Der Deutsche Meister war diesmal eine Nummer zu groß

Flames reisen zum Deutschen Meister nach Bietigheim
21. April 2018
Melanie Breinich neue Perspektiv-Torhüterin
26. April 2018
alle anzeigen

Der Deutsche Meister war diesmal eine Nummer zu groß

Merel Freriks kann sich hier durch die kompakte Bietigheimer Abwehr durchsetzen und einen ihrer 5 Treffer erzielen / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Nichts zu holen gab es für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach beim Deutschen Meister SG BBM Bietigheim, der sich in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) mit 32:25 (17:10) völlig verdient und mühelos durchsetzen konnte. Bietigheim baute durch die gleichzeitige Niederlage des Buxtehuder SV den Vorsprung als Zweiter auf 5 Punkte aus und ist vier Spieltage vor Saisonende der Teilnahme an der Champions-League einen Riesenschritt weiter. Die Flames bleiben auf dem Drittletzten Platz, allerdings nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses, da die Neckarsulmer Sportunion ihr Spiel gegen die HSG Bad Wildungen Vipers gewann.

Karolina Kudlacz-Gloc (8/1) war die erfolgreichste Torschützin bei Bietigheim, bei den Flames erzielten Bogna Sobiech und Merel Freriks 5 Tore, ebenso Sarah van Gulik, die fünfmal per Siebenmeter traf.

Das Hinspiel in Bensheim am 27.12.2017 endete überraschend 24:24, was für die Flames der 1. Punktgewinn der Saison bedeutete und für die SG BBM Bietigheim ein ungeplanter Punktverlust. SGBBM-Coach Martin Albertsen und sein Team waren also gewarnt und wollten in eigener Halle zeigen, wer der Herr im Haus ist.

Bei den Flames waren diesmal Caroline Thomas, Martha Logdanidou, Sanne Hoekstra und Lisa Friedberger wieder dabei, dafür musste Trainerin Heike Ahlgrimm auf Carolin Schmele verzichten.

Der 1. Treffer des Spieles gehörte den Flames. Merel Freriks brachte ihre Mannschaft mit 0:1 in Führung, die die ersten 10 Minuten auch noch völlig ausgeglichen gestalten konnte. Doch dann nahm der amtierende Deutsche Meister Fahrt auf und konnte durch einen 5:0 Lauf mit 9:4 (15.) in Führung gehen und zwang Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm zu einer Auszeit. Die Flames kamen noch zweimal auf 4 Tore heran – Bogna Sobiech zum 9:5 (16.) und Sarah van Gulik per Siebenmeter zum 10:6 (17.). Das 15:7 (27.) durch Anne Kynast bedeutete den ersten 8-Tore-Vorsprung für Bietigheim. Sarah van Gulik verkürzte nochmal per 7m auf 16:10 (30.). Ines Ivancok erzielte im nächsten Angriff den 17:10 Halbzeitstand.

Die 2. Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Die Gastgeber bestimmten das Spiel. Erneut Ines Ivancok und Karolina Kudlacz-Gloc erhöhten auf 19:10 (33.). Die Flames verkürzten nochmal auf 7 Tore auf 22:15 (40.) durch Treffer von Anja Ernsberger und Martha Logdanidou. Bietigheim drückte den Flames aber weiterhin sein Spiel auf, überzeugte in Abwehr und Angriff und konnte sich zwischenzeitlich auf 12 Tore zum 29:17 (52.) absetzen. Den Flames gelang noch eine Ergebniskorrektur auf 7 Tore. Den Schlusspunkt setzte Larissa Platen mit ihrem Treffer zum 32:25.

So blieb den Flames diesmal nur die Freude über das Wiedersehen mit den beiden Nationalspielerinnen Antje Lauenroth und der derzeit verletzten Kim Naidzinavicius, die beide viele Jahre das Trikot der Flames trugen und eine Niederlage, die in der Höhe die Dominanz des Deutschen Meisters nicht ganz widerspiegelt.

Für die Flames geht es am Samstag weiter mit einem Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um den sportlichen Klassenerhalt. Mit den Schwaben Hornets Ostfildern des TV Nellingen kommt die Mannschaft in die Weststadthalle, die mit 11:33 Punkten in der Tabelle direkt vor den Flames (10:34 Punkte) steht. Anpfiff ist am 28.04.2018 um 17.30 Uhr in der Weststadthalle Bensheim.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Bietigheim. Ich glaube dass wir heute Abend  gesehen haben, dass wir noch meilenweit von Bietigheim entfernt sind. Ich bin ehrlich, die 7 Tore schmeicheln uns. Wir haben vorne nicht das umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben und Bietigheim war heute eine Nummer zu groß für uns. Wir wussten, was auf uns zukommt, weil wir wussten, dass sie das besser machen wollen, da sie im Hinspiel den Punkt verloren haben.

Das ich den Druck vorher herausnehme ist doch klar. Wir stehen ganz unten, sind Drittletzter und spielen gegen den Zweiten. Von daher kann man hier nur herfahren und locker aufspielen. Wir waren ein bisschen zu verkrampft, wir haben teilweise mit 10, 11 Toren zurück gelegen und haben in der Abwehr heute nicht so gut gestanden, wie wir es eigentlich können und kriegen 32 Tore. Wie gesagt, die 7 Tore schmeicheln. Wir werden das nochmal kurz ansprechen und dann abhaken,  weil wir haben am Samstag ein ganz wichtiges Spiel und das ist was für uns zählt, denn da geht es gegen einen direkten Konkurrenten und da schauen wir mal.

 

Martin Albertsen (SG BBM Bietigheim):
Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich habe vor dem Spiel gewusst, dass Thüringen gegen Buxtehude gewonnen hat und den Mädels gesagt, dass wenn wir heute gewinnen eine Sicherheit mit 5 Punkten, was reichen kann für den 2. Platz, der sehr wichtig ist für uns wegen der Champions-League. Ich bin überglücklich. Ich habe gewusst, dass wir gegen einen Gegner spielen, der nie aufgibt. Ich habe viel gewechselt heute, viele junge Spielerinnen sind zum Zug gekommen. 32 Tore zu machen ist gut, der Gegner hat am Ende paar Tore zu viel gemacht von meiner Seite. Aber ich bin überglücklich über den deutlichen Sieg und den Saisonverlauf bisher.

Statistik:

SG BBM Bietigheim: Valentyna Salamakha, Tess Wester – Mia Biltoft, Antje Lauenroth (1), Ann Kynast (1), Martine Smeets (4), Ines Ivancok (2), Cecilie Woller (1), Luisa Schulze (2), Karolina Kudlacz-Gloc (8/1), Mille Hundahl (4), Anna Loerper (5/3), Fie Woller (3), Leonie Patorra (1)

HSG Bensheim-Auerbach: Jessica Kockler, Pauline Radke – Anja Ernsberger (1),  Rafika Ettaqi,  Caroline Thomas, Martha Logdanidou (2), Larissa Platen (3), Lisa Friedberger (2), Merel Freriks (5), Sarah van Gulik (5/5), Julia Maidhof (2/2), Bogna Sobiech (5).

Siebenmeter: 7/4 (Anna Loerper 2x, Leonie Patorra scheitern) – 10/7 (Sarah van Gulik 2x, Julia Maidhof scheitern)

Zeitstrafen: 4/2

Zuschauer: 739

Schiedsrichter: Rames Thiyagarajah, Suresh Thiyagarajah