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Duell auf Augenhöhe um den sportlichen Klassenerhalt

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm möchte auch nach dem Spiel allen Grund zur Freude haben /Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Den Klassenerhalt und somit die weitere Erstligazugehörigkeit haben beide Mannschaften bereits in der Tasche. Beide haben aber noch ein gemeinsames Ziel, um das sie kämpfen: den sportlichen Klassenerhalt. Von daher ist die Spannung vorprogrammiert, wenn die die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Samstag, 28.04.2018 (17.30 Uhr Weststadthalle in Bensheim) mit den Schwaben Hornets des TV Nellingen den direkten Tabellennachbarn empfangen.

Die Zuschauer erwartet ein Spiel auf Augenhöhe und das Publikum könnte am Ende der ausschlaggebende 8. Mann auf dem Feld sein. Die Hornets werden von einer großen Fangemeinde nach Bensheim begleitet werden, die alles dafür tun werden, damit sie die beiden Punkte mit nach Ostfildern nehmen können. Doch was die Unterstützung der Zuschauer betrifft, können die Flames auch voll und ganz auf ihre Anhänger bauen, die in jedem Spiel wie ein Wand hinter ihrem Team stehen und ihren Anteil an den bisherigen Punktgewinnen haben.

„Wir spielen zu Hause, wir spielen vor eigenem Publikum und wollen ihm mit einem Sieg auch was zurück geben“, möchte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm daher auch die Fans mit Punkten belohnen.

Direkte Tabellennachbarn

Der genaue Blick auf die Tabelle zeigt die Brisanz des Spieles. Die Hornets belegen mit 11:33 Punkten und 569:663 (-94) Toren den 11. Tabellenplatz, die Flames sind  mit 10:34 Punkten und 553:603 (-50) Toren unmittelbar dahinter. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten würde für die Flames die Vergrößerung des Rückstands auf 3 Punkte bedeuten, bei einem Sieg tauschen beide Mannschaften  die Plätze und die Flames rutschen auf Platz 11.

Dies ist auch die Motivation für Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm und ihr Team: „Wir haben gesagt, dass wir den sportlichen Klassenerhalt schaffen wollen, d.h. wir müssen auch punkten, zumal Neckarsulm jetzt wieder dran ist und das reizt natürlich, denn Nellingen ist nur einen Punkt vor uns. Mit einem Sieg kann man an ihnen vorbei ziehen und wir wären dann auf Platz 11. Das ist natürlich ein Anreiz“, so die motivierte Trainerin.

Die Ergebnisse der Hornets und der Flames waren in den letzten Wochen ähnlich und lassen sich gut miteinander vergleichen, da der Gegner der Hornets anschließend gegen die Flames spielte. Während die Flames am letzten Wochenende mit 32:25 beim amtierenden Deutschen Meister SG BBM Bietigheim verloren, musste sich das Team von Trainer Pascal Morgant bei der TuS Metzingen mit 34:24 geschlagen geben.

Sportlicher Klassenerhalt bleibt das Saisonziel

Das Hinspiel in Nellingen 30.12.2017 endete 30:30 Unentschieden. Für die Flames war es ein Punktverlust und sie haben noch eine Rechnung offen. Sechs Minuten vor dem Ende führten die Flames noch mit 3 Toren und hatten es auch in der Schlussminute noch selbst in der Hand, als man  30 Sekunden vor dem Ende noch 30:29 führte und selbst im Ballbesitz war, doch die Hornets kamen durch Lena Degenhardt mit dem Schlusspfiff noch zum Ausgleich und machten den Traum vom ersten doppelten Punktgewinn der Flames in der 1. Liga zunichte. Das soll diesmal anders werden. Mittlerweile sind die Flames in der Liga angekommen und haben ihre Erfahrungen gesammelt und gehen ihren Weg weiter Schritt für Schritt. Mit dem Klassenerhalt ist bereits ein großer Schritt getan, dem nun noch der sportliche Klassenerhalt folgen soll, der auch das Saisonziel ist.

Voraussetzung ist natürlich auch ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. Dafür müssen die Flames allerdings wieder 60 Minuten alles in die Waagschale werfen und konzentriert zur Sache gehen und aus einer kompakten Abwehr heraus das Spiel der Hornets unterbinden. Die meisten Tore der Hornets erzielten bisher Louisa Wolf (138/64 Tore) sowie Annika Blanke (106/26 Tore) die damit auf den Plätzen 4 und 11 der Torschützinnenliste der Handball Bundesliga Frauen (HBF) stehen.

Auf beide Spielerinnen müssen die Hornets nächste Saison verzichten.  Annika Blanke wechselt nach sechs Jahren bei den Hornets zum Lokalrivalen Frisch Auf Göppingen. Louisa Wolf kehrt nach zwei Jahren bei ihrem Heimatverein TV Nellingen  in der kommenden Saison zum Bundesliga-Team der Neckarsulmer Sport-Union zurück. Mit ihr wechselt auch Hornets-Trainer Pascal Morgant zur NSU und sucht dort nach 5 Jahren eine neue Herausforderung. Zu den weiteren Abgängen gehört u.a. Torfrau Anna Bocka, die nach 5 Jahren den TV Nellingen verlässt und zum Ligakonkurrenten HSG Bad Wildungen Vipers wechselt. Damit stehen die Schwaben Hornets vor einem großen Umbruch und für Geschäftsführer Bernd Aichele gibt es noch viel Arbeit bis zur neuen Saison.

Deshalb möchten sich die Spielerinnen und Coach Morgant erst recht mit dem sportlichen Klassenerhalt verabschieden, denn die Moral und der Kampfgeist stimmen, was Pascal Morgant auch nach der deutlichen Niederlage in Metzingen positiv stimmte. „Am Ende war es eine deutliche Niederlage, aber wir haben Kampfgeist gezeigt und um jedes Tor gekämpft, bin zwar nicht happy aber auch nicht verstimmt“, erkannte Morgant die Stärke des Gegners an und will mit demselben Einsatz bei den Flames punkten.

Dass es kein leichtes Spiel für ihr Team wird, dessen ist sich Heike Ahlgimm bewusst: „Wir werden alles für einen Sieg tun, aber wir wissen auch, dass das schwer wird. Solche Spiele sind keine Selbstläufer. Nellingen wird auch alles dafür geben. Sie haben jetzt noch 4 Spiele und dann wird dort einiges passieren. Es gibt einen neuen Trainer, viele Spielerwechsel und von daher werden sie nochmal fokussiert sein. Nellingen will auch unbedingt punkten, denn dann bleiben sie vor uns und das wird ihr Ziel sein. Von daher wird es ein schwieriges Spiel. Aber wir spielen zu Hause und diesmal wollen wir auch die 2 Punkte behalten. Einmal für uns und dann für die Fans. Dafür werden wir alles tun und wieder unsere Tugenden aufs Spielfeld bringen“, verspricht die Flames-Trainerin.

Aus ihrem Kader muss Heike Ahlgrimm am Samstag, wie auch schon in Bietigheim, auf Caro Schmele (Rückenprobleme) verzichten. Ansonsten sind alle Spielerinnen wieder dabei, mit Ausnahme der schwangeren Ivana Sazdovski und den beiden Langzeitverletzten Josephine Körner und Vildana Halilovic.

Für Spannung sollte also am Samstag gesorgt sein. Es ist das vorletzte Heimspiel in dieser Saison und dieses Spiel auf Augenhöhe sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Fans können ihre Mannschaft mit Support zum Erfolg tragen, denn gemeinsam jubelt es sich besser.