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Deutlicher Auswärtserfolg für die Flames

Nur selten fanden die Luchse (hier: Maj Nielsen) eine Lücke in der kompakt stehenden Flames-Abwehr / Foto: ©Andrea Müller

Nach zwei Heimspielen und zwei Siegen in Folge sind die Flames der HSG Bensheim/Auerbach am Samstagmorgen selbstbewusst in die Nordheide gefahren. Sie waren aber gewarnt und rechneten mit einem ebenfalls starken und selbstbewussten Gegner, da die HL Buchholz 08-Rosengarten eine Woche vorher überraschend in Leverkusen den Gastgeber mit 24:23 aus dem DHB-Pokal warf und ins OLYMP Final4 einzogen. Die Flames ließen dem Gegner keine Chance und gewannen deutlich mit 16:29 (5:11) und festigten dadurch ihren 7. Platz in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) mit 20:12 Punkten. Die Luchse bleiben mit 8:26 Punkten auf dem Relegationsplatz. Erfolgreichste Torschützen bei den Flames waren Sarah van Gulik mit 7/4 und Sarah Dekker mit 6 Toren. Bei den Luchsen trafen Maj Nielsen und Fatos Kücükyildiz jeweils fünfmal.

Die Flames mussten kurzfristig auf den Einsatz von Lisa Friedberger verzichten. „„Sie konnte die ganze Woche nicht trainieren, weil sie Probleme mit den Adduktoren hat. Wir haben am Freitagabend nach der Behandlung dann entscheiden, dass wir sie zur Sicherheit rausnehmen, weil uns das Risiko zu groß war“, erklärte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel, warum ihre Spielmacherin zwar auf der Bank saß, aber nicht eingesetzt wurde.

Beide Mannschaften begannen überraschend sehr nervös und mit einer hohen Fehlerquote. Die Flames konnten durch Sarah Dekker und Isabell Hurst mit 0:2 (3. Minute) in Führung gehen, doch Fatos Kücükyildiz und Maj Nielsen schafften den 2:2-Ausgleich (9.). Die Abwehrreihen bestimmten zu diesem Zeitpunkt das Geschehen und wenn doch mal ein Ball auf das Tor ging, dann hatten beide Torfrauen keine Probleme, mit den teilweise schwachen Würfen. Alicia Soffel brachte ihr Team wieder in Front, doch Evelyn Schuluz und Fatos Kücükyildiz sorgten dafür, dass die Luchse erstmals mit 4:3 (14.) in Führung gehen konnten.

„Wir haben eine Viertelstunde gebraucht, um in das Spiel zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt agierten wir sehr hektisch und zerfahren. Aber wir hatten eine richtig gute Abwehr gestellt und uns dann nach 15 Minuten stabilisiert“, so Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Während beim Gastgeber die Fehlerquote weiter hoch und die Wurfausbeute schwach blieb, konnten die Flames aus dem 4:3-Rückstand eine 4:7-Führung (22.) machen und das Spiel zu ihren Gunsten wenden. Sarah Lamp konnte für die Luchse noch einmal auf 5:7 (22.) verkürzen, doch die Flames nutzen dann die doppelte Unterzahl der Luchse, nach Zeitstrafen gegen Louise Cronstedt und Evelyn Schulz, konsequent aus und  zogen bis zur Halbzeitpause auf 5:11 vorentscheidend davon.

„In der Halbzeit haben wir dann schon gesagt, dass wir in der Abwehr nichts verändern müssen, da die super steht und wir im Angriff halt unsere Chancen nutzen und mutig sein müssen. Das haben wir dann gemacht und das Spiel innerhalb weniger Minuten entschieden. Wir haben 17:7 geführt und dann bist Du natürlich ganz cool und locker und kannst auch viel wechseln“, bilanzierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

In der Tat kam ihr Team gut aus der Kabine.  Die ersten sechs Minuten nach der Pause blieb das Spiel bis zum 7:13 (36.) noch ausgeglichen und beim 6-Tore-Vorsprung der Flames.  Doch dann zogen die Flames durch einen 7:1-Lauf innerhalb von vier Minuten auf 7:18  (40.) davon und das Spiel war entschieden.

Da die Luchse zu keiner Zeit an die Leverkusen-Leistung anknüpfen konnten und die Flames mit ihren Würfen die Flames zum Konterspiel einluden, war der Sieg zu keiner Zeit gefährdet und der Vorsprung konnte am Ende sogar auf 13 Tore ausgebaut werden.

Heike Ahlgrimm rechnete im Vorfeld schon damit, dass der Gastgeber die Leistung aus dem Pokalspiel eventuell nicht nochmal so umsetzen kann: „Wir wussten, dass sie stark sind, aber ich hatte das schon vermutet, dass die Luchse heute ein schwächeres Spiel zeigen. Letzte Woche in Leverkusen war eine Energieleistung. Ich hatte meiner Mannschaft daher schon im Vorfeld gesagt, dass sie das entweder heute gegen uns wiederholen können oder es ist ein Einbruch, auch vom Kopf her“.

So konnte Flames-Coach Heike Ahlgrimm weiterhin munter durchwechseln. Den Schlusspunkt zum umjubelten 16:29-Auswärtserfolg setzte Leonie Kockel, die nach ihrer Krankheit die letzten Minuten erstmals wieder auf dem Spielfeld stehen konnte.

„Ich bin absolut froh, dass wir hier gewonnen haben, weil wir gewusst haben, dass es ein schweres Spiel wird. Wir haben im Vorfeld aber auch ein bisschen gehofft, dass Rosengarten nach der Energieleistung im Pokal in Leverkusen, etwas herunterfällt. Ich weiß es ja auch von uns, wenn Du vorher gegen einen großen Gegner ein richtig gutes Spiel machst, wie Rosengarten in Leverkusen, dann kann es schon mal wieder runter gehen und genau so war es. Das hatten wir etwas gehofft, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass es am Ende so souverän ist.  Wir waren aber auch gegen Rosengarten gut eingestellt. Es war jetzt nicht nur, dass Rosengarten schlecht war oder keinen guten Tag hatte, sondern wir haben auf alles eine Antwort gewusst. Wenn Du in der Abwehr gut stehst, dann kannst du viel Tempo machen und das ist uns in der zweiten Halbzeit gut gelungen“, war das positive Fazit von Flames-Coach Heike Ahlgrimm.

Für die Flames geht es am nächsten Wochenende weiter mit dem Heimspiel gegen den VFL Oldenburg. Anpfiff ist in der Weststadthalle am Samstag, 13.02.2021, um 18:00 Uhr.

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden  – Isabell Hurst 3, Leonie Kockel 1, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld 1, Simone Spur Petersen 2, Sarah Dekker 6, Alicia Soffel 1, Lisa Friedberger, Christin Kühlborn 4, Sarah van Gulik 7/4, Ines Ivančok 3, Julia Niewiadomska 1/1.