Am Ende wurde es noch ein versöhnliches Ergebnis – Flames unterliegen beim THC mit 29:22

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Am Ende wurde es noch ein versöhnliches Ergebnis – Flames unterliegen beim THC mit 29:22

Isabell Hurst mit Iveta Koresova / Bildrechte: ©Andrea Müller

Im letzten Spiel des Jahres 2019 gab es für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nochmal eine große Hürde zu meistern, denn sie mussten beim amtierenden Deutschen Pokalsieger und Vizemeister Thüringer HC antreten. Das Team von THC-Coach Herbert Müller entschied die Begegnung mit 29:22 (16:6) für sich und bleibt damit weiter im Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Die Flames beenden das Jahr mit 8:10 Punkten auf einem hervorragenden 7. Tabellenplatz. Die meisten Tore gingen auf das Konto der beiden TOP-Torschützinnen der Liga. Für den THC erzielte Iveta Koresova 7/1 Tore, für die Flames war Julia Maidhof mit 5/1 Toren erfolgreichste Werferin.

In der mit 1600 Zuschauern ausverkauften Riethsporthalle in Erfurt erwischten die Flames nicht nur einen schlechten Start ins Spiel, sondern schafften es den gesamten ersten Spielabschnitt nicht die Vorgaben von Flames-Coach Heike Ahlgrimm umzusetzen.

Bereits nach wenigen Sekunden bekamen der THC seinen ersten Strafwurf zugesprochen. Den von der besten Torjägerin der letzten Saison, Iveta Koresova, geworfenen Siebenmeter konnte Flames-Torfrau Helen van Beurden noch an den Pfosten lenken. Überhaupt war es ein Spiel einiger verworfener Siebenmeter. Beim THC konnten drei Strafwürfe nicht verwandelt werden, bei den Flames fand sogar bei vier Strafwürfen der Ball den Weg nicht ins Tor.

Das 1. Tor der Flames erzielte Sarah van Gulik mit ihrem Anschlusstreffer zum 2:1 (5.Minute). Ines Ivancok sorgte wenig später für das 3:2 (7.). Danach baute der THC die Führung auf 7:2 aus, ehe Lisa Friedberger nach 8 torlosten Minuten für die Flames den dritten Flames-Treffer zum 7:3 (15.) erzielte. In den weiteren 15 Minuten sollten nur noch drei weitere Flames-Tore dazukommen, so dass der THC seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnte.

Mit einem Zehn-Tore-Vorsprung (16:6) für den Gastgeber ging es schließlich in die Pause und Flames-Coach Heike Ahlgrimm war entsprechend sauer über die ersten 30 Minuten Ihres Teams.

„Wer mich kennt, weiß, dass es ziemlich laut in der Kabine geworden ist“, sagte die Trainerin daher auch anschließend auf der Pressekonferenz. „Mit der ersten Halbzeit war ich absolut nicht zufrieden. Alles, was wir uns vorgenommen haben, haben wir nicht umgesetzt. Wir sind nicht mutig gewesen, haben uns dem Schicksal ergeben. Ich habe an meine Mädels appelliert, wo sie ihr Herz haben.“

Kabinenansprache zeigt Wirkung

Der Appel zeigte offensichtlich Wirkung. Die Flames kamen wesentlich besser aus der Kabine, wie der THC.

Isabell Hurst erzielte den ersten Treffer im 2. Abschnitt zum 17:6, Iveta Koresova stellte umgehend den 10-Tore-Vorsprung beim 17:7 (32.) wieder her.

Im Angriff des THC schlichen sich zunehmend mehr Fehler ein – auch, weil die Flames-Abwehr jetzt erheblich besser stand. Obwohl auch die Flames einige Chancen im Angriff liegen ließen, konnten sie den Rückstand nach und nach etwas aufholen.

Die Flames kamen von 18:8 auf 18:12 (39.) heran, dann auf 21:15 (45.). Näher wie auf sechs Tore ließ der THC die Flames aber nicht herankommen. Am Ende waren es dann sieben Tore Unterschied beim haushohen Favoriten, mit denen die Flames schließlich zufrieden sein konnten

„In der 2. Halbzeit haben wir dann gezeigt, dass wir kämpfen können und haben dem THC das Leben sichtbar schwergemacht. Deshalb bin ich mit der Leistung der Mannschaft heute doch noch zufrieden“, zeigte sich dann auch Flames-Coach Heike Ahlgrimm versöhnlich.

Zwei Tage Pause

Die folgende Pause ist für die Flames kurz. Zwei Tage haben die Flames frei bekommen. Zu intensiv feiern können sie aber nicht. Am Neujahrstag geht es mit dem Training weiter, denn bereits am Samstag, 04.01.2020 wartet die nächste wichtige Aufgabe auf die Flames. Mit der Neckarsulmer Sport-Union erwartet die Flames wieder ein Spiel auf Augenhöhe aus dem man unbedingt die zwei Punkte holen will. Die Neckarsulmer Sport-Union kommt mit Selbstvertrauen nach Bensheim, denn sie konnten am Sonntag ihr Heimspiel mit 30:28 Toren gegen die Kurpfalz Bären gewinnen und belegen aktuell mit 6:12 Punkten den 9. Platz.

Doch jetzt wünschen wir allen erst einmal einen guten Rutsch in ein neues, gesundes und erfolgreiches Jahr 2020.

Sarah Dekker / Bildrechte: ©Andrea Müller

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Ich glaube, jeder der mich kennt, weiß, dass es ziemlich laut in der Kabine geworden ist und dass ich an meine Mädels appelliert habe, wo wir unser Herz gelassen haben. Die erste Halbzeit war heute einfach wirklich katastrophal. Alles was wir uns vorgenommen haben, haben wir nicht umgesetzt. Wir sind nicht mutig gewesen und haben uns dem Schicksal ergeben. Ich habe ihnen gesagt, dass man hier in Thüringen verlieren kann, weil die Mannschaft einfach besser ist und individuell besser besetzt ist und dass wir jetzt einfach die nächsten 30 Minuten herausgehen und zeigen sollen, was Bensheim ausmacht. Ich glaube, dass die Mannschaft das in der 2. Halbzeit umgesetzt hat. Da kann ich auch absolut zufrieden sein. Das ist das, was uns ausmacht: Leidenschaft, super Abwehr, auch vorne in die Nahtstelle gehen. Wir haben es Thüringen in der 2. Halbzeit schwer gemacht. Wenn man am Ende auf die Statistik guckt, haben wir die 2. Halbzeit mit 3 Toren gewonnen. Das ist im Endeffekt aber egal, denn wir haben das Spiel verloren. Aber wir sind zurückgekommen und das ist das, was wir machen müssen, in jedem Spiel 60 Minuten lang und von daher bin ich jetzt mit der 2. Halbzeit ein bisschen versöhnt. Jetzt können wir ins neue Jahr starten.

Herbert Müller (Thüringer HC):
Ich möchte jetzt meine bekannte Kollegin von eben zitieren und hoffe, ich habe mir ihre Worte richtig gemerkt. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich gleich ziemlich laut in der Kabine werden werde. Das wird nämlich bei uns gleich in der Kabine passieren. Ich denke, wir haben eine wirklich überragende erste Halbzeit gesehen, die von unserer Seite fast in Perfektion gespielt worden ist. Außer, dass wir noch ein bisschen Siebenmeterwerfen üben müssen. Und dann wollten wir genau das, was schon letztes Jahr hier gegen Bensheim passiert ist, nicht wiederholen. Vor einem halben Jahr haben wir hier in der 40. Minute mit 14 Toren geführt und dann haben wir schnell einen 2:9-Lauf zugelassen und am Ende waren es 7. Die Tabelle lässt grüßen und sie lügt nicht und jetzt sind es wieder sieben. Herzlichen Glückwunsch Heike zur 2. Halbzeit. Da habt ihr wirklich gefightet, gebissen und die habt ihr gewonnen. Ich bin natürlich mit der 1. Halbzeit sehr, sehr zufrieden, mit der Zweiten garnicht.

Statistik:

Thüringer HC:
Maria Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich; Mariana Ferreira Lopes 2, Beate Scheffknecht 3/1, Alexandra Mazzucco 1, Almudena Rodriguez 1, Jovana Sazdovska 4, Meike Schmelzer 2, Iveta Koresova 7/1, Emily Bölk 4, Ina Großmann 2, Mia Biltoft, Klara Schlegel,Lydia Jakubisova 3.

HSG Bensheim/Auerbach Flames:
Jessica Kockler, Helen van Beurden; Isabell Hurst 3, Elisa Stuttfeld 1, Sarah Decker, Sanne Hoekstra 2/1, Lisa Friedberger 3/2, Christin Kühlborn 1, Caroline Hettinger, Sarah van Gulik 4, Julia Maidhof 5/2, Ines Ivancok 4, Julia Niewiadomska.

Siebenmeter: 5/2 – 9/5.