Aufholjagd nach schlechter erster Halbzeit wird nicht belohnt

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Aufholjagd nach schlechter erster Halbzeit wird nicht belohnt

Helen van Beurden hatte keine Chance gegen den 20 Sekunden vor dem Ende sicher verwandelten Siebenmeter von Routinier Svenja Huber / Foto: ©Andrea Müller

Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach gab es im Sonntagsspiel bei den Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen keine Punkte. Am Ende konnte sich das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm für seine Aufholjagd nicht belohnen und musste sich knapp mit 27:26 (17:12) geschlagen geben. Die Flames bleiben trotz der Niederlage auf dem siebten Tabellenplatz der Handball Bundesliga Frauen (HBF), die Elfen sind jetzt direkt dahinter auf dem achten Platz. Erfolgreichste Torschützen waren bei den Flames Isabell Hurst mit 7 Toren und beim Gastgeber Mariana Ferreira Lopes mit 6 Toren.

Dass es nichts aus den ersten Punkten in Leverkusen wurde, lag vor allem daran, weil die Flames eine „unterirdische erste Halbzeit gespielt haben“, wie es Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel formulierte. „Wir haben alles vermissen lassen, was uns eigentlich als Flames auszeichnet. Dazu gehören Einsatz, Kampf, Emotionen und die Körpersprache“.

Dabei fing es gut an. Die Flames gingen durch Sarah Dekker und Isabell Hurst mit 1:2 (5. Minute) in Führung. Dann folgte jedoch ein völlig zerfahrenes Spiel der Flames, mit Fehlwürfen und technischen Fehlern und keinem konsequenten Zugriff in der Abwehr. So konnten die Werkselfen innerhalb von acht Minuten durch einen 8:0-Lauf auf 9:2 (13.) davonziehen. Die Flames kämpften sich über 9:5 bis auf 2 Tore zum 10:8 (18.) heran. Doch auch das brachte keine Sicherheit und die Werkselfen konnten durch einen 4:0-Lauf erneut auf einen komfortablen 6-Tore-Vorsprung beim 14:8 (22.) erhöhen.

Mit einem aus Flames-Sicht enttäuschenden 17:12 für das Team des ehemaligen Flames-Co-Trainers, Martin Schwarzwald, ging es in die Halbzeitpause.

„Wir kriegen in der ersten Halbzeit 17 Tore. Das ist nicht unser Anspruch. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich Abwehr liebe“, bemängelte Heike Ahlgrimm nicht nur die Fehlwürfe und technischen Fehler in der ersten Halbzeit.

Sie fand in der Kabine aber offensichtlich die richtigen Worte, denn es wurde dann doch noch das vorher prognostizierte Spiel auf Augenhöhe.

Das erste Tor der zweiten Hälfte blieb Sarah van Gulik mit einem Siebenmeter gegen ihre künftige Mannschaftskameradin Vanessa Fehr vorbehalten, das allerdings schon im Gegenzug durch einen Treffer aus kurzer Distanz von Lilli Holste für Leverkusen egalisiert wurde.

Nach dem 20:16 (38.) durch Zivile Jurgutyte konnten die Flames durch Treffer von Alicia Soffel, Sarah van Gulik und zweimal Isabell Hurst zunächst zum 20:20 (46.) ausgleichen, ebenso zum 22:22 (53.) und 23:23 (54.). Es folgte eine mehr als spannende Schlussphase. Eine Minute vor Spielende glich Simone Spur Petersen erneut für die Flames zum 26.:26 aus.

Jedoch bekamen die Werkselfen 20 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter zugesprochen. Routinier Svenja Huber verwandelte den Siebenmeter zum entscheidenden 27:26 für die Werkselfen. „Ich bin natürlich enttäuscht über den letzten Pfiff, denn das war für mich kein Siebenmeter. Das muss man das auch das ganze Spiel so pfeifen und nicht nur am Ende. Dann beschwere ich mich nicht. darüber. Trotzdem haben wir die Niederlage selbst verschuldet“, bilanzierte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel und weiter „am Ende des Tages haben wir keine Punkte, aber es geht weiter. Es ist ärgerlich, weil mehr drin gewesen wäre, aber dafür müssen wir 60 Minuten unser Potential abrufen. Das haben wir nicht gemacht und von daher geht der Sieg an Leverkusen. Sie haben das Momentum genutzt und gekämpft. Am Ende war es ein Schlagabtausch mit dem glücklicheren Ende für Leverkusen. Ich glaube, wenn man die zweite Halbzeit sieht, dann wäre ein Unentschieden in Ordnung gewesen. Der Sieg war im Endeffekt aber verdient, weil sie fast das ganze Spiel geführt haben“, so Heike Ahlgrimm, die durchaus auch positive Dinge im Spiel ihrer Mannschaft sah. „In der zweiten Halbzeit war das Spiel auf Augenhöhe. Wir haben nur noch 10 Tore zugelassen und es teilweise richtig gut gemacht und Tempo gespielt. Die zweite Halbzeit haben wir mit 4 Toren gewonnen“.

Am kommenden Wochenende steht in der HBF ein Doppelspieltag auf dem Programm. Die Flames müssen am Freitag zur HSG Bad Wildungen Vipers (19:30 Uhr) und erwarten am Sonntag den Buxtehuder SV (16.00 Uhr).

Statistik:
HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden – Isabell Hurst (7), Leonie Kockel, Lotta Heider, Elisa Stuttfeld, Simone Spur Petersen (3), Sarah Dekker (1), Alicia Soffel (5), Lisa Friedberger (2), Christin Kühlborn (3), Sarah van Gulik (4/2), Ines Ivančok (1), Julia Niewiadomska, Dionne Visser.