Am Ende fehlten die Kräfte – Blomberg mit 32:28 Arbeitssieg über die Flames

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Am Ende fehlten die Kräfte – Blomberg mit 32:28 Arbeitssieg über die Flames

Merel Freriks erzielte auch in Blomberg 6 Tore / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben auch in Blomberg wieder einen couragierten Auftritt hingelegt. Am Ende schwanden jedoch die Kräfte der erneut nur 9 Feldspielerinnen und die HSG Blomberg/Lippe konnte ihre eindrucksvolle Serie fortsetzen und gewann mit 32:28 (12:13).

Die HSG Blomberg/Lippe verlor seit November nur gegen die beiden TOP-Teams Thüringer HC und die SG BBM Bietigheim. Nach dem gestrigen Sieg können sie  weiter von einem Europapokalplatz träumen und bleiben als 4. die Überraschungsmannschaft dieser Saison. „Für mich spielt Blomberg eine überragende Saison, das habe ich auch im Vorfeld zu diesem Spiel gesagt. Sie sind für mich das Überraschungsteam. Sie haben seit November, seit den ganzen Querelen, was man so etwas verfolgt, 11 oder 12 Siege am Stück gemacht und ich gehe davon aus, das ist ein großer Verdienst von André“, lobte Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm die Leistung der Nelkenstädterinnen und ihres Trainerkollegen André Fuhr, der den Verein am Saisonende verlässt, nach dem Spiel.

Trotz der Niederlage bleiben die Flames auf dem 12. Platz mit 3 Punkten Vorsprung auf Neckarsulm und einen Punkt Rückstand auf Nellingen, die Beide ebenfalls ihre Spiele verloren.

In der ersten Halbzeit schaffte es der Gastgeber nicht, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden und sich von den Flames entscheidend abzusetzen, obwohl sie zweimal mit 3 Toren in Führung lagen. Die 10:7 Führung glich Merel Freriks mit drei Treffern in Folge zum 10:10 aus. Silje Brøns Pertersen traf zum 11:10 vom Siebenmeterpunkt. Bogna Sobiech, Pauline Radke, die ins leere Blomberger Tor einnetzte und Larissa Platen sorgten für die erste 2-Tore-Führung der Flames beim 11:12 (28. Minute). Mit einer knappen 13:12 Führung für die Flames ging es in die Halbzeitpause.

Die Kabinenpredigt von Blombergs Coach André Fuhr zeigte offensichtlich Wirkung und Blomberg zog auf 18:14 (39.) davon. Doch die Flames ließen sich nicht ganz abschütteln, mussten jedoch ab der 42. Minute auf eine weitere Feldspielerin verzichten, da Sarah van Gulik die rote Karte sah. Nachdem sie kurz vorher ihre erste Zweiminutenstrafe erhalten hatte, entschieden die Schidesrichter auf eine doppelte Zeitstrafe gegen sie, was zur automatischen Disqualifikation (3×2 Minuten) für Sarah van Gulik führte und den kleinen Kader für den Rest des Spieles weiter dezimierte.

Trotzdem gaben die Flames nicht auf.  Sie kamen sogar noch einmal auf ein Tor bei 26.25 (56.) heran, doch am Ende fehlte dann die Kraft und Blomberg schaffte den 32:28 Arbeitssieg gegen die Flames.

Für die Zuschauer war es jedenfalls eine unterhaltsame Begegnung und es dürfte keiner sein Kommen trotz des sommerlichen Wetters bereut haben.

„Es war heute wieder eine super Stimmung in Blomberg. Es macht jedes Mal Spaß vor vollen Hallen zu spielen“, freute sich daher auch Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm über den regen Besuch des Spieles.

Für die Flames geht es am Samstag weiter gegen die TOP-Mannschaft dieser Saison. Mit dem Thüringer HC kommt die Mannschaft in die Weststadthalle, die dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft für sich entscheiden wird und bisher nur2 Punkte abgegeben hat. Anpfiff ist am 14.04.2018 um 17.30 Uhr in der Weststadthalle Bensheim.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames): Glückwunsch an Blomberg zum Sieg. Ich denke, dass der verdient war. Uns ist heute leider ein bisschen die Kraft ausgegangen. Wir haben in den letzten Wochen immer mit einem kleinen Kader gespielt. Wir haben einen Kraftakt in Oldenburg gehabt und einen Kraftakt gegen Neckarsulm und es hat heute einfach nicht gereicht. Nach der roten Karte von Sarah van Gulik fehlte noch eine Spielerin und dann haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Das ist dann der Knackpunkt gewesen. Blomberg hat das mit Tempo dann gnadenlos ausgenutzt. Auch in der Abwehr haben wir heute nicht so gut gestanden und kriegen 32 Tore. Das ist für uns eigentlich viel zu viel. Aber ich kann meiner Mannschaft auch keinen Vorwurf machen. Ich glaube, dass wir in der Liga angekommen sind und dass wir es Blomberg heute schwer gemacht haben. Heute hat es einfach nicht gereicht, aber es geht weiter und wir werden unsere Punkte weiter sammeln.

André Fuhr (HSG Blomberg/Lippe): Das war heute ein Arbeitssieg. Das fasst es wohl am besten zusammen. Die 1. Halbzeit haben wir schlecht gespielt. Da brauchen wir nicht lange drum herum reden. Wir waren gar nicht präsent, wir waren gar nicht auf dem Platz, wir waren nicht bereit die Wege zu gehen, die Schritte zu machen, in die Tiefe zu gehen und in der Abwehr aufzupassen. Das war nicht gut. Da habe ich mich ein bisschen in der Kabine aufgeregt. Das wollte ich eigentlich gar nicht mehr machen. In der 2. Halbzeit haben wir es dann nicht so schlecht, aber auch nicht richtig gut gemacht. Wir haben den Gegner immer wieder schön dran bleiben lassen und das haben wir bis zum Ende durchgehalten. Am Ende zählen die beiden Punkte. Ich denke, wir haben auch verdient gewonnen trotz der mauen Leistung. Wir jammern jetzt auf hohem Niveau, denn wir sind weiter 4. oder 5. Und das ist über dem, was wir eigentlich leisten können. Und wenn die Mannschaft nach der Halbzeit dann noch einmal so wiederkommt mit diesem Elan und diesem Siegeswillen, den wir alle wollen und der hat uns die beiden Punkte gebracht. Dann können wir alle zufrieden sein und haken wir das Ding ab.

Statistik:

HSG Blomberg-Lippe: Anna Monz, Melanie Veith – Kira Schnack (4), Laura Rüffieux (2), Gisa Klaunig, Franziska Müller (5), Tess van Buren, Tessa van Zijl, Kathrin Pichlmeier (1), Kamila Kordovska, Angela Steenbakkers, Larissa Petersen, Celine Michielsen (5), Alicia Stolle (4), Patricia Emidio Rodriques, Silje Brøns Pertersen (11/7).

HSG Bensheim-Auerbach: Jessica Kockler, Pauline Radke – Anja Ernsberger (1), Carolin Schmele (6/3), Rafika Ettaqi (5),  Larissa Platen (1), Lisa Friedberger (3), Merel Freriks (6), Sarah van Gulik (1), Julia Maidhof (2), Bogna Sobiech (3).

Siebenmeter: 8/7 (Silje Brøns Pertersen scheitert an Kockler) – 3/3

Zeitstrafen: 2/12  Disqualifikation: Sarah van Gulik (3 x 2 Minuten)

Zuschauer: 881

Schiedsrichter: Nils Blümel, Jörg Loppaschewski