Vipers gewinnen das Hessenderby 29:27 dank gutem Start in die 2. Halbzeit

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Vipers gewinnen das Hessenderby 29:27 dank gutem Start in die 2. Halbzeit

Die Vipers entschieden das Hessenderby für sich / Bildrechte: ©Andrea Müller - HSG Bensheim/Auerbach Flames

Dramatischer hätte das Hessenderby zum Rückrundenstart nicht sein können. Den Zuschauern in der ausverkauften Ense-Halle in Bad Wildungen boten beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, Einsatz und Kampf – am Ende belohnt wurde allerdings nur eine Mannschaft.

Mit einem 3-Tore-Vorsprung gingen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in die Halbzeitpause. Die ersten sechs Minuten der 2. Halbzeit drehten jedoch nochmal das Spiel und bringen am Ende die Entscheidung zugunsten der HSG Bad Wildungen Vipers, die die Flames nach einem tollen Kampfspiel mit 29:27 (14:17) besiegen. Den Flames bleibt wieder nur das Kompliment des Gegners über ein tolles Spiel.

„Ich muss Bensheim ein ganz großes Kompliment machen. Sie haben immer an sich geglaubt. Sie haben sich in dieser Saison extrem gut weiterentwickelt. Sie sind eine starke Mannschaft und kämpfen. Ich bin mir auch sicher, dass sie den Klassenerhalt schaffen werden“, zollte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer der Leistung der Flames und der sehr guten Arbeit von Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm Anerkennung.

Für die enttäuschte Heike Ahlgrimm war das allerdings nur ein minimaler Trost: „Wir wussten ja von Anfang an, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen. Nichtsdestotrotz nützt es mir natürlich nichts, wenn jeder Trainer nach dem Spiel sagt, dass wir gut gespielt haben und wir haben keine Punkte. Wenn wir am Ende absteigen und jeder sagt, ihr wart toll, bringt mir das nichts. Wir müssen einfach schauen, dass wir weiter machen und dass wir uns belohnen. Heute sind wir enttäuscht, aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, weil wir wirklich alles versucht haben. Wir haben gekämpft, wir haben einige Dinge richtig gut gemacht. Wir müssen das jetzt schnell abhaken, nochmal kurz drüber sprechen und dann geht es ab nächster Woche weiter. Ich bin überzeugt, wenn wir so spielen wie heute, dann holen wir uns die Punkte in der nächste Woche“, gibt sich die Flames-Trainerin am Ende der Pressekonferenz schon wieder etwas optimistisch.

Mit einem Sieg in Bad Wildungen hätten die Flames die Abstiegsränge verlassen und die Vipers mit in den Abstiegskampf gerissen, so schafften die Vipers aber wieder den Anschluss ans Mittelfeld und sind mittlerweile 5 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Flames von Heike Ahlgrimm sehr gut auf den Gegner eingestellt

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm hatte ihre Mannschaft richtig gut auf den Gegner eingestellt und die Mannschaft setzte es auch auf dem Spielfeld um. Im Gegensatz zum letzten Spiel wurde von Anfang an gekämpft und die Abwehr stand. Trotzdem konnten die Vipers durch Tamara Haggerty schnell 1:0 in Führung gehen. Im Gegenzug scheiterte Carolin Schmele vom Siebenmeterpunkt an der stark haltenden Schweizer Nationaltorhüterin Manuel Brütsch. Sanne Hoekstra glich in der 3. Minute aus – bis zur 6. Minute sollte auf beiden Seiten kein weiterer Treffer fallen. Anschließend konnten beide Mannschaften abwechselnd die Führung übernehmen, so ging das bis zum 12:12. Sanne Hoekstra per Siebenmeter und zwei Tempogegenstoß-Tore von Bogna Sobiech brachten die Flames mit 3 Toren 12:15 in Front (25.). Dieser Vorsprung hielt bis zum Halbzeitpfiff und die Flames gingen mit einer 14:17 Führung in die Kabine.

Vipers erwischen super Start in die 2. Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann mit einem verworfenen Siebenmeter für die Flames. Diesmal scheiterte Sanne Hoekstra vom Punkt (31.). Die Vipers fanden dagegen besser in den 2. Spielabschnitt und wandelten innerhalb von 4 Minuten den 14:17 Rückstand in eine 18:17 Führung (35.). Zwei Treffer von Anna Frankova sowie Tore von Tamara Haggerty und Sabine Heusdens brachten die schnelle Wende im Spiel und Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm war nach 5 Minuten schon gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Carolin Schmele gelang nach 8 Minuten dann der 1. Flames-Treffer zum 19:18 Anschluss (38.). Beim 20:20 durch Anja Ernsberger (41.) gelang erstmals wieder der Ausgleich. Ein Führungstreffer sollte den Flames aber nicht gelingen, weil zu viele Chancen leichtfertig vergeben wurden oder man an Manuela Brütsch scheiterte. Letztmalig konnten die Flames zum 26:26 (53.) durch ein Siebenmetertor von Carolin Schmele ausgleichen. Zwei Tore von Laura Vasilescu zum 28:26 brachten dann die Vorentscheidung. Erneut Carolin Schmele und Miranda Schmidt-Robben setzten den Schlusspunkt zum glücklichen 29:27 Sieg für die Vipers, die damit sich endgültig von der Abstiegsregion verabschiedet haben.

Für die Flames ist diese Niederlage umso bitterer, weil sie weiterhin auf den Abstiegsrängen bleiben und vor allem, weil diese Niederlage nicht nötig war. Man hatte das Spiel gegen Ende der 1. Halbzeit bereits in die richtige Richtung gelenkt, sich dann aber innerhalb weniger Minuten alles zunichte gemacht. Trotzdem zeichnet die Mannschaft aber aus, dass sie sich nicht aufgegeben hat und bis zum Schluss gekämpft hat. Sie sollten jetzt schnell das Spiel abhaken und die Köpfe frei bekommen, denn mit dem BVB kommt am Samstag die nächste TOP-Mannschaft in die Weststadthalle.  Der BVB konnte sich gegen den TV Nellingen deutlich 29:16 durchsetzen.

Statements der Trainer nach dem Spiel:

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames): Glückwunsch an Tessa zu den 2 wichtigen Punkten. Ich glaube, wenn man den Spielverlauf sieht, wäre ein Unentschieden für Beide verdient gewesen. Aber so ist der Sport und am Ende haben die Vipers die 2 Punkte. Für uns natürlich ganz, ganz bitter, weil wir heute ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, wir waren bis zum Schluss dran. Leider haben uns 6 schlechte Minuten am Ende den Sieg gekostet. Aber ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Wir haben wirklich alles versucht, alles gegeben. Am Ende stehen wir aber mit leeren Händen da. Wir müssen das jetzt schnell abhaken. Nächste Woche geht es weiter. Vielleicht schaffen wir ja zu Hause die Überraschung.

Tessa Bremmer (HSG Bad Wildungen Vipers): Ich denke, dass man es noch an meiner Stimme hört, was in der Halbzeitpause in der Kabine los war. Bensheim hat uns in der 1. Halbzeit gezeigt, wie wir kämpfen müssen und wie wir das in der 2. Halbzeit super umgesetzt haben. Wie wir uns in der 2. Halbzeit präsentiert haben, das war wieder die Mannschaft, wie wir uns selber kennen und wie uns das Publikum kennt. Der Kampf ist unsere Stärke und wenn wir eine Schippe drauflegen, dann können wir solche Spiele auch gewinnen.

Statistik:

HSG Bad Wildungen Vipers: Rinka Duijndam, Manuela Brütsch – Sabine Heusdens (6), Tamara Haggerty (4), Anouk Nieuwenweg (1), Anna Frankova (5), Miranda Schmidt-Robben (4), Stefanie Beugels, Laura Vasilescu (9/3), Sina ritter, Marieke Blase, Anna-Maria Spielvogel, Lisa-Marie Preis.

HSG Bensheim/Auerbach Flames: Jessica Kockler, Pauline Radke – Anja Ernsberger (4), Carolin Schmele (6/2), Rafika Ettaqi (1), Caroline Thomas (5), Martha Logdanidou, Sanne Hoekstra (4/2), Larissa Platen, Lisa Friedberger (2), Merel Freriks, Sarah van Gulik (1), Julia Maidhof (1), Bogna Sobiech (3).

Siebenmeter: 3/3  – 6/4 (Schmele scheitert an Brütsch; Hoekstra scheitert an Duijndam)

Schiedsrichter: Fabian vom Dorff, Christian vom Dorff

Zuschauer: 800 (ausverkauft)