Bittere 31:32-Niederlage gegen Leverkusen

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Bittere 31:32-Niederlage gegen Leverkusen

Treffsicher vom Punkt: Lisa Friedberger verwandelte alle fünf Siebenmeter für die Flames / Foto: ©Andrea Müller

Es war ein Vier-Punkte-Spiel und es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe zwischen den Flames der HSG Bensheim/Auerbach und dem Rekordmeister TSV Bayer 04 Leverkusen. Sie haben gekämpft und standen am Ende mit leeren Händen da. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm verlor unglücklich mit 31:32 (17:17) gegen die Werkselfen. Durch die Niederlage  tauschten die Flames den Tabellenplatz mit dem Gegner und sind nun Zehnter. Überragende Spielerin und beste Torschützin des Spiels war Ex-Nationalspielerin Svenja Huber, die auf eine Hundertprozentige Trefferquote kam und 14/7 Tore erzielte. Erfolgreichste Torschützin bei den Flames war Lisa Friedberger mit 8/5 Toren.

„Es ist sehr bitter heute. Wir haben gekämpft, wir haben alles versucht und stehen am Ende mit leeren Händen da. Im Moment kann ich gar nicht sagen, woran es lag. Mir fehlen heute das erste Mal wirklich die Worte. Wir haben sehr viel investiert die letzten Wochen und ich will auch nicht immer Corona und die Verletzungen als Ausrede suchen. Das macht es dieses Jahr sehr schwer einen Rhythmus zu finden und sehr schwer zu trainieren. Aber das geht allen so. Auch Leverkusen hatte Corona-Erkrankungen und von daher müssen wir gucken, dass wir das ganz schnell abhaken, denn wir haben am Mittwoche wieder ein sehr schweres Spiel“, kommentierte eine sichtlich enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm das Spiel.

Glücklich über den Ausgang war dagegen Gästetrainer Johan Petersson: „Das war ein gutes Spiel von beiden Seiten. Wir haben beide sehr gut gekämpft. Man hat auf beiden Seiten gesehen, dass es um viel ging. Deswegen hat man auch sehr viel Energie auf der Bank. Wir hätten das Spiel gerne früher entschieden, haben aber dann nicht getroffen. Heute haben wir das Glück gehabt, dass wir die zwei Punkte mitgenommen haben. Da bin ich natürlich sehr zufrieden. Ich bin mir sicher, dass die sich Bensheim nächste Woche auch sichert“, so Petersson.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm musste auch diesmal wieder kurzfristig auf zwei Spielerinnen verzichten. Neben Elisa Stuttfeld, die sich im Training eine Gehirnerschütterung zuzog, fehlte ihr auch mit Ines Ivancok ihre beste Feldtorschützin dieser Saison. Trotzdem hatte sie ihre Mannschaft sehr gut auf den Gegner eingestellt.

Es war von Anfang an das Spiel auf Augenhöhe und man merkte, dass es auf beiden Seiten um viel geht. Beide Teams wollten von den Abstiegsrängen weiter absetzen und den Anschluss ans Mittelfeld halten.

Bei Leverkusen waren es vor allem die beiden Außen, Zöe Sprengers und Svenja Huber, die beim 8:8 (12.) bereits auf 7 Treffer kamen, Huber davon zweimal per Siebenmeter. Das Spiel blieb weiter ausgeglichen. Beim Stande von 14:15 (23.) nahm Heike Ahlgrimm einen Wechsel zwischen den Pfosten vor. Für Vanessa Fehr rückte Helen van Beurden ins Flames-Tor und konnte sich gleich mit einer Parade auszeichnen. Es blieb spannend und beide Teams gingen mit einem 17:17 in die Kabine.

Im zweiten Abschnitt blieb es bis zum 22:22 (37.) weiterhin ausgeglichen. Beim 23:24 (40.), durch einen verwandelten Siebenmeter von Lisa Friedberger, blieben die Flames weiterhin dran. Annefleur Bruggemann und Svenja Huber sorgten mit ihren beiden Treffern zum 23:26 (42.) erstmals für einen 3-Tore-Vorsprung der Werkselfen und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit einem Team-Timeout.

Kristina Graovac hält anschließend den Wurf von Christin Kühlborn und Helen van Beurden den von  Jennifer Souza. Pech dann für Myrthe Schoenaker deren Wurf gegen die Latte kracht. Svenja Huber erhöht anschließend auf 23:27 (44.).

Doch die Flames geben mit Unterstützung der 460 Zuschauer weiterhin nicht auf und kämpfen sich bis zum 29:30 (55.), erneut durch einen verwandelten Siebenmeter von Lisa Friedberger, wieder auf ein Tor heran. Zöe Sprengers trifft zum Spielstand von 29:31. Sarah Van Gulik scheitert anschließend an Torhüterin Kristina Graovac. Leverkusens Kim Hinkelmann unterläuft danach ein technischer Fehler und die Flames sind wieder im Ballbesitz. Dionne Visser netzt zum neuen Spielstand von 30:31 (58.) ein und Leverkusens Trainer Johan Petersson nimmt ein Team-Timeout.

Kim Hinkelmann kommt an 6 Meter frei zum Wurf und erhöht wieder auf 30:32 (59.). Christin Kühlborn verkürzt für die Flames auf 31:32 (59.).

Die letzte Minute ist nichts für schwache Nerven. Die Flames scheitern zweimal an Kristina Graovac. Annefleur Bruggeman unterläuft ein technischer Fehler und bringt die Flames nochmal in Ballbesitz. Heike Ahlgrimm nimmt 10 Sekunden vor dem Ende die letzte Auszeit und bringt den 7. Feldspieler. Im Angriff misslingt aber das Anspiel an den Kreis, so dass sich Leverkusen über einen glücklichen 32:31-Auswärtssieg freuen konnte.

Für die tapfer kämpfenden Flames blieb die Belohnung aus. Auch wenn es bitter ist, so können sie aber viel Positives aus dem Spiel ziehen. Man hat wieder die Tugenden der Flames gesehen und darauf können sie am Mittwoch bauen, wenn sie um 20:00 Uhr in der Weststadthalle Bensheim im Hessenderby auf die HSG Bad Wildungen Vipers treffen, die in Neckarsulm das ganze Spiel über, teilweise sehr deutlich, führten und kurz vor Schluss den Ausgleich kassieren mussten.

„Wir müssen auf uns gucken und müssen schauen, dass wir das ganz schnell abhaken, weil wir wirklich gekämpft haben. Wir werden wieder alles versuchen zu investieren und ich hoffe wirklich, dass wir uns am Mittwoch die zwei Punkte holen“, so Heike Ahlgrimm.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr (1.-22.) Helen van Beurden (ab 23.); Isabell Hurst 2, Lotta Heider 2, Myrthe Schoenaker 5, Jana Haas, Lisa Friedberger 8/5, Christin Kühlborn 6, Saskia Fackel, Sarah van Gulik 6, Neele Mara Orth, Dionne Visser 2.