Die Kraft reicht am Ende nicht für eine Belohnung

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Die Kraft reicht am Ende nicht für eine Belohnung

Am fehlenden Willen hat es nicht gelegen ... Lisa Friedberger und ihren Mitspielerinnen fehlte nach der langen Pause noch etwas die Kraft. / Foto: ©Andrea Müller

Es war der nächste Schritt nach vorne und am fehlenden Kampfgeist lag es wahrlich nicht im zweiten Spiel nach der wochenlangen coronabedingten Zwangspause, doch am Ende konnten sie sich nicht belohnen. So unterlagen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Freitagabend im Nachholspiel in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) der Neckarsulmer Sport-Union mit 29:34 (16:17). Die NSU festigte damit ihren sechsten Platz und wird diesen auch mindestens am Saisonende belegen, was die beste Platzierung der NSU seit dem Aufstieg in die 1. Liga bedeutet. Die Flames stehen nach der Niederlage jetzt auf dem 9. Tabellenplatz. Beste Torschützen waren Lisa Friedberger mit 8/6 Toren und Ines Ivancok mit 7 Toren bei den Flames sowie Irene Espinola Perez mit 10 Toren sowie Lynn Knippenborg mit 8/1 und Lucie Marie Kretschmar mit 7 Toren für die NSU.

„Natürlich sind wir total enttäuscht. Wir haben es ihnen sehr schwer gemacht und alles in die Waagschale geworfen. Am Ende des Tages haben wir aber keine Kraft mehr gehabt und zu viele Fehler gemacht“, fasste es Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm treffend zusammen und weiter „wir waren nicht mehr frisch im Kopf, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und haben dadurch auch einiges liegen gelassen“, so Ahlgrimm.

Bis gut 10 Minuten vor dem Ende konnte sich ihr Team noch Hoffnungen auf einen Überraschungssieg oder wenigstens einen Punkt, in dem über weite Strecken  ausgeglichenen Spiel, machen.

Mit einem knappen 16:17 Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischten die Flames. Den 16:17 Rückstand wandelten sie nach Toren von Dionne Visser, Sarah Dekker und Christin Kühlborn wieder in eine 2-Tore-Führung beim 19:17 (35.) und bauten sie auf drei Tore beim 21:18 durch Sarah Dekker (37.) und dem 22:19 (39.) durch Lisa Friedberger aus. Torfrau Sarah Wachter hielt ihre NSU aber weiter im Spiel und verhinderte einen höheren Rückstand und bei den Flames schlichen sich zunehmend mehr Fehler und Unkonzentriertheit ein. So kam die NSU zurück in Spiel und konnte beim 24:25 (51.) durch Lynn Knippenborg erstmals selbst wieder in Führung gehen.

Dionne Visser glich umgehend zum 25:25 (52.) aus. Doch drei Tore von Lucie Marie Kretzschmar in Folge brachten die Sport-Union mit 25:28 in Front. Dies war nicht nur die erste Drei-Tore-Führung der NSU seit der 12. Minute, sondern gleichzeitig die Vorentscheidung.

Leonie Kockel verkürzte per Siebenmeter nochmals auf 26:28 (54.). Heike Ahlgrimm  nahm eine Minute später noch eine Auszeit. Den nächsten Treffer setzte aber wieder die NSU. Irene Espinola Perez  sorgte mit ihrem 10. Treffer wieder für den 3-Tore-Abstand. Kurz danach gab es eine Strafe gegen die Flames-Bank. In Unterzahl fehlte den Flames dann endgültig die Kraft in den verbleibenden vier Minuten noch was Zählbares zu holen und die Sport-Union vergrößerte den Vorsprung zum 29:34-Endstand.

Heike Ahlgrimm nahm ihre Mannschaft nach dem verpassten Überraschungssieg zu recht in Schutz: „Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen, sondern muss ihnen ein Kompliment machen, für diesen riesen Fight, diesen Kampf und diesen Willen und Einsatz, um die zwei Punkte zu holen. Es ist dann natürlich bitter, wenn man ohne dasteht. Aber wir müssen das Positive herausnehmen. Ich glaube, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben und dass wir wieder einen Schritt nach vorne gegangen sind.“

Für die Flames, die kurzfristig auch noch auf Simone Spur Petersen (Knieprobleme) verzichten mussten, bleibt nicht viel Zeit zur Erholung. Bereits am Mittwoch findet das Nachholspiel beim SV Union Halle-Neustadt (19:00 Uhr, Erdgas Sportarena Halle) statt.

„Jetzt können wir heute traurig sein und ab morgen werden wir wieder nach vorne schauen. Wir fahren jetzt nach Halle und gucken, dass wir uns dort die zwei Punkte holen“, blickt Flames-Coach Heike Ahlgrimm am Ende des Tages bereits wieder optimistisch auf das nächste Spiel.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler (1 Tor), Helen van Beurden – Leonie Kockel (2/1), Rugile Bartaseviciute, Elisa Stuttfeld (1), Sarah Dekker (4), Lisa Friedberger (8/6), Christin Kühlborn (1), Annika Schmitz, Nele Mara Orth, Ines Ivančok (7), Julia Niewiadomska (1), Dionne Visser (4).

Neckarsulmer Sport-Union:
Isabel Christina Figueira de Gois (1 Tor), Sarah Wachter (1) – Selina Kalmbach (1),  Sara Senvald, Lynn Knippenborg (8/1), Chantal Wick (3), Irene Espinola Perez (10), Jil Kooij (3), Anouk Nieuwenweg, Lucie Marie Kretzschmar (7)