Aufholjagd der Flames wird nicht belohnt

Beide Teams wollen den ersten Sieg im neuen Jahr
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Aufholjagd der Flames wird nicht belohnt

Lisa Friedberger sah kurz vor dem Halbzeitpfiff die rote Karte und fehlte in der 2. Halbzeit / Foto: ©Andrea Müller

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach müssen weiter auf den ersten Sieg gegen die HSG Blomberg-Lippe und im Jahr 2022 warten. In einem packenden und umkämpften Spiel unterlag das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm am Ende knapp und unglücklich mit 30:31 (13:16). Beste Werferinnen bei den Flames waren Sarah van Gulik mit 7/3 Toren und Myrthe Schoenaker mit 6 Toren sowie Kamila Kordovská mit 8/2 Toren bei den Nelkestädterinnen.

Die Flames waren im 13. Spiel gegeneinander diesmal nahe dran mindestens einen Punkt zu holen, doch am Ende standen sie „wieder mit leeren Händen“ da, wie es die enttäuschte Flames-Trainerin Heike Ahlgimm treffend formulierte.

Zwei Rückschläge musste sie bereits vor dem Spiel verkraften. Neben den beiden Langzeitverletzten Leonie Kockel und Alicia Soffel musste Heike Ahlgrimm gegen die Ostwestfalen krankheitsbedingt auch auf Isabell Hurst und Elisa Stuttfeld verzichten, die sich im Spiel in Rosengarten eine Daumenverletzung zugezogen hatte.

Während die letzten Begegnungen immer eine klare Angelegenheit für Blomberg waren, erwarteten beide Trainer im Vorfeld diesmal eine Partie auf Augenhöhe und beide Teams hatten nach ihrem letzten Spiel auch was gut zu machen. Entsprechend motiviert und zielgerichtet gingen beide Mannschaften ins Spiel.

Ann Kynast brachte die HSG mit 0:2 in Führung. Lisa Friedberger per Siebenmeter und Sarah van Gulik glichen zum 2:2 (4. Minute) aus. Kamila Kordovská sorgte wieder für die Führung der Nelkestädterinnen zum 2:3, Myrthe Schoenaker traf zum 3:3 (6.) gegen ihren ehemaligen Verein. Nach der erneuten Führung durch Malina Michalczik zum 3:4 gelang den Flames ein 3:0-Lauf und nach Toren von Lisa Friedberger, Dionne Visser und Myrthe Schoenaker erstmals die Führung zum 6:4 (8.).

Jetzt drehte die HSG wiederum das Spiel durch einen 3:0-Lauf  und ging nach dem Tor von Kamila Kordovská zum 6:7 (13.) erneut in Führung. Das Spiel blieb bis zum 13:13 (26.) weiterhin ausgeglichen. Linnea Pettersson brachte die HSG erneut mit zwei Toren zum 13:15 (30.) in Front. Die Flames hatten noch die Chance zum Anschlusstreffer, doch ein Ballverlust im Angriff brachte der HSG wieder die Chance zum schnellen Konter, der zu einem Laufduell um den schnell gespielten Ball zwischen den beiden Kapitäninnen  Laura Rüffieux und Lisa Friedberger führte, den Laura Rüffieux knapp für sich entscheiden konnte, als sie Lisa Friedberger überholte, die da selbst gerade den Ball aufnehmen wollte. Rüffieux konnte den Ball noch zu Lisa Rajes spielen, die den 13:16 Halbzeitstand erzielte. Beim Kampf um den Ball kamen Laura Rüffieux und Lisa Friedberger zu Fall. Rüffieux verletzte sich bei dieser Aktion und konnte nicht mehr weiterspielen. Lisa Friedberger sah zum Entsetzen und zur Überraschung aller die Rote Karte.

Trotzdem ließen die Flames die Köpfe nicht hängen, auch wenn sie diesen Schock erst einmal verdauen mussten. Blomberg kam daher etwas besser aus der Kabine und konntezu Beginn der zweiten Halbzeit den Vorsprung durch Kamila Kordovská  erstmals auf 5 Tore zum 14:19 (35.) ausbauen. Zehn Minuten vor dem Ende hatten die 5 Tore Vorsprung beim 22:27 immer noch Bestand.

Heike Ahlgrimm stellte auf eine offensive Abwehr mit Ines Ivancok in der Spitze um und hatte im Angriff inzwischen auf der rechten Seite die beiden Linkshänderinnen Saskia Fackel und Lotta Heider auf Rechtsaußen, die ihr Comeback nach zehnmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) auf dem Spielfeld feierte und mit 3 Toren krönte. Diese Maßnahmen zeigten ihre Wirkung. Der Blomberger Angriff hatte seine Probleme mit der geänderten Abwehrformation der Flames, die so und dank der starken Leistung von Torfrau Helen van Beurden, die nach 15 Minuten für Vanessa Fehr ins Flames-Tor rückte, Tor um Tor aufholen konnte. Begünstigt wurde dies aber auch, weil der Flames-Angriff dahin ging, wo es weh tat, so zu Siebenmetern kam oder zu einer Überzahl, weil eine Blomberger Spielerin eine Zeitstrafe absitzen musste. Bei den Flames waren es insgesamt zwei Zeitstrafen, bei Blomberg sieben.

Die letzten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Lotta Heider verkürzte für die Flames auf 28:29 (58.). Blomberg erhöhte jedoch wieder auf 28:30. Ines Ivancok verwandelte anschließend einen  Siebenmeter sicher zum 29:30 und die Flames waren jetzt in doppelter Überzahl, da Laetitia Quist und Malina Marie Michalczik mit zwei Strafminuten auf die Bank mussten. Helen van Beurden parierte den Ball und Lotta Heider hatte die Chance zum Ausgleich, scheiterte mit ihrem Wurf jedoch an der früheren Flames-Torfrau Melanie Veith. Helen van Beurden konnte wiederum im Gegenzug den Wurf von Leni Ruwe parieren. Blomberg blieb im Ballbesitz und Leni Ruwe bekam nochmal die Möglichkeit und diesmal trifft sie zum 29:31 und sicherte damit den ersten Sieg in 2022 für die HSG Blomberg-Lippe. Saskia Fackel konnte mit dem Schlusspfiff noch auf den 30:31 Endstand verkürzen.

Die Enttäuschung bei den Flames war groß, dass der Kampf vor coronabdingt nur 135 anwesenden Zuschauern, nicht wenigstens mit einem Punkt belohnt wurde.

„Das tut heute verdammt weh. Trotz aller Rückschläge diese Woche durch die Ausfälle von zwei wichtigen Spielerinnen und die rote Karte für den Kopf der Mannschaft, schaffen wir es die Chance zu haben, einen Punkt mitzunehmen. Wir haben heute wirklich alles investiert und getan, um die zwei Punkte zu bekommen. Am Ende sind es dann Kleinigkeiten, die entscheiden. Ich kann meiner Mannschaft heute kämpferisch und spielerisch wenige Vorwürfe machen. Wir haben vielleicht am Anfang ein, zwei Sachen liegen lassen, das ist halt so. Aber das hat man in jedem Spiel. Über das gesamte Spiel gesehen, haben wir die Ausfälle nicht kompensieren können. Trotzdem haben wir nie aufgegeben und können heute erhobenen Hauptes rausgehen, auch wenn es heute sehr schmerzt“, erklärte Heike Ahlgrimm.

HSG-Trainer Steffen Birkner freute sich verständlicherweise über den Sieg: „Ich bin unheimlich glücklich, dass wir diese ersten Punkte hier mitgenommen haben. Ich glaube, es war auf beiden Seiten ein sehr intensives Spiel. Wir haben in den letzten fünf Minuten auf unserer Seite gesehen, dass wir uns selbst in die Bredouille bringen, Zweiminuten-Strafen bekommen und Bensheim das halt super gut macht. Sie pressen gehe in die offensive Deckung geht und uns fehlt da dann auch ein bisschen ein kluger Kopf. Ich glaube aber, wir machen das über 60 Minuten sehr gut und sehr engagiert. Es war eine intensive Partie auf beiden Seiten und ich bin einfach froh, dass wir hier gewonnen haben. Es war keine einfache Situation die letzten Wochen für uns. Wir sind trotzdem eine junge Mannschaft und durch solche Spiele und eine solche Phase muss eine Mannschaft auch mal durch. Letzte Saison haben wir gespielt und gar nicht gewusst, wie wir gewinnen und jetzt war es mal ein bisschen holprig und solche Spiele braucht es dann vielleicht, um sich wieder daran zu erinnern, dass Training und Arbeit sich auszahlt und wir Intensität im Training brauchen, um solch eine Leistung abzurufen. Von daher bin ich stolz und glücklich heute hier gewonnen zu haben, weil es sehr hart war gegen einen richtig guten Gegner“, so Birkner.

Die HSG verbesserte sich durch den Sieg auf den 8. Tabellenplatz mit 9:11 Punkten, die Flames sind jetzt mit 9:13 Punkten auf dem 9. Platz. Am nächsten Samstag, 05.02.2022 empfangen die Flames den Thüringer HC. Anpfiff ist in der Weststadthalle um 18:00 Uhr.

Statistik Flames
Vanessa Fehr, Helen van Beurden (1) – Lotta Heider (3),  Myrthe Schoenaker (6), Jana Haas, Sarah Dekker (2),  Lisa Friedberger (2/1), Christin Kühlborn (1), Saskia Fackel (2), Sarah van Gulik (7/3), Ines Ivancok (2/1), Neele Mara Orth und Dionne Visser (4).