26:34 Niederlage – Buxtehude diese Saison zu stark für die Flames

Flames gegen den Tabellenvierten Buxtehude gefordert
18. März 2022
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26:34 Niederlage – Buxtehude diese Saison zu stark für die Flames

Beide Teams liefen in Kempa-Aufwärmshirts in den Farben der Ukraine auf / Foto: ©Andrea Müller

Die erhoffte Überraschung blieb aus. Am Samstagabend mussten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach dem Tabellenvierten Buxtehuder SV mit 26:34 (11:18) geschlagen geben. Herausragende Torschützin des Spiels war Nationalspielerin Annika Lott, die 13 Feldtore für den BSV erzielte, bei den Flames war Myrthe Schoenaker mit 9/6 am treffsichersten. Der BSV kletterte durch den Sieg mit 22:10 Punkten auf den dritten Tabellenplatz, die Flames bleiben mit 13:21 Punkten Tabellenneunter.

Das Spiel stand ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges. Um die Solidarität mit der Ukraine zu symbolisieren, liefen beide Teams in Aufwärmshirts ihres Ausrüsters KEMPA in den Farben der Ukraine auf. Nach Abpfiff wurde jeweils ein unterzeichnetes Aufwärmshirt beider Mannschaften für jeweils 200 Euro versteigert. Außerdem spendeten die Flames die gesamten Eintrittsgelder dieses Spiels. Schade, dass bei erstmals wieder zugelassenen 1200 Zuschauern nur 350 Zuschauer den Weg in die Halle fanden.

Der BSV musste in Bensheim auf Chef-Trainer Dirk Leun verzichten, der am Freitag positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Vertreten wurde er von Co-Trainer Adrian Fuladdjusch ein, der als Trainer von Kurpfalz Bären auch schon in der 1. Liga tätig war und in Bensheim kein Unbekannter ist, denn von 2013-15 war er an der Bergstraße als Jugendtrainer und Jugendkoordinator tätig.

„Wir wussten, dass das heute sehr, sehr schwer wird und wir wussten auch, dass wir heute nur bestehen, wenn wir eine Megaleistung bringen.  Das haben wir nicht gemacht. Wir haben heute einfach gemerkt, dass wir die Ausfälle nicht kompensieren können. Ich glaube, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, dass wir nicht gekämpft haben und dass wir nicht alles versucht haben. Aber am Ende des Tages fehlen uns dann auch die bestimmten Sachen, um erfolgreich zu sein. Ich glaube, heute hätte alles passen müssen, um zu gewinnen und dafür war es am Ende nicht gut genug“, kommentierte Flames-Trainerin Heike Ahlgimm das Spiel.

Zufrieden mit seiner Mannschaft war BSV-Interims-Coach Adrian Fuladdjusch. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, denn genauso, wie ich überrascht war, heute hier als Trainer zu stehen, war es die Mannschaft auch. Man weiß ja nie wie die Mannschaft reagiert, wenn der Cheftrainer nicht da ist. Wir haben das gemeinsam super gemacht. Wir haben eine super Abwehr gespielt in der ersten Halbzeit und haben uns leider nicht belohnen können, mit einer noch deutlicheren Führung, denn die Bensheimer Torfrau hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Alles in allem sind wir sehr zufrieden und sehr glücklich. Wir wissen, wie schwer das ist, hier zu bestehen und fahren glücklich mit zwei Punkten nach Hause“, so Fuladdjusch.

Verzichten musste Fuladdjusch auf die ebenfalls coronaerkrankte Isabell Dölle, die bereits im Mittwochspiel beim THC fehlte. Bei den Flames fehlte neben den drei Langzeitkranken auch Kapitänin Lisa Friedberger. „Es ist natürlich schwer, wenn unser Kopf fehlt und Lisa hat heute sehr gefehlt. Wir hatten auch auf ein, zwei Positionen heute Ausfälle und dies können wir nicht kompensieren. Das müssen wir uns so eingestehen“, erklärte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Die ersten fünf Minuten war es ein ausgeglichenes Spiel und der erste Treffer war den Flames durch Christin Kühlborn vorenthalten (1. Minute). Nach dem 2:2 (5.) durch einen sicher verwandelten Siebenmeter von Myrthe Schoenaker, setzte sich der BSV durch einen 4:0-Lauf auf 2:6 (9.) ab und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte mit ihrem ersten Team-Timeout.

Ihre Flames kämpften sich wieder bis auf zwei Tore beim 7:9 und 8:10 (17.) heran – keine zwei Minuten später führte der BSV jedoch mit 13:8 (18.), weil die Flames in der Abwehr keinen Zugriff bekamen und sich im Angriff die technischen Fehler häuften.

Nach 19 Minuten wechselten die Flames Helen van Beurden für die glücklose Vanessa Fehr zwischen die Pfosten, die sofort mit mehreren Paraden einen noch höheren Rückstand verhinderte. Da im Angriff aber weiter nicht viel zusammenlief zog der BSV erstmals auf 8 Tore beim auf 9:17 (26.) davon. Heike Ahlgrimm hatte genug gesehen und bat ihr Team zur zweiten Auszeit.

11:18-Pausenrückstand

Bis zur Pause konnten die Flames noch auf 7 Tore verkürzen und man ging mit einem 11:18 Halbzeitstand in die Pause.

Die Flames kamen gut aus der Kabine und verkürzten innerhalb von 5 Minuten auf 16:20 und zwangen nun BSV-Interims-Coach Adrian Fuladdjusch zu einer Auszeit.

„In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir weiter dran bleiben müssen und nach vorne spielen, weil uns klar war, dass Bensheim mit richtig Druck aus der Kabine kommt und das haben sie auch getan. In der zweiten Halbzeit war das Spiel dann offen und kann genauso gut noch kippen“, so Fuladdjusch.

Die Flames konnten auch noch beim 17:21 (40.) hoffen, doch letztendlich war der Pausenrückstand zu hoch und „Wir haben am Ende zu viele leichte Fehler gemacht und Buxte war da auch einfach clever. Sie stehen nicht umsonst da oben und spielen eine starke Saison. Sie sind dieses Jahr einfach auch besser. Wir hätten heute nur bestehen können, wenn alles funktioniert hätte und das hat es nicht. Es wird für uns sehr, sehr schwer, wenn die gestandenen Spielerinnen ausfallen. Diese Ausfälle können wir nicht kompensieren“, resümierte Flames-Coach Heike Ahlgrimm.

So wurde es am Ende dann doch noch eine deutlich 26:34-Niederlage, bei der es aber auch einige Lichtblicke gab. Myrthe Schoenaker vertrat Lisa Friedberger hervorragend am Siebenmeterpunkt und verwandelte sechs von sieben Strafwürfen und den Siebten dann sogar noch im Nachwurf. Die beiden Youngsters Neele Mara Orth und Jana Haas bekamen längere Spielzeiten und machten ihre Sache richtig gut. „Ich bin stolz auf die Leistung von Neele und Jana. Das sind beides junge 18jährige Mädels, die heute in die Presche gesprungen sind und das Vertrauen, dass sie geschenkt bekommen haben, zurückgegeben haben. Sie haben den gestandenen Spielerinnen gezeigt, dass sie zu recht im Kader stehen und da sind. Das natürlich eine Nationalspielerin, wie Annika Lott, da dann auch mal Tore macht auf dieser Position ist auch klar.  Da zahlt man Lehrgeld, aber ich kann ihnen da keinen Vorwurf machen. Sie haben das Vertrauen zurück geschenkt und darüber können wir stolz sein“, gab es ein Sonderlob der Trainerin für die beiden jungen Spielerinnen.

Die Flames sind bereits am Mittwoch wieder gefordert. Um 19:30 Uhr müssen die Flames beim amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund antreten, der am Samstag ein CL-Spiel gegen Metz hat und daher das Bundesligaspiel vorverlegt wurde. Das heutige Ligaspiel des BVB beim SV Union Halle-Neustadt wurde coronabedingt abgesagt und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst, Lotta Heider 1, Myrthe Schoenaker 9/6, Elisa Stuttfeld 1, Jana Haas 1, Christin Kühlborn 2, Saskia Fackel, Sarah van Gulik 5, Ines Ivancok, Neele Mara Orth 4, Dionne Visser 3.