fuß zu fassen und besser Deutsch zu lernen.

Sie haben bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft die meisten Feldtore erzielt und auch in der Abwehr eine wichtige Rolle gespielt. Wie lange wird man Sie noch in der Bundesliga spielen sehen? Gibt es schon Überlegungen nach Ablauf Ihres Vertrags in eine der absoluten Top-Ligen zu wechseln?

Merel Freriks:
Nein, diese Überlegungen habe ich nicht. Ich möchte zunächst einmal über sechzig Minuten stabil in der Bundesliga spielen und auch durch meine Persönlichkeit in Abwehr und Angriff der Mannschaft helfen. Ich will also nicht ausschließen, dass ich auch nach Ablauf meines Vertrags im nächsten Jahr weiter bei den Flames bleibe. Wir müssen in jedem Spiel um die Punkte kämpfen. Das bringt mich weiter.

Quelle: chswww.handball-world.news