Enttäuschung bei der Heimpremiere – Flames unterliegen Neckarsulm mit 28:36

Heimpremiere mit Zuschauern
10. September 2021
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Enttäuschung bei der Heimpremiere – Flames unterliegen Neckarsulm mit 28:36

Isabell Hurst kann sich hier gegen Irene Espinola Perez durchsetzen / Foto: ©Andrea Müller

Ihre Heimpremiere hatten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach wahrlich anders vorgestellt. Die Flames verloren ihr erstes Heimspiel vor 484 Zuschauern in der Weststadthalle gegen die Sport-Union Neckarsulm unerwartet deutlich mit 28:36 (16:17). Am Ende jubelte nur der Gegner mit den mitgereisten Fans. Beste Werferinnen waren Lisa Friedberger (6/3 Tore) und Myrthe Schoenaker (5) bei den Flames, bei der Sport-Union waren Irene Espinola Perez mit 8 Toren und Nathalie Hendrikse mit 6 Toren am erfolgreichsten.

Der Blick auf die Anzeigentafel bot am Ende  Ernüchterung statt Jubelstimmung. Nicht nur die deutliche Niederlage, vor allem die erhaltenen 36 Gegentore sind viel zu viel, gerade für eine eigentlich abwehrstarke Mannschaft, wie die Flames.

„Wir haben 36 Tore bekommen, weil wir heute überhaupt keine Abwehr gespielt haben. Wir haben keinen Zugriff bekommen, wir haben überhaupt keinen Körperkontakt gehabt, wir waren viel zu brav und hatten nur eine Zweiminutenstrafe. Neckarsulm hat sich das erkämpft, sie haben gefightet und gerackert. Wir haben in der zweiten Halbzeit nach dem 22:24 völlig den Kopf verloren. Wir waren hektisch und keine Einheit auf dem Feld. Von daher steht jetzt dieses Ergebnis auf der Anzeigentafel, was natürlich sehr hoch ist. Aber es gibt so Spiele. Wir hatten heute ein Spiel, wo überhaupt nichts funktioniert hat. Mit 28 Toren können wir zufrieden sein, obwohl wir da auch noch Luft nach oben haben. Auf der anderen Seite müssen wir das jetzt abhaken, wir werden es ansprechen und uns nochmal anschauen. Vielleicht kommt es aber auch zur rechten Zeit, weil alle uns schon wieder hochgejubelt haben, weil wir einen Punkt in Thüringen geholt haben. Wir kriegen nichts geschenkt und wir müssen in jedem Spiel da sein und wenn wir es nicht sind, dann stehen wir als Verlierer auf dem Feld. Das war heute so, weil wir nicht so auf dem Feld waren, wie wir uns das vorstellen. Von daher kann ich versprechen, dass wir das ansprechen und nächste Woche gegen Oldenburg wieder zurückkommen und für Wiedergutmachung sorgen“, bilanzierte eine enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

In der ersten Halbzeit Spiel auf Augenhöhe

Es wurde ein Spiel auf Augenhöhe erwartet und die erste Halbzeit war es das auch.  Es war von Beginn an ein temporeiches Spiel. Der erste Treffer war den Flames vorbehalten. Dionne Visser erzielte das 1:0 (1. Minute) – es sollte allerdings auch die einzige Flames-Führung in dieser Begegnung bleiben. Ein verwandelter Strafwurf von Lynn Knippenborg sowie Treffer von Irene Espinola Perez und Jill Kooij sorgten beim 1:3 (5.) erstmals für eine Zwei-Tore-Führung der Sport-Union. Beim 11:14 (20.) durch Anouk Nieuwengweg waren es drei Tore, auch weil die Flames im Angriff immer wieder an der eingewechselten Sarah Wachter im Tor scheiterten. Die Flames gaben aber nicht auf. Sarah van Gulik und zweimal Isabell Hurst sorgten für den vielumjubelten 14:14 Ausgleich in der 23. Minute. Das Spiel blieb auch die letzten Minute bis zur Pause eng. Jill Kooij sorgte mit zwei Treffern wieder für eine Zwei-Tore-Führung der Gäste beim 15:17 (28.), musste kurz danach aber für die zweite Zeitstrafe auf die Bank. In Überzahl gelang den Flames durch Myrthe Schoenaker der 16:17 Anschlusstreffer (29.). Mit diesem knappen Ergebnis ging es auch in die Kabine.

Auch der Beginn der zweiten Halbzeit war noch ausgeglichen und der erste Treffer den Flames vorbehalten. Christin Kühlborn egalisierte auf 17:17 (33.). Im Gegenzug sorgte Rechtsaußen Nathalie Hendrikse erneut für die Führung der Sport-Union. Bis zum 22:24 (43.) durch Lisa Friedberger, die den ersten Siebenmeter verwandelte, den die Flames in diesem Spiel hatten, waren die Flames noch dran, auch wenn sich zu diesem Zeitpunkt schon die technischen Fehler und Fehlwürfe häuften und die Flames immer weniger Zugriff in der Abwehr bekamen.

Neckarsulm zieht in der letzten Viertelstunde davon

Nach der ersten und einzigen Zeitstrafe gegen die Flames von Neele Mara Orth erhöhte die Sport-Union durch Johanna Stockschläder und Irene Espinola Perez erstmals auf vier Tore beim 22:26 (45.) und beide Spielerinnen bauten den Vorsprung weiter auf 22:28 (47.) aus.

Auch die dritte Zeitstrafe und die damit verbundene rote Karte und Disqualifikation gegen Jill Kooij (48.) tat dem Spielfluss und der Abwehrleistung der Gäste keinen Abbruch. In der 55. Minute war der Vorsprung nach einem Treffer von Nathalie Hendrikse zum 25:33 bereits auf 8 Tore gewachsen. Diesen Vorsprung behielten die Gäste bis zum Schlusspfiff. Den Schlusspunkt setzte Sharon Nooitmeer zum 28:36 Endstand.

Für die Flames war es ein gebrauchter Tag, aber solche Tage gibt es nun mal. Es besteht kein Grund deswegen jetzt den Kopf in den Sand zu stecken.  Es ist noch viel Luft nach oben, sowohl was die Zuschaueranzahl in der Weststadthalle betrifft, aber auch die Leistung der Flames. Dass sie es besser können, haben sie in der Vorbereitung und beim Auswärtspunkt in Thüringen gezeigt. Das Spiel hat aber auch gezeigt, wovor Flames-Coach Heike Ahlgrimm bereits vor der Saison gewarnt hat. Diese Saison sind alle Mannschaften enger zusammen und man muss in jedem Spiel alles geben, wenn man punkten will. Es gibt keine leichten Spiele. Diesmal ist Neckarsulm den Schritt mehr gegangen, hat mehr gefightet und als Kollektiv auf dem Feld gestanden.

Nächste Woche in Oldenburg (Samstag, 18.09.2021, 18:00 Uhr, EWE-Arena) werden wieder andere Flames auf der Platte stehen und als Team alles dafür geben, die beiden Punkte mit nach Bensheim zu nehmen.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst 2, Myrthe Schoenaker 5, Elisa Stuttfeld, Jana Haas, Lisa Friedberger 6/3, Christin Kühlborn 2, Saskia Fackel 3, Sarah van Gulik 2, Ines Ivancok 4, Neele Mara Orth 1, Dione Visser 3.