Als Außenseiter ohne Druck gegen den Deutschen Meister

Flames bleiben weit hinter ihrem Anspruch zurück
17. Oktober 2021
25 jähriges Verlagsjubiläum des i-punkt
22. Oktober 2021
alle anzeigen

Als Außenseiter ohne Druck gegen den Deutschen Meister

Die Abwehrarbeit wird gegen Dortmund eine entscheidende Rolle spielen / Foto: ©Andrea Müller

Viel Zeit zum Nachdenken blieb den Flames der HSG Bensheim/Auerbach nach der bitteren und deutlichen 34:22-Niederlage beim Buxtehuder SV nicht. Bereits am morgigen Mittwoch (20.10.2021) erwarten die Flames in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) niemand geringeren als den amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund. Anpfiff in der heimischen Weststadthalle ist um 19:30 Uhr.

„Es tut gut, wenn man nach so einem Spiel nicht lange Zeit zum Nachdenken hat und es schnell weitergeht“, ist Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm froh, dass die Pause bis zum nächsten Spiel nur wenige Tage war.

Die Enttäuschung nach dem Spiel in Buxtehude war groß. Man hat die Fehler angesprochen und sich in der kurzen Zeit intensiv auf den Gegner vorbereitet.

Auch die Borussinnen waren am Wochenende im Einsatz und mussten sich hierbei in der Champions League der Mannschaft von CSM Bukarest mit der mehrfachen Welthandballerin Cristina Neagu zu Hause mit 22:25 geschlagen geben. Es war die erste Niederlage in der CL diese Saison. Im Mittwochspiel erarbeitete sich das Team von BVB-Trainer André Fuhr in der HBF einen 27:20-Sieg gegen den SV Union Halle-Neustadt und liegt weiterhin verlustpunktfrei mit dem Tabellenersten, SG BBM Bietigheim (beide 10:0 Punkte), auf Rang zwei.

Die Frage nach der Favoritenrolle stellt sich daher nicht. Auch ohne die Leistung von Buxtehude, die ein Ausrutscher bleiben soll, ist die Favoritenrolle diesmal klar verteilt – die Flames sind krasser Außenseiter, denn im Kampf um den Meistertitel kann sich der BVB seinerseits keinen Ausrutscher leisten und wird alles daran setzen, damit dies auch nach dem Spiel in Bensheim noch so ist.

„Dortmund ist ein ganz einfaches Spiel. Sie sind der TOP-Favorit und haben diese Saison bisher zu null Punkte. Sie waren letztes Jahr Deutscher Meister und haben auch dieses Jahr wieder eine sehr gute Mannschaft.  In der Champions League haben sie bisher für Furore gesorgt. Die Rollen sind klar verteilt. Aber sie müssen auch erst einmal 60 Minuten bei uns spielen. Für uns ist es schön, dass wir uns mit so hochkarätigen Spielerinnen messen können und wollen Spaß im Spiel haben. Vielleicht können wir sie etwas ärgern“, freut sich Heike Ahlgrimm über die Außenseiterrolle und die Chance das vorhandene Potential diesmal abrufen zu können.

Im Kader des BVB gab es im Vergleich zur letzten Saison, die mit 60:0 Punkten beendet wurde, einige Veränderungen. Insgesamt acht Abgängen stehen zehn Neuzugänge gegenüber. Dazu gehören auch die beiden deutschen Nationalspielerinnen Mia Zschocke (vorher Leverkusen) und Amelie Berger (vorher Bietigheim) oder auch Torfrau Matida Kohorst (vorher Metzingen).

Der Vorteil eines so hoch karätig besetzten 18köpfigen Kaders ist, dass es in der Liga auch bei einigen Ausfällen reicht, die Spiele zu gewinnen. Trotzdem ist man auf der Suche nach weiteren Neuzugängen, da der BVB ja auch auf drei Hochzeiten (Liga, DHB-Pokal und CL) tanzt und zusätzlich noch viele Nationalspielerinnen im Kader hat, was auf Dauer an die Substanz geht. Zum Glück für den BVB lichtet sich die Verletztenliste aber etwas und einige Spielerinnen meldeten sich bereits zurück. Mit Dana Bleckmann, Deleila Amega und Viktoria Woth hat man allerdings auch drei Langzeitverletzte, die mit ihren Kreuzbandrissen für die komplette Saison ausfallen. Hinzu kommt, dass jetzt auch noch Neuzugang Haruno Sasaki mit ihrem Bandscheibenvorfall um eine Operation wohl nicht herumkommt.

Erfolgreichste Torschützin des BVB ist Nationalspielerin Amelie Berger mit 25 Toren. Gefolgt von der Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft, Alina Grijseels mit 24/12 Toren und der Ex-Flamme Merel Freriks mit 20 Toren.

Die bisherige Bilanz der beiden Mannschaften gegeneinander spricht eindeutig für den BVB.  In 18 Begegnungen gegeneinander (wobei eine letztes Jahr coronabedingt nicht gespielt wurde) gingen die Borussinnen dreizehnmal siegreich vom Platz, dreimal die Flames (der letzte Sieg ist aus 2011) und zweimal trennte man sich Unentschieden. Einmal in der 2. Liga und am 30.03.2019 entführten die Flames beim 21:21 einen Punkt aus Dortmund.

Die Flames können morgen vor ihrem Heimpublikum befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren. „Wir werden alles dransetzen, um zu zeigen, dass wir es besser können, als gegen Buxtehude. Für den Kopf ist es vielleicht ganz gut, dass jetzt so ein Gegner kommt, wo man keinen Druck hat und keiner was von einem erwartet.  Wir können es besser und wollen das gegen so eine starke Mannschaft auch zeigen. Dann schauen wir, was geht, denn wir spielen zu Hause und wollen unseren Zuschauern ein schönes Spiel zeigen. Die Mädels müssen sich beweisen und stehen da auch in der Verantwortung. Und auch für Dortmund gilt, dass sich bei uns jeder die Punkte erkämpfen muss“, richtet sich der Blick von Heike Ahlgrimm längst schon wieder optimistisch nach vorne und so hat sie ihre Mannschaft auch eingestellt.