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Direkt verwandelter Freiwurf bringt Oldenburg den Sieg

Sarah van Gulik musste mit ihren Flames eine unglückliche Niederlage hinnehmen / Bild: ©Andrea Müller

Dramatischer hätte das Spiel nicht ausgehen können – leider mit einem unglücklichen Ende für die Flames. Es war ein hart umkämpftes Spiel zwischen den Flames der HSG Bensheim/Auerbach und dem VFL Oldenburg vor 1800 Zuschauern in der Weststadthalle. In letzter Sekunde konnte Kathrin Pichlmeier durch einen direkt verwandelten Freiwurf am sich auflösenden Flames-Abwehrblock vorbei den 24:23 Siegtreffer für den VFL Oldenburg erzielen.

Ausschlaggebend für die Niederlage war jedoch nicht dieses Tor, sondern in erster Linie der „verschlafene“ Start in die 2. Halbzeit, als man 10 Minuten keinen Treffer erzielte und nach einer 13:11 Halbzeitführung plötzlich mit 13:17 im Hintertreffen lag. Außerdem wurden zu viele Torchancen liegen gelassen und die Überzahl nicht konsequent genutzt.

Dies sah auch Flames-Coach Heike Ahlgrimm so: „Die Enttäuschung sitzt jetzt natürlich tief, aber ich glaube, dass wir es nicht durch das letzte Tor verloren haben, sondern Anfang der 2. Halbzeit. Wir waren gedanklich noch in der Kabine und machen in den ersten 10 Minuten kein Tor. Oldenburg hat da einen 6:0-Lauf und da wird es dann natürlich schwer, wenn man von einem 13:11 plötzlich 13:17 hinten liegt“, zog die Trainerin bei der anschließenden Pressekonferenz Bilanz.

„Wir haben uns wieder herangekämpft, wir waren wieder da und hatten die Chance gehabt in Führung zu gehen. Aber wir waren heute in vielen Situationen einfach nicht clever genug. Ich habe immer gesagt, dass wir auf dem Boden bleiben müssen und dass es solche Spiele gibt. Man hat heute gesehen, dass wir noch jung sind. Der 6. Tabellenplatz hat in der Tabelle schön ausgesehen, aber wir sind noch nicht da sind, wo wir eigentlich hinwollen“, so Heike Ahlgrimm weiter.

Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe und man merkte beiden Mannschaften an, dass es das erste Spiel nach der langen WM-Pause ist. Es lag aber auch an den beiden Abwehrreihen und den guten Torhüterleistungen von Helen van Beurden bei den Flames und Julia Renner beim VFL, dass nicht viele Tore im gesamten Spiel fielen, wie VFL- Trainer Niels Bötel feststellte: „Wir haben heute zwei gute Torhüterinnen und zwei gute Abwehrreihen gesehen, die gut gedeckt haben. Von daher gab es auch relativ wenig Tore“, erklärte Bötel bei der Pressekonferenz.

Julia Maidhof gelang nach 38 Sekunden die erste Führung im Spiel zum 1:0 für die Flames. Maidhof war mit 10/3 Toren erneut beste Werferin der Flames und wurde zu Recht von den Fans als „Spielerin des Spiels“ ausgezeichnet. Und das, obwohl sie sich in der 1. Halbzeit bei einer Abwehraktion am Fuß verletzte und die letzten zehn Minuten bis zur Pause auf der Bank behandelt wurde und in der 2. Halbzeit nur noch im Angriff eingesetzt wurde.

13:11 Pausenführung

Es war ein Spiel mit wechselnden Führungen und keinem der Teams gelang es sich abzusetzen. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff führten die Flames nach dem 11:9 durch Ines Invancok mit zwei Toren, doch Kathrin Pichlmeier und Nationalspielerin Jenny Behrend schafften wieder den 11:11-Ausgleich (28.). Sarah van Gulik und Sarah Decker (30.) sorgten dann aber noch für die 13:11-Halbzeitführung der Flames.

Oldenburg hat eine 6:0-Lauf zu Beginn der 2. Halbzeit – die Vorentscheidung

Eigentlich hätten die Flames im 2. Abschnitt darauf aufbauen können, doch wie bereits eingangs erwähnt, gehörte die 2. Halbzeit dann aber erstmal dem VfL. Nach dem Anschlusstreffer von Jane Martens zum 13:12 (31.) konnten der VFL in den nächsten 8 Minuten nicht nur aufholen, sondern selbst in Führung gehen und diese auf 13:17 (38.) ausbauen.

Nach einem Team-Time-Out von Flames-Coach Heike Ahlgrimm kämpften sich die Flames langsam wieder heran und hatten nach dem 19:20 durch Ines Invancok (49.) und einem gehaltenen Ball von Helen van Beurden die Chance erstmals wieder auszugleichen. Doch die Chance wurde im Angriff vertan und der VFL erhöhte wieder auf 19:21.

Die Flames gaben aber nicht auf. Nach einem erfolgreich verwandelten Siebenmeter von Lisa Friedberger zum 21:21 (54.) Ausgleich konnten die Flames durch zwei aufeinander folgende Tore von Julia Maidhof mit 23:22 (59.) 90 Sekunden vor dem Ende in Führung gehen.

VFL-Trainer Niels Bötel reagierte mit einem Team-Time-Out. Ann-Kristin Roller konnte anschließend den 23:23 (59.) Ausgleich für den VfL erzielen.

Die Flames hatten jetzt 59 Sekunden Zeit den Siegtreffer zu erzielen. Flames-Coach Heike Ahlgrimm nahm 30 Sekunden vor dem Ende ebenfalls nochmal ein Team-Time-Out. Doch ein Stürmerfoul brachte Oldenburg noch einmal in Ballbesitz bei 20 Sekunden verbleibender Spielzeit. Zwei Sekunden vor dem Ende gab es noch einen Freiwurf für den VfL, der nach abgelaufener Zeit nur noch direkt geworfen werden konnte.

Und dann kam Kathrin Pichlmeier, die sah, dass sich die äußerste Flames-Abwehrspielerin aus dem Block etwas nach innen bewegte und somit die rechte Seite aus Torwartsicht öffnete und ihr gelang mit diesem „Kunstwurf“ der von ihren Mitspielerinnen umjubelte 23:24 Siegtreffer für den VFL.

Das war ein Unentschieden-Spiel – da waren sich am Ende aber Heike Ahlgrimm und Niels Bötel einig. „Es war eigentlich ein Unentschieden-Spiel und wir haben am Ende das Glück, dass wir den Ball noch reinmachen, erklärt Niels Bötel nach dem Spiel. „Es war ein Unentschieden-Spiel und wir haben jetzt mit einem verloren. Es ist natürlich bitter, wenn man noch in der 60. Minute dieses Tor kriegt“, stimmt ihm Heike Ahlgrimm zu.

Lange Zeit darüber nachzudenken, bleibt aber zum Glück nicht. Der Blick geht schon wieder nach vorne, denn schon am Sonntag (29.12.2019, 15:00 Uhr) treten die Flames zum Punktspiel in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) beim Thüringer HC an. Der DHB-Pokalsieger feierte am gestrigen Abend über die Kurpfalz Bären einen klaren 34:21 (17:12) Erfolg und liegt aktuell punktgleich mit der TuS Metzingen auf Rang vier. Die Flames haben durch die Niederlage den Tabellenplatz mit Leverkusen getauscht und liegen jetzt auf einem guten 7. Platz.

„Wie gesagt, das sitzt jetzt tief, aber wir haben bisher eine gute Saison und wir werden weitermachen. Wir haben auch gar keine Zeit, da lange darüber nachzudenken. Wir werden morgen trainieren und uns auf Thüringen vorbereiten. Von daher werden wir das kurz besprechen und dann ganz schnell wieder abhaken“, so Ahlgrimm.

Und wer die Flames-Trainerin kennt, weiß, dass sie heute alles im Training dafür tun wird, damit ihr Team morgen wieder alles aus sich herausholt, um ein gutes Spiel abzuliefern.

Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Julia Maidhof (10/3), Isabell Hurst (2), Elisa Stuttfeld, Sarah Dekker (2), Sane Hoekstra (1), Lisa Friedberger (2/2), Kristin Kühlborn, Sarah van Gulik (4), Ines Ivancok (2), Julia Niewiadomska, Caroline Hettinger.