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Bittere 26:28 Niederlage gegen Nellingen

Julia Maidhof zog sich im Spiel einen Nasenbeinbruch zu / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Sie hatten sich so viel vorgenommen für dieses wichtige Spiel um den sportlichen Klassenerhalt gegen den Tabellennachbarn TV Nellingen. Durch einen Sieg vor 1020 Zuschauern wollten sie die Tabellenplätze mit den Schwaben Hornets tauschen, doch es sollte den Flames der HSG Bensheim/Auerbach an diesem Abend so gut wie nichts gelingen – am Ende war es ein gebrauchter Tag, der mit einer enttäuschenden 26:28 (12:14) Niederlage endete. Erfolgreichste Torschützen bei den Flames waren Sarah van Gulik (6/3) und Sanne Hoekstra (5/3) sowie Annika Blanke (8/1) und Louisa Wolf (6/4) bei den Schwaben Hornets.

Die Flames erwischten keinen guten Start ins Spiel und lagen nach knapp 5 Minuten bereits mit 1:5 hinten. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte sofort und zog die grüne Karte. Die Ansprache in der Auszeit zeigte ihre Wirkung und die Flames legten einen 6-Tore-Lauf hin und machten aus dem 1:5 Rückstand eine 7:5 Führung (14.). Jetzt nahm Hornets-Coach Pascal Morgant die Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt mussten die Flames bereits den ersten Rückschlag verkraften. Julia Maidhof, die vorher alle 3 Siebenmeter sicher verwandelte, zog sich bei einer Abwehraktion in der 11. Minute einen Nasenbeinbruch zu. Nellingen glich anschließend durch Annika Blanke und Louisa Wolf per Siebenmeter zum  7:7 (16.) aus.

Nach Julia Maidhof auch Lisa Friedberger verletzt

Im folgenden Angriff verletzte sich Lisa Friedberger nach einem Foul am Knie und musste ebenfalls vom Flames-Physiotherapeuten Markus Münch von der Wirbelsäulentherapie Bensheim und 2 Sanitätern medizinisch betreut werden. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte mit Lisa Friedberger nun den zweiten Komplettausfall für den Rest des Spiels und musste ihren Angriff und die Abwehr umstellen. Sarah van Gulik scheiterte mit dem fälligen Siebenmeter erst am Pfosten, konnte den Nachwurf aber zur erneuten Flames-Führung verwandeln. Sarah van Gulik per Siebenmeter und Merel Freriks erhöhten auf 10:7 (21.). Jessica Kockler bot im Flames-Tor ein überragendes Spiel und entschärfte viele klare Torchancen der Hornets, die immer wieder Lücken in der Abwehr fanden. Trotzdem brachte diese 3-Tore-Führung keine Sicherheit. Im Angriff häuften sich die technischen Fehler und die Abwehr stand nicht so kompakt, wie sonst. Nellingen erzielte 3 Tore in Folge und glich zum 10:10 (24.) aus. Nach dem 12:12 (26.) gelang Nellingen durch Louisa Wolf und Stefanie Schoeneberg die 12:14 Halbzeitführung.

„Wir wussten, dass es heute ein schweres Spiel wird. In jedem anderen Spiel kann man befreit aufspielen, heute wollten wir unbedingt gewinnen und waren zu verkrampft. Nellingen hat das gut gemacht. Die haben uns immer wieder zu Fehlern gezwungen, sie haben uns gestört in der Abwehr mit zwei offensiven Halben. Wir haben es eigentlich gut trainiert, konnten es heute aber einfach nicht umsetzen. Es hat schon so angefangen und sich dann durch das ganze Spiel hindurchgezogen. Es gibt  so Spiele, heute war so eins, wo wir das nicht umsetzen und  kompensieren konnten. Von daher eine verdiente Niederlage“, zeigte sich Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm sichtlich enttäuscht nach dem Spiel.

Ausgeglichen bis zur 46. Minute

Den Pausenrückstand verkürzte Rafika Ettaqi nach Wiederanpfiff auf 13:14 – im direkten Gegenzug erhöhte Annika Blanke auf 13:15. Zwei Tore von Bogna Sobiech brachten erneut den Ausgleich zum 15:15 (33.). Nellingen ging zwar immer wieder in Führung, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. So blieb das Spiel bis zum 21:21 (46.) ausgeglichen – auch weil Jessica Kockler ein ums andere Mal mit ihren Paraden die Flames überhaupt im Spiel hielt.

Caroline Thomas und Sarah van Gulik erhielten direkt nacheinander eine Zeitstrafe und Nellingen nutzte die doppelte Überzahl zur 23:21 Führung (49.). Die Flames kamen erneut nochmal auf ein Tor dran, als Sanne Hoekstra den 23:24 Anschlusstreffer erzielte (52.). Der folgende 3-Tore-Lauf von Nellingen zum 23:27 (57.) brachte jedoch die Vorentscheidung und Nellingen auf die Siegerstraße.

Die Flames konnten nur noch das Ergebnis korrigieren. Zwei verwandelte Siebenmeter von Sanne Hoekstra sorgten für den enttäuschenden 26:28 Endstand.

Statt den Tabellenplatz mit dem TV Nellingen zu tauschen, konnten die Hornets jetzt den Vorsprung gegenüber den Flames auf 3 Punkte ausbauen. Die Flames bleiben auf dem 12. Tabellenplatz, der auch noch den sportlichen Klassenerhalt bedeuten würde, punktgleich mit der Neckarsulmer Sportunion, die ebenfalls ihr Spiel bei Borussia Dortmund mit 28:18 verlor.

Für einen versöhnlichen Abschluss sorgte dann aber noch Flames-Geschäftsführer Jörg Hirte mit einer positiven Mitteilung vor der Pressekonferenz. Mit der Verpflichtung von der 24-jährigen Dänin Simone Spur Petersen vom Ligakonkurrenten VFL Oldenburg ist es den Flames gelungen, ihre Wunschspielerin im Rückraum für einen Wechsel an die Bergstraße zu begeistern. Mit diesem Transfer sind die Personalplanungen abgeschlossen – das Team für die neue Spielzeit steht. “Sie hat sich in Oldenburg auf Rückraum links etabliert, also auf einer Position, wo wir dringend Verstärkung benötigen, was auch das heutige Spiel gezeigt hat”, freut sich Jörg Hirte auf die Verstärkung aus dem Norden.

Nächste Woche geht es für die Flames zum schweren Auswärtsspiel nach Metzingen. Das Spiel bei der TuS Metzingen wird am 05.05.2018 um 19.30 Uhr angepfiffen (Sportzentrum Ösch,Noyon-Allee 20,72555 Metzingen).

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Glückwunsch an Nellingen zum verdienten Sieg. Ich fand es jetzt überhaupt nicht unfair von Nellingen, sie waren nur etwas aggressiver als sonst. Ich bin wahnsinnig enttäuscht, denn wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten unbedingt zwei Punkte holen. Das haben wir nicht gemacht und wir waren heute auch nicht in der Lage dazu.  Wir sind ganz, ganz schlecht gestartet mit einem 1:5 Lauf. Danach haben wir eine gute Phase und es fallen uns dann natürlich 2 Spielerinnen aus, deren Ausfall  wir heute nicht kompensieren konnten. Julia Maidhof, die sich die Nase gebrochen hat und Lisa Friedberger, die Knieprobleme hat und beide nicht mehr mitwirken konnten. Nichtsdestotrotz waren heute genügend da, aber wir konnten heute unser Potential nicht abrufen. Wir haben in der Abwehr nicht gut genug gestanden, das hat Nellingen natürlich clever gemacht. Ruhig gespielt und da hingegangen, wo es weh tut. Sie haben natürlich ausgenutzt, dass die Schiedsrichter bei jeder kleinen Bewegung auf beiden Seiten Siebenmeter pfeifen. Da haben die sich besser darauf eingestellt, als wir. Uns fehlte immer der letzte Schritt und wir machen in diesem Spiel gefühlte 20 technische Fehler. Passfehler, Abspielfehler, wir fangen den Ball nicht, schmeißen ihn weg und so kann man einfach kein Spiel gewinnen und deswegen haben wir heute auch verdient verloren. Jetzt ist es so, Mund abwischen, weitermachen und wir kommen nächste Woche wieder.

Pascal Morgant (TV Nellingen):.
Ich bin megastolz auf meine Mädels. Wir haben eine schwierige Woche hinter uns, aber auch eine schöne Woche mit der Nationalmannschaft, die wir zu Gast hatten mit ihrem Regionallehrgang. Louisa Wolf hatte sich bei dem Lehrgang gezerrt, aber wir haben sie auf den letzten Drücker fit bekommen und sie hat uns am Ende ja auch wirklich gut geholfen. Aber ich möchte Heike mal ein Riesenkompliment machen. Wir wussten um die Kampfstärke von Bensheim und ihr schnelles Spiel. Es gibt nur wenige Mannschaften, die so eine gute erste Welle spielen. Auch mit dem schnellen Anspiel, da muss man dann entsprechend kämpferisch dagegen halten. Das haben wir gemacht. Sind ordentlich zurück gelaufen und haben unsere Chancen genutzt. Von daher denke ich auch, dass wir verdient gewonnen haben.

Statistik:

HSG Bensheim/Auerbach Flames: Jessica Kockler, Pauline Radke  – Anja Ernsberger (2), Rafika Ettaqi (4), Caroline Thomas (1), Martha Logdanidou (1), Sanne Hoekstra (5/3), Larissa Platen, Lisa Friedberger, Merel Freriks (1), Sarah van Gulik (6/3), Julia Maidhof (3/3), Bogna Sobiech (3).

TV Nellingen: Sarah Wachter, Anna Bocka – Stefanie Schoeneberg (5), Louisa Wolf (6/4), annika Blanke (8/1), Roxana-Alina Ioneac (1), Isabel Tissekker, Lena Sophie Degenhardt (4), Nives Ahlin, Szimonetta Gera (2), Tanja Padutsch, Jennifer Issifou (2), Vivien Jäger

Siebenmeter: 10/9 (Sarah van Gulik an den Pfosten)  – 5/5

Schiedsrichter: Thomas Kern, Thorsten Kuschel

Zuschauer: 1.020